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Armandos „Krieger“ steht auf Abruf

Zu Hause in ... der Berliner Vorstadt Armandos „Krieger“ steht auf Abruf

Seit 2013 wächst zwischen Potsdams Kunstzentren in der Schiffbauergasse und am Alten Markt ein Skulpturenpfad „Walk of modern Art“. Das Projekt ist in ständiger Bewegung. Mit Werken von Hubertus von der Goltz und Herbert Mehler stehen nächste Neuzugänge an. Ungewiss ist der Verbleib des „Kriegers“ von Armando, der 2014 für eine Frist von drei Jahren aufgestellt wurde.

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Bronzetorso „Der Krieger“ von Armando.

Quelle: Christel Köster

Schiffbauergasse. Armandos „Krieger“, diese am Ufer des Tiefen Sees aus dem Boden schießende Schmerzensfigur, ist der charismatische Zielpunkt des seit 2013 wachsenden Skulpturenpfades „Walk of modern Art“. Im August 2014 wurde der zwei Meter große Bronzetorso vor dem VW-Designzentrum aufgestellt. Möglicherweise wird der „Krieger“ im Spätsommer 2017 wieder verschwunden sein: „Im Moment sieht es so aus, dass es die erste Skulptur ist, die wieder abgebaut wird“, sagt Jutta Götzmann, die Vorsitzende des städtischen Beirats für Kunst im öffentlichen Raum.

Der Beirat ist federführend bei der Gestaltung des Skulpturenpfades, der mittelfristig mit Plastiken an rund 15 Stationen am Havelufer entlang die Kunstzentren in der Schiffbauergasse und am Alten Markt miteinander verbinden soll. Das Budget ist mit 10 000 Euro pro Jahr vergleichsweise spärlich, deshalb setzt die Stadt zunächst auf Leihgaben – verbunden mit der Hoffnung, dass sich mit der Zeit auch Spender und Sponsoren für das Projekt begeistern. So wäre es nach Ansicht von Götzmann wünschenswert, mittelfristig für einzelne Stationen Wettbewerbe ausschreiben zu können. Doch das sei ohne Finanzen nicht möglich.

Die ersten, im Juli 2013 aufgestellten Arbeiten, die 5,50 Meter hohe Doppelskulptur „Ambos Mundos – Zwei Welten“ von Jörg Plickat (Hamburg) an der Alten Fahrt und der „Große Fibonacci“ von Rudolf Valenta (Berlin), wurden der Stadt ebenso wie der „Krieger“ leihweise für drei Jahre zur Verfügung gestellt. Allerdings haben Plickat und Valenta die Frist für ihre Werke mittlerweile um weitere drei Jahre verlängert.

Eine erste Ergänzung der ursprünglich geplanten Route des Skulpturenpfades gab es im Juni 2015 mit der Montage des Flugschiffs von Peter Rohn und Christian Roehl (1940-2013) an der Wand des Parkhauses in der Schiffbauergasse. Jahrelang war nach dem Abriss vom Haus des Reisens am Platz der Einheit, für dessen Fassade diese Plastik um 1970 geschaffen wurde, nach einem neuen Platz gesucht worden.

Der jüngste Neuzugang ist das im Dezember 2015 an der Alten Fahrt aufgestellte, blau und golden schimmernde „Dynamische Raumzeichen II“ von Otto Herbert Hajek (1927-2005), für das nach Angaben von Götzmann eine Leihfrist von zehn Jahren vereinbart wurde.

Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (l.), Künstlertochter Aurelia Hajek-Homoki (M.), und Jutta Götzmann im Dezember 2015 mit der Skulptur „Dynamisches Raumzeichen 2“ von Otto Herbert Hajek.

Quelle: Christel Köster

Aufwändiger als ursprünglich gedacht ist die Montage einer eigens geschaffenen Skulptur „Balance“ des in Potsdam lebenden Künstlers Hubertus von der Goltz. Nach seinem Entwurf soll eine zwei Meter große Gestalt auf einem vier Meter über das Dach der Feuerwache hinausragenden Balken über der Türkstraße balancieren. Ein Skulpturenpaar von Herbert Mehler (Berlin/Riedenheim) soll voraussichtlich mit Sichtkontakt zum „Großen Fibonacci“ auf der Wiese vor dem Fluxus-Museum in der Schiffbauergasse aufgestellt werden. Beide Projekte sollen laut Götzmann in diesem, spätestens im nächsten Jahr kommen.

Im Sommer ist nach Angaben der Vorsitzenden eine erste Aktualisierung der 2013 vorgestellten Route für den Skulpturenpfad geplant. Manche Stationen wie am zwischenzeitlich errichteten Kellertorhaus oder vor der Heiliggeist-Seniorenresidenz stünden nicht mehr zur Verfügung. Andere wie die Fassade des Parkhauses mit dem „Flugschiff“ hingegen seien neu hinzugekommen.

Eine Verlängerung des Skulpturenpfades über den Alten Markt hinaus sei für den Beirat kein Thema. Neben der Freundschaftsinsel mit ihren rund 25 Kunstwerken im öffentlichen Raum finden sich in unmittelbarer Umgebung die Sanssouci zitierenden Pavillons von Florian Dombois im Innenhof des Landtagsschlosses und das 2006 in der Straße Am Alten Markt mit dunklen Klinkern gebaute „Columbarium“ von Lucas Lenglet.

Kunstspaziergang mit Jutta Götzmann

Die Urania veranstaltet am Mittwoch, 29. Juni, um 10 Uhr einen Kunstspaziergang mit Jutta Götzmann, Vorsitzenden des Beirates für Kunst im öffentlichen Raum, der vom Alten Markt bis zur Schiffbauergasse führen soll.

Der Spaziergang beginnt am Potsdam-Museum und führt über die Freundschaftsinsel mit ihren Skulpturen, die meist aus den 1960er und 1970er Jahren, teils aber wie „Fliegender Fisch“ und „Fliegender Vogel“ auch aus diesem Jahrtausend sind.

Neben sehr namhaften Künstlern wie Hedwig Bollhagen und Fritz Cremer stellt Jutta Götzmann Beispiele für eine besonders geglückte Verbindung von Kunst und Umgebung wie die zwischen Inselpavillon und Teiche gestellte „Kämmende“ von Gerhard Rommel vor.

Eine weitere Station ist die 1974 geschaffene „Hommage für Karl Foerster“ von Christian Roehl, die für Jutta Götzmann zu den gelungensten und wichtigsten Arbeiten in Potsdam zählt.

Info Anmeldung und weitere Informationen unter 0331/977 19 562 oder per verein@uraia-potsdam.de

Von Volker Oelschläger

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