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Asta kritisiert Stadt für Wohnungspolitik

Stadt verliert Einnahmen Asta kritisiert Stadt für Wohnungspolitik

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Uni kritisiert den Mangel an Wohnheimplätzen. Weil nur gut ein Viertel der rund 25.000 Potsdamer Studenten in Potsdam wohnt, gehen der Stadt jährlich 13 Millionen Euro Einnahmen verloren. 

Potsdam. Kritik an der städtischen Wohnungspolitik hat der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Universität Potsdam geübt. "Die Stadt verkennt das Potenzial von hier wohnenden Studierenden", sagt Asta-Sozialpolitikreferentin Juliane Lehmann und kritisiert in diesem Zusammenhang den Mangel an Wohnheimplätzen, die fortschreitende soziale Entmischung in der Landeshauptstadt, das abgeschaffte Begrüßungsgeld für Neu-Potsdamer Studenten. "Welch’ schönes Willkommen in Potsdam ‒ der Stadt der Preußen, des Prunks und der Preisexplosion", heißt es dazu ironisch auf den Asta-Internetseiten. Ohne bezahlbaren Wohnraum sei es schwer, dass Studenten die Stadt als lebenswert empfinden. Davon abhängig sei aber die "Sicherung Potsdams als Wissenschaftsstandort", so Juliane Lehmann. Der Versorgungsgrad mit Wohnheimplätzen liegt in Potsdam bei 9,5 ‒ bundesweit bei 10,6 Prozent. Besonders dramatisch war die Lage zu Beginn des Wintersemesters: 214 Studenten gingen nach Asta-Angaben bei der Verlosung um die Restplätze für die hiesigen Wohnheime leer aus. Wie berichtet, hatten daraufhin Studenten eine Wohnung der kommunalen Pro Potsdam in der Behlertstraße besetzt.

Auch in anderen Städten suchen junge Leute händeringend bezahlbare Wohnungen. Um das Problem ins öffentliche Blickfeld zu rücken, beteiligt sich der Asta an der heute startenden bundesweiten Kampagne "Studis gegen Wohnungsnot". Konkrete Aktionen seien in Potsdam bislang nicht geplant, sagt Paul Möller vom Asta-Referat Hochschulpolitik. Ziel sei es, aufzuklären. Die kommenden Tage seien "erst der Aufschlag für unsere längerfristige Wohnungskampagne", so Möller.

Weil nur gut ein Viertel der rund 25.000 Potsdamer Studenten (Uni, Fachhochschule, Filmhochschule) in Potsdam wohnen, gehen der Stadt jährlich 13 Millionen Euro Einnahmen verloren. Die Studentenvertreter fordern eine gesetzliche Mietkappung ‒ auch bei Neuvermietungen, den Verkauf städtischer Grundstücke "nur unter Auflagen" und einen "angemessenen Landeszuschuss" ans Studentenwerk. Schützenhilfe kommt von der Linken. "Die Tatsache, dass 214 Studenten mit Wohnheimplätzen unversorgt blieben, ist eine Schande für Potsdam, das so gerne Studentenstadt sein will", sagt Linke-Kreischef Sascha Krämer.

Die Linke unterstützt die Forderung des Deutschen Studentenwerkes nach einem Zuschussprogramm zum Bau von mindestens 25000 günstigen Studentenwohnungen. Zudem müsse im Zuge einer "überfälligen" Bafög-Novelle sichergestellt werden, dass der für Wohnzwecke veranschlagte Teil des Fördersatzes von 218 auf 291 Euro erhöht und jährlich dynamisch an steigende Mietpreise angepasst werde. In Hochschulstädten, in denen für diese Summe kein angemessener Wohnraum zur Verfügung steht, müssen die entsprechenden Mehrkosten vom Bafög gedeckt werden, so Krämer.

Von Ricarda Nowak

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