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Potsdam Arbeitsagentur informiert Flüchtlinge
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00:32 08.08.2015
Qualifiziert und motiviert: Lina Al Shibabi und Asma Sakhravi bei der Informationsveranstaltung im Staudenhof.   Quelle: Jacqueline Schulz
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Potsdam

 Die Landeshauptstadt bemüht sich weiter, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Zuletzt wurde bereits die Vorrangprüfung für Einstiegsqualifikationen abgeschafft, wonach deutsche Bewerber für berufsvorbereitende Praktika nicht mehr automatisch den Vorzug erhalten. Nun geht die Agentur für Arbeit noch einen Schritt weiter und führt Informationsveranstaltungen für arbeitsuchende Flüchtlinge an deren Wohnstätten, also in Heimen und Wohnverbünden, durch.

„Wir erhoffen uns motivierte und qualifizierte Bewerber für die vielen leerstehenden Stellen“, sagt Tanya Röder vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit. Sie hat den Überblick über die Bereiche, in denen besonders viele Stellen unbesetzt sind: Dienstleistung, Pflege und Handwerk. „Wir wollen die Bewerber in eine dauerhafte Beschäftigung bringen“ sagt Röder. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Andreas Kellner stellt sie den Flüchtlingen die verschiedenen Wege ins Berufsleben vor. Einstiegsqualifizierung, Ausbildung oder direkter Berufseinstieg – grundsätzlich ist alles möglich, wenn die richtigen Voraussetzungen erfüllt sind. „Sie müssen die deutsche Sprache lernen“, schärft Andreas Kellner den Flüchtlingen ein, „das öffnet Ihnen Türen, die Sie im Moment noch gar nicht sehen können.“

Nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland dürfen Asylbewerber arbeiten, wenn sie eine Arbeitserlaubnis haben.

Zwischen dem 4. und dem 15. Monat gilt die Vorrangsprüfung. das heißt, dass deutsche Bewerber auf die selbe Stelle Flüchtlingen gegenüber Vorrang haben.

Für sogenannte Einstiegsqualifikationen, zum Beispiel berufsvorbereitende Praktika, hat die Region Potsdam die Vorrangprüfung abgeschafft.

Nach vier Jahren in Deutschland dürfen Asylbewerber normalerweise arbeiten, auch wenn ihr Asylverfahren noch läuft.

Ein Aufenthaltsstatus bringt automatisch auch eine Arbeitserlaubnis mit sich - egal, wie lange der Flüchtling schon in Deutschland lebt.

Um arbeiten zu dürfen, müssen die potenziellen Bewerber seit mindestens drei Monaten in Deutschland leben. Zudem ist eine Arbeitserlaubnis wichtig. Flüchtlinge mit einem anerkannten Aufenthaltsstatus haben diese automatisch. Doch auch, wer noch auf die Bearbeitung seines Asylverfahrens wartet, ist nicht vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen: „Die Wahrscheinlichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, ist in den Bereichen, in denen sowieso händeringend Bewerber gesucht werden, sehr hoch“, erklärt Tanya Röder. Sie appelliert daher auch an die Arbeitgeber, offene Stellen an die Agentur für Arbeit zu melden.

Da unter den 20 Zuhörern vor allem junge Menschen sind, beleuchten die Vertreter der Agentur für Arbeit besonders die Möglichkeit, in Deutschland eine Ausbildung zu machen. „Als Fachkraft haben Sie viel höhere Chancen auf durchgehende Beschäftigung“, erklärt Thomas Kellner. Er betont, dass sich die Flüchtlinge im Berufsinformationszentrum beraten lassen können: „Ob bei der Jobsuche, beim Schreiben von Bewerbungen oder bei der Anerkennung von Zeugnissen. Wir beraten jeden Einzelnen.“

Lina Al Shibabi hört sich alles ganz genau an. An manchen Stellen muss die Sozialarbeiterin Jala El Jazairi noch ins Arabische übersetzen, doch obwohl sie erst seit drei Monaten in Deutschland lebt, spricht Lina Al Shibabi schon passabel Deutsch. „Ich komme aus Syrien“, erzählt die 29-jährige, „dort habe ich für eine Fluggesellschaft gearbeitet, ich gehörte zum Bodenpersonal.“ Auch Asma Sakhravi ist hoch qualifiziert. „Ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem Iran“, erzählt sie, „Ich habe dort ein Ingenieurstudium abgeschlossen.“ Für beide ist klar, dass sie so schnell wie möglich in ihrer neuen Heimat arbeiten wollen.

Jean Marce Banoho findet das gut. Er kam selbst als Student aus Kamerun nach Deutschland, mittlerweile ist er Sozialarbeiter und leitet den Wohnverbund Staudenhof in der Innenstadt. „Ich bin sehr froh, diese Veranstaltung hier zu haben,“ sagt er. „Arbeitsmöglichkeiten sind ein essenzieller Bestandteil der Integration. Wenn Flüchtlinge arbeiten, ist ihnen und der Gesellschaft geholfen.“

Von Saskia Popp

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