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Anonyme E-Mail löst Atomalarm aus

Hauptbahnhof Potsdam Anonyme E-Mail löst Atomalarm aus

Nach dem Großeinsatz am Dienstag am Hauptbahnhof Potsdam aufgrund einer anonymen E-Mail ermittelt die Kriminalpolizei nun gegen den Absender. Angeblich sollte im Bahnhof radioaktives Material versteckt sein – ein Fehlalarm. Das Stören des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat ist kein Kavaliersdelikt: Den Täter erwartet bis zu drei Jahre Haft.

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Spezialkräfte der Feuerwehr mit ABC-Schutzanzügen kontrollierten die Schließfächer im Bahnhof – und konnten nach zwei Stunden Entwarnung geben.

Quelle: Blaulichtreport

Potsdam. Feuerwehrleute in grauen Strahlenschutzanzügen mit Atemschutzmasken und Sauerstoffgeräten auf dem Rücken eilen aus dem Potsdamer Hauptbahnhof. Die Einsatzkräfte steuern auf ein graues Zelt zu, das zwischen Parkplatz und Tramgleis steht, auf dem gelbe und rote Plastikplanen ausgerollt sind. Polizisten laufen vor dem Haupteingang hin und her. Die Anzeigetafel für die Straßenbahn zeigt „Betriebsstörung“. Nichts geht mehr. Passanten beobachten die Szenerie hinter dem Absperrband. Hier dreht nicht etwa das Filmstudio Babelsberg einen neuen Actionthriller. Der Einsatz ist echt: Atomalarm Dienstagvormittag am Potsdamer Hauptbahnhof!

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Potsdam, 07.03.2017: Die Polizei hat am Dienstag den Hauptbahnhof in Potsdam geräumt. Einsatzkräfte sind in Schutzanzügen in den Bahnhof gegangen, weil es sich um radioaktives Material in einem Schließfach gehandelt haben soll. Der Verkehr war rund zwei Stunden lang unterbrochen.

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Am Morgen erreicht eine anonyme Mail den Waschschutz, der für die Sicherheit in den Bahnhofspassagen zuständig ist. Inhalt der E-Post: In einem der Schließfächer im unteren Bereich des Bahnhofs lagere ein Rucksack mit radioaktivem Material. Der Wachschutz alarmiert um 10.17 Uhr die Polizei. Die nimmt die Drohung ernst und rückt mit zwei Dutzend Beamten an. Auch Spezialeinsatzkräfte der Feuerwehr, die für Einsätze mit gefährlichen Substanzen ausgerüstet und geschult sind, treffen ein. Der Hauptbahnhof – zu der Zeit Ziel vieler Pendler – wird evakuiert und von Zügen und S-Bahnen nicht mehr angefahren. Der Regionalexpress 1 wird über Spandau umgeleitet.

Züge fuhren den Hauptbahnhof nicht mehr an

Auch die Straßenbahnen fahren nicht über den Hauptbahnhof, sondern wenden am Platz der Einheit und der Waldstraße. An der Haltestelle direkt am rot-weißen Flatterband steht Jana Lehmann. „Ich hatte einen Termin im Rathaus“, sagt die 32-Jährige. Um von dort bis zum Hauptbahnhof zu kommen, habe sie doppelt so lange gebraucht als üblich, weil die Tram nicht fuhr wie sonst. Sie muss weiter nach Drewitz. Wann die nächste Bahn kommt – „man bekommt ja keine Info“, sagt sie und schaut auf die Anzeigetafel. Ähnlich geht es einer Familie mit zwei Kindern, zwei und fünf Jahre alt, die am Hauptbahnhof auf die Straßenbahn Richtung Schlaatz warten. „Die Kinder frieren“, sagt die Mutter.

Gegen 12.30 Uhr, gut zwei Stunden nach dem der Alarm ausgelöst wurde, kann Polizeisprecher Heiko Schmidt an Ort und Stelle Entwarnung geben: „Messungen von Spezialkräften der Feuerwehr ergaben keine erhöhte und somit gefährliche Radioaktivität“, sagt er. Sämtliche Schließfächer seien geöffnet und einzeln kontrolliert worden. Ein verdächtiger Gegenstand wurde nicht gefunden. Insgesamt 22 Beamte der Brandenburger Polizei, acht Bundespolizisten und 27 Einsatzkräfte der Potsdamer Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Drewitz waren angerückt – inklusive ABC-Spezialwagen und Rettungswagen.

Den Mailschreiber, der den Großeinsatz ausgelöst und den Verkehr in der Landeshauptstadt vorübergehend lahmgelegt hat, erwartet, sofern er erwischt wird, eine hohe Strafe: Gegen ihn wird wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ermittelt. Die Tat kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden. Ob die Polizei bereits Hinweise auf den Absender hat, ließ Heiko Schmidt am Dienstag aus ermittlungstaktischen Gründen unbeantwortet. Auch zu den Kosten des aufwendigen Einsatzes machte die Polizei keine Angaben.

MAZonline hat aktuell berichtet >

Von Marion Kaufmann

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