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Potsdam Finderlohn für 5000 Jahre altes Steinbeil
Lokales Potsdam Finderlohn für 5000 Jahre altes Steinbeil
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19:03 20.11.2018
Dr. Christof Krauskopf stellt sich den Fragen der beiden Finder Franz Käufler (Links) und Henry Eisold (rechts). Quelle: Jan Russezki
Potsdam

Einen Schatz übergaben zwei Schüler der Montessori-Oberschule am Schlänitzsee in Potsdam am Dienstag der Landesdenkmalpflege. Die beiden Siebt- und Achtklässler hatten ein etwa 5000 Jahre altes Steinbeil gefunden, als sie vorige Woche ein Blumenbeet auf dem Schulgelände anlegten. Es sieht zwar aus wie ein glatter Stein, aber es ist die Schneide einer Axt. Dafür bekam ihre Schule nun Besuch von Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BDLAM), der auch einen Finderlohn mitbrachte.

„Das erlebt man vielleicht nur einmal im Leben“, sagt Ulrike Kegler, Schuldirektorin der Montessori-Oberschule. Ihr Konzept ist aufgegangen. Die Schüler sollten in der Praxis etwas Außergewöhnliches erleben und deswegen ein Blumenbeet im Ortsteil Grube anlegen. In dem Areal gab es bereits archäologische Funde, etwa Keramikscherben. „Eigentlich hatten wir schon keine Lust mehr zu graben“, erzählt der 14-jährige Franz Anton Käufler. „Aber dann sind wir auf diesen Stein gestoßen“, ergänzt der zwölfjährige Henry Mika Eisold. Sie haben sich 40 Zentimeter tief durch unterschiedlich farbige Schichten gegraben. Aus einer schwarzen Schicht fiel dann der ebenso schwarze Stein.

Ein 5000 Jahre altes Steinbeil aus der Jungsteinzeit. Der Schaft der Axt ist nicht erhalten geblieben. Quelle: Landeshauptstadt Potsdam/Jan Trenner

Dass es kein normaler schwarzer Stein war, sah Henry sofort: „Der Stein war vorne an der Spitze ganz rau und hatte eine komische Form“, sagt er. Bei der Übergabe des Steinbeils bestätigt Christof Krauskopf, Sprecher des BDLAM, dass es sich um einen Sensationsfund handelt: „Das Schöne an diesem Stück ist, dass er so frisch geschnitten aussieht, dass er nach dem letzten Schliff nicht mehr viel verwendet wurde“, sagt er. Nur zwei ähnliche Steine hat das Archäologische Landesfundmagazin in seiner Sammlung, die mit allen Scherben acht Millionen Stücke umfasst. Dort wird der Stein nun begutachtet und verwahrt, bis er vielleicht in einer Ausstellung oder bei einem Steinzeit-Forscher landet.

Etwa 5000 Jahre alt

Vermutlich wurde das nigelnagelneue alte Steinbeil etwa 2000 bis 3000 Jahre vor Christus verloren. „Es muss in der Nähe ein Jagdlager oder ein Gehöft gegeben haben“, sagt Krauskopf. Die Gegend gelte als jungsteinzeitliche Vorgänger-Siedlung Potsdams. Dort hätten vielleicht nur einige Tausend Neandertaler gelebt, sagt er. Das sei schwer zu schätzen. Zum Vergleich: Heute hat Potsdam etwa 170.000 Bewohner.

Archäologen der Zukunft: Franz Anton Käufler (Links) und Henry Mika Eisold (rechts) Quelle: Jan Russezki

Gesetzlich ist jeder dazu verpflichtet solche Funde beim BDLAM zu melden. Die beiden Jungs überraschten aber in ihrer Professionalität. Nicht nur, dass sie mit ihrer Lehrerin den Fund als solchen erkannten, „es waren sogar GPS-Koordinaten und Fotos der Fundsituation dabei – wir konnten den Fundort gleich feststellen“, lobt Jan Trenner, der städtischen Archäologen des BDLAM.

Finderlohn gab es natürlich auch. Die Jungs erhielten 100 Euro und einige Archäologie-Bücher aus dem Museumsbestand. „Es war toll, das zu finden. Wir waren ganz aufgeregt und haben gar nicht daran gedacht den Stein zu behalten“, sagt Henry. Aber schon vor dem Fund wären sie gerne Archäologen geworden. „Geschichte ist so ein spannendes Fach. Ich habe viele CDs gehört und im Urlaub Archäologisches gesehen, das ich spannend fand“, sagt Franz. Mit dem Fund ist der erste Schritt zum Traumberuf schon mal getan.

Von Jan Russezki

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