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Potsdam Antisemitische Karikatur bringt AfD-Kandidat in Erklärungsnot
Lokales Potsdam Antisemitische Karikatur bringt AfD-Kandidat in Erklärungsnot
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09:18 21.09.2018
Dennis Hohloch (AfD). Quelle: Bungert
Potsdam

AfD-Oberbürgermeisterkandidat Dennis Hohloch hat am Donnerstagabend angekündigt, eine antisemitische Karikatur vom Twitter-Account der Potsdamer AfD-Fraktion löschen zu lassen – wegen ihrer „nicht vorhandenen kommunalpolitischen Relevanz“. Einige Stunden später verschwand der Tweet dann vom Profil der AfD in Potsdam. Die Fraktion hatte zuvor eine Darstellung der Jüdin Anetta Kahane von der Amadeu Antonio Stiftung verbreitet, die Kahane unter anderem mit einer bizarr großen Nase und wulstigen Lippen zeigt – Stereotypen antisemitischer Hetze. Zudem trägt Kahane auf dem Bild eine Sowjet-Uniform. Bild-Redakteur Michael Sauerbier hatte am Donnerstag als erster darüber berichtet.

AfD-Fraktionschef und Oberbürgermeisterkandidat Hohloch, der selber keinen Twitter-Account führt, distanzierte sich am Mittwoch auf Nachfrage von der Darstellung. „Wir sind in keinster Weise antisemitisch, sondern setzen uns dafür ein, dass sich jüdische Mitbürger in Potsdam frei entfalten können“, sagte der AfD-Kandidat. „Mit der zuständigen Person für Twitter wurde bereits Rücksprache gehalten und diese angewiesen, die Grafik aufgrund ihrer nicht vorhandenen kommunalpolitischen Relevanz zu löschen“, so Hohloch weiter.

Die jüdische Abstammung Kahanes habe beim Retweeten der Karikatur „keinerlei Rolle“ gespielt, erklärte der AfD-Fraktionschef. Denn: „Dargestellt in Sowjetuniform und mit diversen linken Abzeichen soll lediglich auf ihre Nähe zu linksextremen Strömungen, ihre Stasi-Vergangenheit und ihr Kampf gegen die AfD angespielt werden.“ Das Verhältnis der AfD zum Judentum sei „unmissverständlich“, so Hohloch zur MAZ.

Überschrieben ist die Karikatur von Kahane in Sowjet-Uniform mit der Zeile „Merkels Kandidatin für neuen Verfassungsschutzpräsidenten“. Die Amadeu Antonio Stiftung wurde 1998 auf Initiative von Anetta Kahane gegründet. Die Stiftung wurde nach einem der ersten Todesopfer rechtsextremer Gewalt benannt.

Von Ildiko Röd

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