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Architekt Jörg Kairies hat das Design des neuen MAZ-Media-Stores kreiert

Eröffnung am Sonnabend Architekt Jörg Kairies hat das Design des neuen MAZ-Media-Stores kreiert

Außen Barock, innen Nobel-Raumschiff. Der MAZ-Media-Store, der am Sonnabend öffnet, ist ein Hingucker. Dazu hat ihn Architekt Jörg Kairies gemacht.

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Jörg Kairies schaute am Dienstag im werdenden MAZ-Media-Store vorbei.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. MAZ: Hannover, Aachen, Leipzig, Oldenburg . . . Sie haben bereits einige Madsack-Media-Stores eingerichtet. Ist Potsdam da überhaupt noch eine Herausforderung?
 Jörg Kairies: Natürlich gibt’s Erfahrungen und der Umgang wird routinierter. Aber jeder Shop ist auch anders. Wir planen jedes Mal mit anderen Inhalten, die jeweils gut abgebildet sein wollen. Während Leipzig ein reiner Media Store ist, wird in Potsdam die MAZ-Ticketeria mit einziehen. In Stadthagen ist es der Hannover-96-Shop, in Oldenburg ein regionaler Telekommunikationsanbieter. Auch die Ausgangssituation ist immer verschieden: Mal sind wir Teil eines Ganzen und müssen uns einfügen, mal haben wir allein die Hoheit über Gebäude und Flächen. Es wird nie langweilig.
 
 Wieviel Zeit hatten Sie für den MAZ-Media-Store?
 Kairies: Ich war im August 2012 zum ersten Mal hier. Es hat dann aber einige Monate gedauert, bis alle Vereinbarungen zwischen dem Hauseigentümer und der Geschäftsführung perfekt waren. Offiziell ging es im Januar los – insofern hatten wir wenig Zeit. Wir denken ja immer vom Eröffnungstermin aus rückwärts und es gibt eine Menge Arbeiten, die wir beim besten Willen nicht beschleunigen können. Man braucht zum Beispiel eine gute Woche Vorlauf, um alles einzurichten und letzte Restarbeiten zu erledigen. Im Zeitfenster davor werden Böden und Leitungen verlegt, Wände verputzt und gestrichen. So erfolgen alle Arbeiten einer logischen Abfolge, die relativ feststeht.
 
 Wie würden Sie den typischen Madsack-Media-Store beschreiben?
 Kairies: Es gibt prägende Grundelemente wie den Fußbodenbelag, die LED-Lichtbänder und die Möbel, die von uns entworfen wurden und die exklusiv für uns angefertigt werden. Die Möbel haben eine dynamische, fließende Form – nichts Eckiges. Über die Möbel wollen wir den Workflow abbilden: Der Kunde betritt den Shop und wird empfangen; wer schon weiß, was er will, wird direkt zu den Produkten gelenkt, wer noch unschlüssig ist, zur Beratung; am Ende geht’s zum Bezahlen. Bei allem ist uns wichtig, dass die Produkte im Vordergrund stehen und nicht vom schicken Umfeld überstrahlt werden. Allerdings sollten die Möbel auch keine hässlichen Entlein sein, die erst wirken, wenn die Produkte darauf platziert sind.
 
 Durfte das Potsdamer Media-Store-Team mitgestalten?
 Kairies: Wir sitzen nicht so hoch auf dem Ross, dass wir sagen: Ihr bekommt das und das und das und müsst es hinnehmen. Dennoch ist der Spielraum klein – aber den nutzen wir. Wir waren und sind sehr intensiv im Gespräch miteinander. Das Media-Store-Team wird hier arbeiten und hier viele Stunden am Tag verbringen. Die Mitarbeiter wissen am besten, wie bestimmte Dinge funktionieren müssen. Und man muss sich hier ja auch wohl fühlen können.
 
 Es wirkt hier alles sehr rein, modern, beinahe spaceig – wie passt das zum pompösen, barocken Umfeld?
 Kairies: Das passt sehr gut, denn man sollte den Media Store und dieses denkmalgeschützte Haus, die barocken Nachbarn und das Holländische Viertel als Gegensätze betrachten, die sich gegenseitig aufwerten. Als einen Kontrast, der sehr spannend ist.
 
 Sie sind Architekt, was verbinden Sie mit der Weltkulturerbe-Stadt Potsdam?
 Kairies: Ehrlich gestanden kannte ich Potsdam bisher nur vom Durchfahren und die Baustelle lässt bisher auch nicht viel Gelegenheit, die Stadt zu erkunden. Ich war noch nicht in Sanssouci und ich habe mir auch das wieder errichtete Stadtschloss noch nicht näher angesehen. Ich kenne jetzt hauptsächlich das Viertel, in dem der Media Store eröffnet – und ich finde es sehr charmant. Die Menschen, die sich hier bewegen und leben, haben einen gewissen Anspruch. Sie sind individuell, schauen aber über den Horizont hinaus – vor allem sind sie dabei nicht zu mondän. Auch viele Touristen kommen vorbei. Der Media Store ist hier sehr gut aufgehoben.
 
In der Stadt werden viele historische Gebäude saniert und sogar wieder aufgebaut, wo würden Sie gern einmal Hand anlegen?
 Kairies: Als neulich an einem der Holländerhäuser gebaut wurde, habe ich mich auf der Baustelle umgesehen. Ich finde es spannend, wie so ein altes Haus mit der heutigen Zeit in Einklang gebracht wird, ohne es auf Links zu krempeln – das wäre etwas für mich. Es ist toll, dass Potsdam die Hand auf sein bauliches Erbe legt und im Ensemble baut.
 
 Am Sonnabend wird der MAZ-Media-Store eröffnet, dann ist alles fertig. Setzen Sie einen Haken hinter so ein Projekt oder kehren Sie ab und zu an den Tatort zurück?
 Kairies: Ich komme immer mal zurück. Zum einen, um Kleinigkeiten nachzubessern, aber das ebbt mit der Zeit ab. Zum anderen aus Neugier, um den Laden einfach mal zu besuchen. Und manchmal auch, um die Erweiterung zu planen und umzusetzen. (Interview: Nadine Fabian)

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