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Potsdam Antiterrorsperren fürs Stadtwerkefest
Lokales Potsdam Antiterrorsperren fürs Stadtwerkefest
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22:13 27.06.2017
Ein Wall aus Beton flankiert das 17. Stadtwerkefest am Wochenende: Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius nimmt die Nizza-Steine an der Breiten Straße in Augenschein. Quelle: Christel Köster
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Innenstadt

London, Berlin, Stockholm: Vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse und Entwicklungen haben die Stadtwerke das Sicherheitskonzept für das diesjährige Stadtwerkefest überarbeitet und verschärft. So wird der Neue Lustgarten nicht mehr nur mit hüfthohen Gittern, sondern zum ersten Mal auch mit Antiterrorsperren abgeriegelt. Die mannshohen, tonnenschweren Betonklötze – in Anlehnung an den ersten Lkw-Anschlag innerhalb Europas auch Nizza-Steine genannt – sind bereits zur Breiten Straße hin aufgebaut. Mit Bauschutt gefüllte Step-Container vor der Spielbank und vor dem Hotel „Mercure“ sollen als zusätzliche Barrikaden dienen.

Andreas Bourani singt am Samstagabend auf dem Potsdamer Stadtwerkefest. Quelle: Philipp Rathmer

„Die absolute Sicherheit gibt es nie“

Feiert die Angst in diesem Jahr mit auf Potsdams größter Umsonst-und-draußen-Party? „Das hoffe ich nicht“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius. „Die absolute Sicherheit gibt es zwar nie, aber wir dürfen es auch nicht zulassen, dass die Angst unseren Alltag diktiert.“ Laut Müller-Zinsius werde der Lustgarten denn auch „kein hermetisch abgeriegeltes Gelände“. Das sei weder erwünscht noch möglich: „Allein schon wegen der Fluchtmöglichkeiten.“

Dennoch: Die Stadtwerke rüsten weiter auf. So kommen in diesem Jahr erstmals auch Videokameras zum Einsatz, die das Geschehen direkt in die Security-Zentrale neben der Bühne übertragen. „Dabei geht es uns vor allem darum, die Besucherströme an neuralgischen Punkten im Auge zu behalten“, erklärt Stadtwerkefest-Veranstaltungsleiter Göran Böhm. Aufzeichnen und speichern dürfe und werde man das Videomaterial aber ebenso wenig wie man einzelne Personen heranzoomen und beobachten dürfe: „Das verbietet der Datenschutz.“

Schon eine Tasche im A4-Format ist zu groß

Drei Eingänge am Casino, an der Fußgängerampel Richtung Steubenplatz sowie zwischen Mercure und Neptunbecken führen aufs 35 000 Besucher fassende Festareal. „Um einen reibungslosen Zugang zu gewährleisten bitten wir alle Besucher, nur das Allernötigste – Handy, Schlüssel, Geld – mitzunehmen“, sagt Müller-Zinsius. „Bitte bringen Sie keine großen Taschen mit!“ Schon ein Beutel im A4-Format sei zu groß.

Arbeiter ziehen am Dienstag die Bühne im Neuen Lustgarten hoch. Quelle: Christel Köster

Sämtliche Taschen, Rucksäcke und Behältnisse aller Art werden an den Zugängen einer strikten Kontrolle unterzogen. Das Mitbringen von pyrotechnischen Gegenständen, Fackeln sowie Waffen, von Glasflaschen, Glasbehältern und Dosen ist generell untersagt. Bei Nichtbeachtung erfolgt der Verweis vom Veranstaltungsgelände. „Wir hoffen auf Verständnis für die Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen und bitten, den Sicherheitskräften die Arbeit zu erleichtern“, sagt Müller-Zinsius. „Diese Maßnahmen sind keine Schikane, sie dienen lediglich der Sicherheit.“

Hunde und Fahrräder müssen draußen bleiben

Dezidierte Personenkontrollen soll es zwar nicht geben, der Ordnungsdienst sei aber berechtigt, jederzeit Besucher auf das Mitführen von verbotenen Gegenständen hin zu untersuchen. Auch Hunde – Ausnahme: Blindenführhunde – müssen draußen bleiben. Fahrräder sind auf dem Gelände ebenfalls nicht erlaubt. Am Filmmuseum und am Landtag werden zwei kostenlose Fahrradgaragen eingerichtet. Weil Parkplätze nicht vorhanden sind, empfehlen die Veranstalter die Anreise mit Bus und Bahn.

Wie üblich sind auf dem Festgelände Sanitäter im Einsatz. Der Weg zu ihrem Zelt ist ausgeschildert. „Die Zusammenarbeit mit der medizinische Hilfe wurde genauso intensiviert wie die Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr“, sagt Horst Müller-Zinsius. Von Unwetter bis Terror habe man diverse Szenarien durchgespielt und entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Das 17. Stadtwerkefest auf einen Blick

Vom 30. Juni bis zum 2. Juli laden die Stadtwerke Potsdam zum 17. Stadtwerke-Fest in den Neuen Lustgarten ein – der Eintritt ist frei.

Eröffnet wird das Stadtwerkefest traditionell am Freitag um 20 Uhr mit dem Klassik Open-Air. Unter dem Motto „Best of British“ präsentiert das Studio-Orchester der Universität der Künste Berlin unter der Leitung von Catherine Larsen-Maguire Stücke berühmter englischer Komponisten.

Topact ist am Samstag ab 22.15 Uhr Andreas Bourani („Auf uns“). Bereits um 20.15 Uhr sind Silly mit Frontfrau Anna Loos („Alles rot“), um 18.30 Uhr Juli („Geile Zeit“) und um 17 Uhr Namika („Lieblingsmensch“) zu erleben. Den Rock- und Popabend eröffnen um 16 Uhr John Apart, die Gewinner des Bandwettbewerbs „Potsdam on Stage“.

Das Familienfest findet wie immer am Sonntag ab 14 Uhr statt. Dann verwandelt sich der Neue Lustgarten in Potsdams größtes Kinderparadies mit Hüpfburgen, Wasserspielplatz und Stadtwerke-Erlebniswelt. Zu Gast ist dann unter anderem Ritter Rost. nf

Von Nadine Fabian

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