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Armbruster will Oberbürgermeisterin werden

Oberbürgermeisterwahl Potsdam 2018 Armbruster will Oberbürgermeisterin werden

Nachdem bereits die SPD und die Linken ihre Bewerber um die Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt vorgestellt haben, machen nun auch die Grünen ernst. Janny Armbruster, Fraktionschefin der Potsdamer Grünen, hat ihre Bewerbung abgeschickt.

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Janny Armbruster, Fraktionschefin der Potsdamer Grünen, hat am 1. Dezember 2017 ihre Bewerbung für das Amt der Oberbürgermeisterin abgeschickt

Quelle: Privat

Potsdam. Am Freitagmorgen hat Janny Armbruster, Fraktionschefin der Potsdamer Grünen, in einem Brief an die Mitglieder ihre Bewerbung um die Kandidatur für den Spitzenjob im Rathaus erklärt.

Die Referentin an der Universität Potsdam trat 2013 in die Partei ein. Bei den Kommunalwahlen 2014 kandidierte sie in Babelsberg und wurde in die Stadtverordnetenversammlung gewählt. Die Kommunikationsexpertin ist die erste Grüne, die ihr Interesse an einer Kandidatur bekanntgibt. Ob sie die einzige Bewerberin bleibt oder ob noch andere ihren Hut in den Ring werfen, wird sich bis 14. Dezember zeigen. Dann findet die Wahl statt.

„Leidenschaftliche Potsdamerin“

In ihrem Brief an die Mitglieder, der der MAZ vorliegt, stellt sich Armbruster vor: „Als 1963 geborene Berlinerin bin ich heute leidenschaftliche Potsdamerin und lebe mit meinem Mann (und unserem Hund) in Potsdam West“, schreibt Armbruster an die etwa 200 Mitglieder. Nach einem Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte war sie seit 1987 in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Hochschulen tätig, zunächst an der Humboldt-Universität, später an der Technischen Universität Berlin und ab 1998 an der Universität Potsdam. Heute ist sie an der Universität Potsdam verantwortlich für die Alumni-Arbeit und das Hochschul-Fundraising.

Nach Jahren „stiller Sympathie und passiver Unterstützung“ trat die heutige Grünen-Fraktionschefin 2013 in die Partei ein. Sie war zunächst Mitglied im Kulturausschuss und sitzt jetzt im Hauptausschuss. Seit Februar 2017 führt sie die Fraktion gemeinsam mit Peter Schüler in einer Doppelspitze. Als Vorstandsmitglied des Vereins „Grün bewegte Kommunalpolitik“ setzt sie sich für die überregionale Vernetzung und Weiterentwicklung grüner Kommunalpolitik ein. Zudem gehört sie der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und dem Frauenpolitischen Rat des Landes Brandenburg an.

Armbruster gilt als durchsetzungsstark und als Frau mit klarer Ansage. Dass die Grünen nach dem Wahldebakel des Baudezernentenkandidaten Christof Nolda 2016 die Rathauskooperation aufkündigten, weil Stadtverordnete der Kooperationspartner SPD und CDU/ANW – entgegen der vorherigen Absprache – in der geheimen Abstimmung gegen den Grünen-Kandidaten Nolda votiert hatten, soll auch maßgeblich auf Armbrusters Einfluss zurückzuführen sein.

Drei politische Kernthemen

Als ihre drei politischen Kernthemen nennt sie in ihrer Bewerbung das qualitative Wachstum, die Stadtteilentwicklung und die nachhaltige Mobilität. Unter dem ersten Punkt – dem qualitativen Wachstum – findet sich beispielsweise die Forderung einer ganzheitlichen Stadtentwicklung: „Stadträume müssen für vielfältige und erschwingliche Wohnformen, für hochwertige und umweltschonende Arbeitsplätze, für Schule, Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen oder für soziale und kulturelle Einrichtungen miteinander integriert entwickelt werden – anstatt weiterhin hier am Verkehr herumzudoktern, dort am Wohnungsbau oder da an mangelnden Schul- und Kindergartenplätzen.“

Unter Punkt zwei – Stadtteilentwicklung – schreibt Armbruster, dass die grundlegenden Entscheidungen zur Mitte bereits getroffen seien. „In Zukunft wird auf die Entwicklung der Stadtteile zu lebendigen Quartieren derselbe Fokus zu legen sein, den bislang die Stadtmitte beansprucht hat.“ Obwohl auch sie sich explizit zur Bedeutung des Unesco-Welterbes bekennt, vollzieht Armbruster dennoch in einem Punkt eine radikale Umkehr von der bisherigen Grünen-Position. „Der Staudenhof sollte als Bau der Ost-Moderne am Alten Markt so ertüchtigt werden, dass er als Zeuge der DDR-Architektur erkennbar bleibt“, fordert sie. Bislang hatten Grüne wie Saskia Hüneke keinen Hehl daraus gemacht, dass der Wohnblock hinter der Nikolaikirche in den 2020er Jahren abgerissen werden soll, um Platz für ein neues Wohnquartier zu schaffen.

Unter Punkt drei – der nachhaltigen Mobilität – stellt die Bewerberin unter anderem in Aussicht, „die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und Landkreisen zu verbessern mit dem Ziel, möglichst rasch echte Umsteigeanreize für Pendler zu schaffen“. Außerdem soll „mit Hochdruck“ an der Einführung eines Bürgertickets gearbeitet werden; in einem Zwischenschritt sollten vorab ein Schülerticket und ein Jobticket für die Rathausangestellten eingeführt werden.

Weitere Anlieger sind die stärkere Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft, die Schaffung eines Jugendrates und für die Einführung weiterer Tempo-30-Zonen.

Bewerber der SPD und der Linken

Während die SPD in den vergangenen Wochen damit beschäftigt war, in Vorstellungsrunden ihre drei BewerberBürgermeister Burkhard Exner, Sozialdezernent Mike Schubert und den Ex-Fachbereichsleiter Grün- und Verkehrsflächen, Frank Steffens – auf Herz und Nieren zu prüfen, ist bei den Linken derzeit nur eine Bewerberin bekannt: Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth will als parteilose Kandidatin für die Linken ins Rennen gehen. Die SPD kürt am 20. Januar in einer Mitgliedervollversammlung ihren Kandidaten. Bei den Linken findet die Nominierung durch den Kreisverband auf einer Gesamtmitgliederversammlung am 13. Januar statt.

Die CDU/ANW hält sich derzeit noch bedeckt, auch Bürgerbündnis, FDP und die Wählergruppe Die Andere haben noch keine Pläne für die Oberbürgermeisterwahl 2018 bekanntgegeben.

Von Ildiko Röd

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