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Potsdam Anwohner-Kritik an Sanierung der Großbeerenstraße
Lokales Potsdam Anwohner-Kritik an Sanierung der Großbeerenstraße
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21:02 30.05.2018
Die Großbeerenstraße ist eine zentrale Achse in Babelsberg. Die Anwohner müssten bei Verbesserungen teilweise kräftig zahlen. Quelle: MAZ
Babelsberg

Verkehrte Welt? Normalerweise ist es ja so, dass eine sanierte Straße bei den Anwohnern und den Nutzern für Freude sorgen sollte. Plötzlich ist alles rundum schick, schön und mit allerlei Qualitätsverbesserungen im Straßenraum – neue Ampeln, neues Pflaster – versehen. Ein Grund für Glücksgefühle also. Oder eben nicht.

Dass die Aussicht auf eine Sanierung sogar für Unmut sorgen kann, zeigt das Beispiel der Anwohner der Großbeerenstraße in Babelsberg. Die sind wegen der Planungen für den Straßenabschnitt zwischen Walter-Klausch-Straße und Pestalozzistraße ziemlich auf der Palme, haben sogar eine Protest-Unterschriftensammlung gestartet. Am Dienstagabend machte Anwohner Jörg Naumann im Bauausschuss vor den Stadtverordneten und Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) seinem Ärger Luft – und konnte am Ende sich zumindest der Rückendeckung vieler Stadtverordneter sicher sein.

Aus Sicht der Anwohner eine Verschlechterung

Im Kern geht es um die Neu- und Umgestaltung des Teilabschnitts in der Großbeerenstraße sowie in der Kopernikusstraße und der Pestalozzistraße – einschließlich des Kreuzungsbereichs, der von diesen Straßen gebildet wird. Geplant ist zudem eine Querung mit Mittelinsel im Bereich des „Heidehauses“ an der Heidesiedlung; zudem eine Querung mit Ampel im Bereich Großbeerenstraße/Pestalozzistraße. Die Entwässerung soll komplett erneuert werden; ebenso sei der Neubau einer Straßenbeleuchtungsanlage erforderlich, heißt es in den Ausführungen der Verwaltung. Grüner soll die Straße außerdem werden. „Die Wiederherstellung der Allee in der Großbeerenstraße – hier vorrangig im südlichen Teilabschnitt – entsprechend des historischen Vorbildes ist als hohe qualitative und denkmalgerechte Aufwertung zu beurteilen“, heißt es.

Jörg Naumann sieht das Ganze deutlich skeptischer. Er referierte im Ausschuss, was sich „aus Sicht der Anwohner eher verschlechtert“: Stichwort Nummer eins: Parkplätze. Die würden von 29 auf 15 reduziert. Fatal in einem Umfeld, wo es wegen der Friedhofsbesucher, einem Hotel und einer Fahrschule ohnehin einen Ansturm auf die Stellplätze gibt. Ein weiterer Dorn im Auge ist Naumann, dass die ohnehin knapp bemessenen Radwege verschmälert werden sollen.

Anwohner werden zur Kasse gebeten

Den Ausbau des Knotens Pestalozzistraße kann er „nicht so recht nachvollziehen“ – immerhin handle es sich um eine untergeordnete Straße, die nicht offiziell als Unfallschwerpunkt eingestuft wird. Die existierende Beleuchtung an der Großbeerenstraße sei „super“. Und: Die als Maßnahme geplante Ampel gebe es schon, setzte Naumann leicht spöttisch hinzu. Auch bei der Entwässerung gebe es keinen Nachbesserungsbedarf. Kurzum: Kein Interesse. Noch dazu, wo die Anwohner kräftig zur Kasse gebeten werden sollen. Bei Privatgrundstücken müsse man 12,50 Euro pro Quadratmeter beisteuern; bei Geschäftsgrundstücken 16 Euro je Quadratmeter. Was Beiträge bis zu 60 000 Euro ergeben könne, so Naumann.

Bei den Stadtverordneten erntete er durchaus Zustimmung. Tenor der Wortmeldungen: Die Stadt schieße mit ihren Planungen übers Ziel hinaus. Einzelmaßnahmen – so die Meinung – seien zur Verbesserung der Situation durchaus ausreichend.

Verwaltung hält dagegen

Eine Ansicht, die die Verwaltung nicht teilt. So wird der Knoten Pestalozzistraße durchaus kritisch gesehen. Nur weil es noch kein Unfallschwerpunkt sei, bedeute das nicht, dass es nicht gefährlich ist. Und natürlich könne man die Fahrbahn so lange „runterrocken“, bis die Sanierung unumgänglich ist – allerdings dann möglicherweise ohne bereitstehende Fördergelder. Dennoch plädierte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann angesichts der Ablehnung für eine Nachdenkpause. Für die Ausschussmitglieder liegt auf der Hand, dass die Verwaltung nun über andere Lösungen nachdenken muss.

Von Ildiko Röd

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