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Potsdam Ansturm auf den 6. Tag der Wissenschaften
Lokales Potsdam Ansturm auf den 6. Tag der Wissenschaften
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00:28 09.05.2018
Im Wissenschaftspark Golm fand Tag der Wissenschaften statt. Quelle: Friedrich Bungert
Golm

Der 6. Tag der Wissenschaften am Sonnabend am Uni-Campus in Golm war eine wahre Wundertüte mit zahllosen Angeboten. Ausgerichtet vom Verein Pro Wissen, wird sowohl der Ansturm von Interessierten als auch die Zahl der Aussteller von Jahr zu Jahr größer.

Auf Entdeckungsreise im Forschercamp

Mehr als 15 000 Menschen flanierten bei bestem Wetter über das Campusgelände. Allein im Forschercamp standen diesmal rund 30 Zelte, in denen man auf Entdeckungsreise gehen konnte. Außerdem öffneten die Institute ihre Pforten. An den Wurstbuden schöpften die Wissensdurstigen Kraft für den geballten Info-Marathon.

Vorträge, Mitmach-Experimente und eine Labor-Rallye: Der 6. Tag der Wissenschaften zog 15.000 Besucher in seinen Bann.

Frage an die Pausierenden an den Tischen: Was hat Sie an diesem Tag nach Golm gelockt? „Veranstaltungen wie ,Finde einen Schatz im Löschteich mit Fledermaustechnik’. Und: Ich finde es als Gegenpol zum Baumblütenfest ganz gut“, begründete TU-Berlin-Student Franz seinen Abstecher. „Genau: Denken statt Saufen“, sekundierte Julia, eine ehemaligen Lehramtsstudentin.

Denken, klar. Aber vor allem konnte man Staunen. Zum Beispiel über einen der unbestritten Stars dieses Events – die Florfliege. Meist fliegt sie ja unterm allgemeinen Wahrnehmungsradar der Menschen, doch das könnte sich bald ändern dank der Forschung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung. „Das ist eine Folie aus den Seidenproteinen der Florfliege“, erläuterte Institutsleiter Alexander Böker beim Eröffnungsrundgang ein fast durchsichtiges, gerahmtes Exponat, das andächtig herumgereicht wurde.

Kein Wunder: Die Folie ist aus dem Material von Fäden gefertigt, auf denen die Florfliegen ihre Eier ablegen. Die Seidenfädchen sind zwar nur hauchdünn, aber erstaunlich stabil und biegesteif – damit könnte sie sogar als Verstärkungsfaser für Autos, Flugzeuge oder Schiffe, interessant sein. Bökers Plädoyer: „Wir müssen hin zu Materialien, die nicht mehr aus Erdöl bestehen, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen.“

Selbstfahrende Mikro-Busse und das weltweite Netz

Vom Seidenfaden weiter zum weltweiten Netz: Im Zelt der Fachhochschule Potsdam ging es unter anderem darum, wie nah sich die Wissenschaft dank der Digitalisierung rückt. FH-Professor Michael Ortgiese erläuterte das am Beispiel des selbstfahrenden Mikro-Busses, der 2019 im Bornstedter Feld als Shuttle zum öffentlichen Nahverkehr an den Start gehen könnte. Ein ähnliches Projekt gibt es in Shanghai.

An der FH Potsdam wird derzeit vom Webtechnologen Günther Neher ein Informationsnetzwerk zum Austausch von wissenschaftlichen Publikationen aufgebaut. „Wenn die Leute in Shanghai wissen wollen, was in Potsdam passiert, kann man das dann über diese Software erfahren“, erklärte Ortgiese.

Weiter zum nächsten Stopp des Rundgangs: Im Zelt der Brandenburgischen Wirtschaftsförderung führte Chefmanager Steffen Kammradt vor Gästen wie Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) stolz ein neues, rasantes Produkt vor, das dank Landesförderung in die Gänge kommen konnte. „Wirtschaftsförderung ist keine Last, aber mit Batteriebetrieb geht’s noch schneller“, flachste Kammradt. Das Elektro-Lastenbike wird von einer Brandenburger Firma in Biesenthal (Barnim) produziert.

Vorne hat es zwei Räder und eine spezielle Neigetechnik. Universitätspräsident Oliver Günther durfte proberadeln; die Kurven nahm er mit er mit fahrerischem Feingefühl. Der diesjährige Gastgeber des Tages der Wissenschaften konnte auch einen Neuzugang im Kreis der Uni-Landschaft vorstellen. Die Gesundheitswissenschaftliche Fakultät – eine Kooperation der Uni Potsdam mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) und der BTU Cottbus-Senftenberg – soll demnächst an den Start gehen. Im Mai oder Juni sollen die Unterschriften unter die Vereinbarung gesetzt werden.

Auch Potsdamer Gymnasiasten präsentierten, was sie draufhaben

Beim Tag der Wissenschaften konnte man jedenfalls schon einmal den potenziellen Forschernachwuchs von morgen bewundern. Schüler der Voltaire-Schule, des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder und des Helmholtzgymnasiums präsentierten ihre Projekte. So hatten die Schüler vom Suttner-Gymnasium zum Beispiel den Babelsberger Aradosee erforscht – Sedimentuntersuchungen und Phosphatgehaltmessungen inklusive, wie Bio- und Chemielehrer Jochen Woller erzählte. Scheint so, als wäre der Potsdamer Tag der Wissenschaften im Jahr 2035 vom Personal her abgesichert.

Von Ildiko Röd

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