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Potsdam Anwohner wegen „Profikamera“ aus Volkspark geworfen
Lokales Potsdam Anwohner wegen „Profikamera“ aus Volkspark geworfen
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01:16 15.07.2018
Fotografie mit Anspruch ist auch im Volkspark erlaubt, sofern die Aufnahmen privaten Zwecken dienen Quelle: Foto: Bungert
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Bornstedt

Peter Frenkel ist ein Mann mit eindrucksvoller Vita. Als junger Mann wurde der Potsdamer 1972 Olympiasieger im Gehen und über Jahrzehnte dokumentierte er sportliche Erfolge anderer als Sportfotograf. Heute nimmt es der 79-Jährige eher beschaulich, beschränkt das Gehen aufs Spazieren, hat aber meist die Kamera dabei. Frenkel ist Anwohner am Potsdamer Volkspark. Er besitzt eine Jahreskarte und geht gerne in den Park – meist auch mit seiner Spiegelreflexkamera, einem professionellen Modell. Das wurde ihm am vergangenen Sonntag zum Verhängnis.

„Ich fand den Rausschmiss unverschämt“

Da wurde er von einem Mitarbeiter des Wachschutzes im Volkspark auf seine „Profikamera“ angesprochen. „Er hielt mich an und sagte, ich dürfe hier nicht fotografieren, weil ich eine professionelle Kamera hätte. Er sagte: Verlassen Sie den Park“, erzählt Peter Frenkel das geschehen. Erst wollte der 79-Jährige noch diskutieren, dass seine Fotos Privatsache seien, doch überlegte er es sich anders.

„Ich fand den Rausschmiss unverschämt, aber mein Interesse an Fotos war durch diese Begegnung eh erschöpft“, sagt Frenkel. Dem Wachmann hält er zugute: „Er war wahrscheinlich unvollständig informiert.“

Peter Frenkel ist ein gestandener Sportfotograf, der auch schon mit Ausstellungen gewürdigt wurde und sich in das Goldene Buch der Stadt Potsdam eintragen durfte. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Entwicklungsträger klärt den Vorfall noch

Wieder daheim schreibt er den Vorfall auf seinem Facebook-Profil nieder, wo der Stadtverordnete Peter Schultheiß von der SPD-Fraktion ihn liest und sofort eine Anfrage an die Stadt richtet. „Dürfen die Besucher des Volksparks keine Fotoapparate, vielleicht auch nur höherwertige, mitführen?“, fragt er darin und ob es tatsächlich ein Fotografierverbot im Volkspark gebe.

Beim Entwicklungsträger Bornstedter Feld ist man noch dabei die Geschehnisse vom Sonntag zu klären „Das Gespräch mit dem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstleisters hat noch nicht stattgefunden. Im Dienstprotokoll wird der Vorfall nicht erwähnt, sagt Sprecherin Jessica Beulshausen auf MAZ-Anfrage. Deshalb könne der Fall noch nicht bewertet werden. „Wenn jemand fälschlicherweise des Parkes verwiesen wurde, werden wir uns entschuldigen“, so Beulshausen.

Parkordnung regelt nur gewerbliche Aufnahmen

Was das Fotografieren angeht, verweist sie auf die Parkordnung. Darin steht: „Das Filmen und Fotografieren für gewerbliche Zwecke bedarf grundsätzlich der Genehmigung durch die Entwicklungsträger Bornstedter Feld GmbH.“ Private Aufnahmen, wie sie Peter Frenkel macht, sind von dieser Regelung nicht betroffen. „Ich fotografiere noch nicht einmal Menschen, sondern die Pflanzen und habe diese Bilder auch nicht veröffentlicht“, sagt er.

Frenkel hat den Vorfall vom Sonntag bereits verziehen

Der Vorfall mit dem Wachmann ist für ihn nicht die erste solche Erfahrung. „Nicht nur der Wachmann, die Menschen insgesamt werden durch die Datenschutz-Debatte verrückt. Ich werde jeden Tag wegen meiner Kamera angesprochen.“ Den Vorfall vom Sonntag hat er mittlerweile verziehen. „Ich schätze die Menschen, die im Park für Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Aber jeder muss wissen: Man fotografiert mit dem Kopf und nicht mit einer Kamera.“

Fotografieren im öffentlichen Raum

Für private Fotografie gelten in Deutschland wenige Einschränkungen. Auf der Straße herrscht „Panoramafreiheit“, wonach Gebäude von öffentlichen Wegen aus abgelichtet und die Bilder auch veröffentlicht werden dürfen. Bei Personen muss deren Einverständnis eingeholt werden. Hier wirkt auch die neue Datenschutz-Grundverordnung.

Welche Konsequenzen die strenge Regelung beim Fotografieren von Menschen für künstlerische Fotos hat -etwa im Bereich Street-Photography – ist noch unklar. Das Kunsturhebergesetz könnte in diesem Bereich Ausnahmen für Fotografen schaffen.

Für die gewerbliche Nutzung von Fotos, die nicht auf der Straße entstanden sind, muss der Eigentümer des Grund und Bodens sein Einverständnis geben. Das gilt auch für Parks in öffentlicher Hand. Die Schlösserstiftung bekam vom Bundesgerichtshof 2013 Recht – ein Fotoband vom Park Sanssouci beispielsweise ist nur mit Genehmigung möglich. Und die Eigentümer können sich die Erlaubnis bezahlen lassen.

Von Peter Degener

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