Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Aufnahmestopp in der Arche
Lokales Potsdam Aufnahmestopp in der Arche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:17 04.03.2019
Ein Brief von einen Kind für die Arche: „Liebe Arche, du bist so groß! Du hast viel Spaß in dir drin. Darum mag ich dich. Danke, dass du gebaut wurdest.“ Quelle: Nadine Fabian
Drewitz

Die Arche in Drewitz stößt an ihre Grenzen. Erstmals hat die christliche Einrichtung, in der sich Experten und Ehrenamtliche um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmern, einen Aufnahmestopp aussprechen müssen. „Das tut uns weh, denn das wollen wir nicht, aber wir haben gerade zu viele Anfragen“, sagt Arche-Leiter Christoph Olschewski. Er gehe nicht davon aus, dass sich der Ansturm in absehbarer Zeit legt, denn schon länger beobachten er und seine Kolleginnen und Kollegen, dass immer mehr Familien Hilfe benötigen. Die Nachfrage steige vor allem bei Migranten und im Mittelstand.

„Es muss etwas passieren, denn diese Kinder brauchen jetzt Hilfe“

Seit zehn Jahren engagiert sich die Arche in Potsdam. Was mit einem kostenlosen Mittagstisch in der Grundschule „Am Priesterweg“ (heute Stadtteilschule) begann, ist nun ein offenes Haus, in dem Kinder und Teenager spielen und Spaß haben können, in dem sie gefördert und unterstützt werden, Aufmerksamkeit und Zuwendung erfahren. Domizil der Arche ist ein ehemaliger Getränkemarkt mit kleinem Vorplatz in der Oskar-Meßter-Straße. „Wir müssen dringend ausbauen“, sagt Christoph Olschewski. „Die Kinder rennen uns gerade die Bude ein. Wir haben alle auf die Warteliste gesetzt und bis Ostern vertröstet. Ich denke, wir werden vielen zusagen, weil wir gar nicht anders können. Aber es muss etwas passieren, denn diese Kinder brauchen jetzt Hilfe und jetzt haben wir die Chance, ihnen diese Hilfe zu geben.“

Auch immer mehr Kinder aus dem Mittelstand kommen zur Arche

Viele verschiedene Kulturen gehen in der Arche ein und aus – Kinder aus Osteuropa, aus Afrika und dem arabischen Raum. „Dabei ist das Verhältnis inzwischen 40 Prozent Ur-Drewitz, 60 Prozent die Welt“, so Olschewski. „Vor allem der Bedarf der anderen Kulturen steigt. Aber auch immer mehr Kinder aus dem Mittelstand kommen zu uns, denn es gibt viele Eltern, die voll arbeiten gehen, aber von ihrem Einkommen trotzdem kaum leben können – sie haben knapp zu viel für staatliche Unterstützung und ansonsten zu wenig für alles andere.“

Die Angebote für Jugendliche sollen auch ausgebaut werden

Mehr als 90 Kinder über den Tag verteilt besuchen inzwischen die Arche. „Um diesen Kindern angemessen begegnen zu können, braucht es weitere finanzielle Mittel“, sagt Olschweski. Außerdem: „Unsere Jugendlichen können nur vereinzelte Zeitfenster in der Arche nutzen. Durch weitere Mittel könnten wir diese Fenster ausbauen.“ Natürlich habe man weitere Wünsche: „Der Bedarf ist in Potsdam einfach gegeben. Aber zuallererst möchten wir unseren Standort in Drewitz angemessen stabil ausbauen. Da sind wir für jede Idee und praktische Hilfe dankbar.“

3500 Kinder in Potsdam leben in Hartz-IV-Haushalten

Wie viele Kinder in Potsdam von Armut betroffen sind, ist schwer zu ermitteln. Hierzulande gilt als arm, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen mittleren Einkommens monatlich zur Verfügung hat. Dies trifft für Familien zu, die Hartz IV beziehen – in Potsdam leben rund 3500 Kinder in Hartz-IV-Hausalten. Die in Potsdam aktiven sozialen Träger gehen indes von weitaus mehr Kindern aus, die unter oder an der Armutsgrenze leben.

Seit zehn Jahren für Kinder und Teenies da

Das Kinderprojekt „Die Arche“ hat 1995 in Berlin auf Initiative von Pastor Bernd Siggelkow mit seiner Arbeit begonnen. Inzwischen ist die Arche an mehr als 20 Standorten in Deutschland aktiv und erreicht 4000 Kinder und Jugendliche. Auch in der Schweiz und Polen engagiert sich die Arche.

Nach Potsdam kam die Arche im Jahr 2008. In Drewitz haben die Mitarbeiter anfangs Mädchen und Jungen in der Grundschule am Priesterweg bei den Hausaufgaben geholfen und mit einem kostenlosen Mittagessen versorgt. Im Herbst 2009 bezog die Arche auf dem Nachbargrundstück der Schule ein eigenes Domizil.

Die Angebote der Arche richten sich an Kinder der 1. bis 6. Klasse und an Jugendliche ab Klasse 7. Auch Eltern sind ausdrücklich willkommen.

Günther Jauch ist seit Beginn an treuer Unterstützer der Arche-Drewitz. nf

Von Nadine Fabian

Ein Arbeitstag, der Mitternacht beginnt, ist für die meisten Menschen nichts, doch frische Brötchen morgens um sechs wollen viele haben. Die MAZ besuchte eine Bäckerei, die 350 Tage im Jahr bäckt.

05.03.2019
Potsdam Streit um freie Ufer in Potsdam - Groß Glienicker fordern Ufer-Beauftragten

Jeder Quadratmeter in Ufernähe ist in der Landeshauptstadt Potsdam hart umkämpft. Der Verein „Freies Groß Glienicker Seeufer“ fordert nun, dass der Oberbürgermeister wieder einen Koordinator benennt, der im Streit um freie Uferwege und Ufergrundstücke den Hut aufhat.

03.03.2019

Die närrische Jahreszeit steht kurz vor ihrem Ende. Doch am Wochenende ging es bei den Karnevalclubs nochmal hoch her.

03.03.2019