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Potsdam Potsdams Arbeitgeber sind fußballfreundlich
Lokales Potsdam Potsdams Arbeitgeber sind fußballfreundlich
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19:18 26.06.2018
Deutschlandspiel während der Arbeitszeit? Für viele Arbeitgeber in Potsdam kein Problem. Quelle: dpa
Potsdam

Um 16 Uhr ist Anpfiff im WM-Spiel Deutschland gegen Südkorea. Keine gute Zeit für Arbeitnehmer in Potsdam. Denn während es für die Weltmeister um alles geht, sitzen viele Angestellte noch im Büro, auf der Baustelle oder im Auto. Wer Glück hat, kann dennoch mitfiebern. Denn einige Arbeitgeber reagieren mitarbeiter- und fußballfreundlich auf die ungewohnte Anpfiffuhrzeit.

Das Rathaus ist fußballbegeistert

Im Rathaus der Landeshauptstadt herrscht seit zwei Wochen WM-Fieber. Eine Vielzahl der Mitarbeiter aus allen Bereichen beteiligt sich am Tippspiel, das Oberbürgermeister Jann Jakobs derzeit anführt. „Wer Fußball gucken möchte, muss das aber auch bei uns außerhalb der Arbeitszeiten tun“, sagt Pressesprecher Stefan Schulz auf MAZ-Nachfrage.

Dank Gleitzeit werden zumindest die Rathausmitarbeiter, die es unbedingt wollen, auch am Mittwochnachmittag das Spiel der deutschen Nationalmannschaft beim Public Viewing oder vor dem heimischen Fernseher verfolgen können.

Dienst nach Vorschrift bei Polizei und Feuerwehr – aber mit Fernseher

Weniger Glück haben die Beamten der Polizei und die Mitarbeiter bei Feuerwehr und Rettungsdienst. „Da sind wir die Leidtragenden und müssen genauso wie an Weihnachten und anderen Feiertagen auch arbeiten“, erklärt ein Polizeisprecher, „die öffentliche Sicherheit und Ordnung können wir schließlich nicht einfach so abschalten während einer WM.“

In der zentralen Leitstelle der Brandenburger Polizei in Potsdam wird nicht Fußball geschaut. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung geht vor. Quelle: Julian Stähle

Ganz vorbei gehen wird das deutsche WM-Spiel aber auch an Polizisten, Feuerwehrleuten und Sanitätern nicht. „In der Einsatzzentrale laufen im Fernseher rund um die Uhr Nachrichten“, so der Sprecher. Im Einsatzwagen wird Radio gehört und auf den Handys werden die Tore wohl per Push-Nachricht mitgeteilt.

Flexibel dank Gleitzeit

Mehr Glück haben die Mitarbeiter der Potsdamer Agentur für Arbeit, die im Horstweg ihren Sitz hat und im gesamten Land mehr als 1000 Menschen beschäftigt. „Das Spiel ab 16 Uhr fällt nicht mehr in unsere Service-Zeiten“, berichtet Pressesprecherin Isabel Wolling. Sollte doch mal ein Deutschlandspiel während der Öffnungszeiten stattfinden, werde im Einzelfall entschieden, ob beispielsweise über das Radio mitgefiebert werden darf oder sogar eine Live-Übertragung gezeigt wird. „Unsere Kollegen sind dank Gleitzeit aber ohnehin sehr flexibel“, sagt Wolling.

Die Gesetzeslage

Das Spiel im Büro schauen oder im Radio zu hören, ist nur erlaubt, wenn der Arbeitgeber es ausdrücklich gestattet. Selbst ein Live-Stream in einem kleinen Fenster auf dem Display lenkt vom Arbeiten ab. Die Regel einzuhalten, hat man sich als Mitarbeiter vertraglich verpflichtet.

Ein möglicher Ausweg ist der Live-Ticker in Textform: Ist das private Surfen auf der Arbeit erlaubt, spricht vermutlich nichts gegen den gelegentlichen Klick auf „Aktualisieren" – wenn es die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt.

Ähnlich wird der Fußball-Fall auch bei anderen Arbeitgebern in der Landeshauptstadt gehandhabt. Die Handwerkskammer Potsdam beispielsweise teilte mit, dass das Spiel zwar in den Kernarbeitszeiten stattfindet. „Deshalb kann jeder Mitarbeiter seine Prioritäten selbst setzen“, erklärt eine Sprecherin. Eine Möglichkeit wäre es, Überstunden abzubummeln oder entsprechend früher mit der Arbeit zu beginnen.

„Gemeinsam das Deutschlandspiel zu gucken, ist bei uns bisher nicht geplant“, sagt Andrea Benke, Sprecherin des Oberlinhauses. In der Einrichtung sei man schlichtweg nicht auf die Idee gekommen, weil die deutschen Spiele am Wochenende stattfanden. „Die Initiative finde ich schön“, sagt Benke, „vielleicht können wir das künftig einführen.“

Politiker im Landtag dürfen nicht Fußball gucken

Pech haben am Mittwoch die Politiker. Das Parlamentspräsidium des Brandenburger Landtags hat einen Antrag der CDU auf eine zweistündige Sitzungsunterbrechung ab 16 Uhr abgelehnt. Die Fraktion wollte argumentieren, dass sich die Abgeordneten in dieser Zeit nicht auf die Themen im Plenum konzentrieren würden. Doch auch für gewählten Volksvertreter gilt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also wird im Potsdamer Landtag ab 16 Uhr über Bestattungsvorschriften und Ausbildungsförderung diskutiert.

Von Victoria Barnack

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