Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Arbeit der Hebammen muss aufgewertet werden
Lokales Potsdam Arbeit der Hebammen muss aufgewertet werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:59 07.03.2018
Der MAZ-Talk „Abenteuer Schwangerschaft“ in der Wissenschaftsetage des Potsdamer Bildungsforums. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Hebammen leisten eine unschätzbare Arbeit vor, während und nach der Geburt. Doch der Berufsstand steckt in Schwierigkeiten. Werdende Eltern wiederum finden immer schwerer eine Hebamme, die ihnen Beistand von der Schwangerschaft bis zum Wochenbett leistet.

Beim MAZ-Talk „Abenteuer Schwangerschaft“ am Dienstagabend im Potsdamer Bildungsforum kamen sowohl Eltern als auch Hebammen zu Wort und konnten sich mit den Podiumsgästen – zwei Ärzte, eine Politikerin und eine vierfache Mutter – austauschen.

Auf dem Podium der MAZ: Die Potsdamer Frauenärztin Karolin Fahlke, der Chef der Geburtshilfe des Bergmann-Klinikums, Bernd Köhler, die Stahnsdorfer Hebamme Katrin Schumann, die Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher (Grüne), sowie die Caputher Journalistin und vierfache Mutter Meike Jänike. Es moderierte Henry Lohmar, stellvertretender Chefredakteur.

Im Publikum fanden sich Mütter, Schwangere, erfahrene und junge Hebammen, sowie einzelne Väter. Zur Sprache kamen dabei Ängste, die das Internet hervorruft, die Fragen der Hebammenversorgung im Land Brandenburg, Kaiserschnitt-Quoten und wozu Geburtsvorbereitungskurse dienen.

Es diskutierten im Bildungsforum (v.l.): Bernd Köhler, Chefarzt der Geburtsstation des Bergmann-Klinikums, die Ärztin und Landtagsabgeordnete Ursula Nonnemacher (Grüne), Henry Lohmar, Moderator und stellvertretender Chefredakteur der MAZ, Frauenärztin Karolin Fahlke, Hebamme Katrin Schumann und Meike Jänike, die Mutter von vier Kindern ist. Quelle: Bernd Gartenschläger

Hebammenkunde wird bis 2020 ein Studiengang

Eine Aufwertung des Hebammenberufs müsse her – da waren sich alle Beteiligten einig. Denn rechtliche Unsicherheiten und teure Berufsversicherungen, sowie ein hoher, schwer kalkulierbarer zeitlicher Aufwand lassen den Beruf der Geburtshelferinnen derzeit wenig verlockend erscheinen. Die von der EU geforderte Akademisierung, die aus der fachschulischen Ausbildung bis 2020 einen Studiengang machen soll, wurde deshalb vom Podium begrüßt.

Justine Schultz studiert bereits heute Hebammenkunde in Berlin und sieht im Studiengang zahlreiche Vorteile. „Es geht bei meiner Arbeit nicht nur um ein gutes Gefühl. Alles, was ich für die Mutter tue, hat einen wissenschaftlichen Hintergrund. Damit kann ich als Hebamme auch besser gegenüber Ärzten argumentieren“, sagt die junge Potsdamerin.

MAZ-Gesundheitswochen

Die MAZ startet im März 2018 mit den Aktionswochen „Fit & gesund“ in den Frühling. Zwei Wochen lang berichten wir täglich über Gesundheitsthemen und laden Sie an vielen Orten Brandenburgs zum Fitness ein.

Über 2000 Kinder hat Hebamme Katrin Schumann zur Welt gebracht

Über 2000 Kinder hat Hebamme Katrin Schumann auf die Welt gebracht. Auf Bernd Köhlers Geburtsstation im Bergmann-Klinikum werden jedes Jahr so viele Kinder geboren. Die Hebamme musste seit der Einladung zum Podium schon 17 Schwangeren absagen, sie hat erst im September wieder Kapazitäten. Köhler hat ein ähnliches Problem – er sucht dringend Geburtshelferinnen.

Politikerin Nonnemacher, die selbst Ärztin ist, stellte dazu fest, dass sich seit der Geburt ihrer eigenen Kinder und den Erzählungen heutiger Mütter, eines nicht verändert hat: „Die Hebammen sind in großem Stress. Ich habe sie damals selbst im Kreißsaal kaum gesehen.“ Dabei gehöre der Beistand in dieser Phase zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben.

Der erste hebammengeleitete Kreißsaal im Land

Köhler relativierte diesen Eindruck. Jeden Tag seien neun Hebammen auf seiner Station, um sechs Geburten zu betreuen. „Die Hebamme wird trotzdem nicht immer da sein“, sagte Köhler, versprach für die Zukunft aber eine zusätzliche Kraft in den Nächten und kündigte den ersten allein von Hebammen geleiteten Kreißsaal in Brandenburg an

„Alle meine Geburten waren tolle Erlebnisse“

Ein gewichtiges Wort in der Sache sprechen auch die eigentlichen Hauptpersonen – Schwangere und Mütter. Meike Jänike hat vier Kinder zur Welt gebracht, darunter Zwillinge, die viele Wochen zu früh auf die Welt kamen. „Die komplikationslose Geburt sollte nicht idealisiert werden. Alle meine drei Geburten waren dank der Hebammen und Ärzte tolle Erlebnisse“, sagte Jänike.

Eine besondere Beobachtung über werdende Mütter formulierte Katrin Schumann: „Frauen machen sich ohne Grund zu Patientinnen. Es fehlt ihnen an Grundvertrauen in sich selbst“, resümiert sie ihre Erfahrung. Frauenärztin Fahlke stimmte zu: „Viele informieren sich umfassend im Internet, wo aber auch viel Falsches steht. Mütter sollten mit ihren Fragen lieber zu ihren Ärztinnen gehen.“ Auch Bernd Köhler kann die Verunsicherung junger Mütter nachvollziehen, warb aber um Vertrauen: „Es war noch nie so sicher schwanger zu sein, wie heutzutage“, sagte der Chefarzt.

Von Peter Degener

Ab 2019 soll das Stadion am Luftschiffhafen saniert werden. Dort spielen beispielsweise die Erstliga-Footballer der Potsdam Royals. Turbine Potsdam trainiert dort. 2006 trainierte WM-Teilnehmer Ukraine im Stadion. Die Finanzierung soll am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung mit der Zustimmung zum Haushalt beschlossen werden.

09.03.2018

Schlechte Nachrichten für Eislauf-Freunde, gute Nachrichten für saunafreudige Frauen und kreative Jugendliche sowie für Opernfans in Potsdam. Eine prima Nachricht gibt es für alle Potsdamer, die an der jüngeren Geschichte interessiert sind.

06.03.2018

Carla Maria Heinze ist Krimiautorin. In ihren Büchern nimmt sie Bezug auf Brandenburg. Ihr dritter Krimi um die Ermittler – Mutter und Sohn – spielt in Potsdam, denn nach der Explosion einer Weltkriegsbombe gibt es nicht nur unmittelbar, sondern auch danach Tote. Eine heiße Spur führt in die Vergangenheit. Die Buchpremiere findet Dienstag in Potsdam statt.

06.03.2018