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Anschlag auf Straßenbahn: LKA ermittelt

Verkantete Eisenstange auf Potsdams Schienen Anschlag auf Straßenbahn: LKA ermittelt

Eine meterlange Eisenstange verkeilt auf den Straßenbahnschienen – das hätte in Potsdams Nahverkehr richtig böse enden können. Glücklicherweise reagierte ein Tramfahrer blitzschnell und verhinderte womöglich einen schweren Unfall. Nach dem feigen Anschlag ermittelt nun das LKA. Die Ermittler bitten um Hinweise, die bei der Suche nach den Tätern helfen könnten.

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Gerade noch einmal gut gegangen: hier auf der Trambrücke über der Nuthestraße verhinderte ein Tramfahrer Schlimmeres.

Quelle: Foto: Christel Köster

Potsdam. Das hätte ganz böse enden können: Ein Tramfahrer bemerkte am späten Montagabend auf der Brücke über der Nuthestraße ein Eisenrohr. Es war vier Meter lang, hat einen Durchmesser von fünf Zentimetern und lag verkeilt quer auf den Schienen der Gegenfahrtrichtung. Den nächsten Tramfahrer hätte es wohl erwischt, wenn sein Kollege die Gefahr nicht erkannt und blitzschnell reagiert hätte. Der Fahrer verständigte sofort den Verkehrsbetrieb Vip – die Stange konnte entfernt werden, bevor es einen Unfall gab.

Unklar ist bislang, wie das Rohr auf die Schienen kam. Polizeisprecherin Ingrid Schwarz hat „keine Hinweise, wer dieses Rohr dort hingelegt haben könnte“. Auch, woher die Stange stammt, weiß momentan niemand. Eisenrohre wie dieses können Bestandteile von Baugerüsten sein, werden aber auch als Fahnenstangen oder in Aalreusen genutzt.

Alles muss ganz schnell gegangen sein

Die Eisenstange werde jetzt untersucht, so Schwarz auf Anfrage der MAZ, denn auf ihr befänden sich wahrscheinlich Spuren, die auf den oder die Täter hinweisen könnten. Die Ergebnisse der Untersuchung seien jedoch erst in einigen Tagen zu erwarten, das Beweisstück müsse zunächst noch zum Landeskriminalamt gebracht werden.

Die Tram in Potsdam: Zahlen und Fakten

53 Straßenbahnen

105 Tramfahrer sind beim Vip beschäftigt.

Das Schienennetz der Potsdamer Tram zählt 74,5 Kilometer. Bedient werden sieben Linien mit 127 Haltestellen. Zum Vergleich: die Busse des Vip halten an 496 Haltestellen.

Eine Entgleisung meldet der Verkehrsbetrieb für 2014: Bei einem schweren Unwetter mit Starkregen war viel Schotter auf die Schienen in der Heinrich-Mann-Allee gespült worden. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand. 2015 gab es noch keine Unfälle dieser Art.

31,8 Millionen Fahrgäste hat der Verkehrsbetrieb im Jahr 2014 insgesamt befördert (Tram, Bus und Fähre). Für eine Einzelfahrt im Potsdamer Stadtgebiet zahlt man 2,60 Euro. pop

Polizeisprecherin Schwarz appelliert an mögliche Zeugen, sich an die Polizei zu wenden: „Wer da etwas Verdächtiges beobachtet hat, sollte sich ganz dringend bei uns melden.“ Die Bahnen in die verschiedenen Richtungen fahren an dieser Stelle binnen weniger Minuten vorbei, die Täter können daher nicht viel Zeit gehabt haben. Für gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr sieht das Strafgesetzbuch eine Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren vor.

Schwerer Eingriff in den Bahnverkehr: bis zu zehn Jahren Gefängnis

„Das ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Vip-Sprecher Stefan Klotz, „es hätte richtig viel passieren können. Es handelt sich um eine vorsätzliche Gefährdung des Lebens von Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmern. So etwas hatten wir in dieser Qualität noch nicht.“ Das Vip-Schienennetz sei, so Klotz, an dieser Stelle mit einem Entgleisungsschutz ausgestattet. Diese Fangschienen, im Fahrerjargon auch Angstschienen genannt, sind Metallprofile innerhalb der eigentlichen Fahrschienen. Sie sollen dafür sorgen, dass ein Zug bei einer Entgleisung nicht seitwärts aus dem Gleis kippt – besonders auf Brücken werden solche Schutzmaßnahmen eingebaut. Dennoch ist unklar, ob die Fangschienen im Ernstfall wirklich Schutz hätten bieten können. Niemand kann sagen, was mit einer Straßenbahn in voller Fahrt passiert, wenn diese auf ein massives, geschätzt 15 Kilogramm schweres Eisenrohr prallt – und unter der Trambrücke liegt die auch nachts viel befahrene Nutheschnellstraße.

Von Saskia Popp

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