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Potsdam Asta warnt vor Umbau zur „Ausbildungsfabrik“
Lokales Potsdam Asta warnt vor Umbau zur „Ausbildungsfabrik“
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00:16 17.04.2017
Das HPI ist nun Fakultät der Universität Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Ausgerechnet die gewählten Vertreter der größten Gruppe an der Universität Potsdam stimmen nicht in den Jubel über die Fakultätswerdung des ehemaligen Hasso-Plattner-Instituts (HPI) ein. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Potsdam (Asta), der rund 20 500 Studentinnen und Studenten in campuspolitischen Fragen vertritt, sieht die Angliederung des privat finanzierten HPI als eigenständige Fakultät für „Digital Engineering“ an die staatliche Universität kritisch.

„Der Asta der Universität Potsdam hält die Vermischung von staatlicher Bildung und Privatwirtschaft im Rahmen der eigenen Hasso-Plattner-Fakultät für problematisch“, schrieb das Gremium diese Woche . Das HPI werde nicht nur privat durch die Hasso-Plattner-Stiftung finanziert, sondern sei „auch inhaltlich abhängig vom Software-Milliardär Hasso Plattner“. HPI-Direktor Christoph Meinel habe in einem Interview mit dem RBB Inforadio am 10. April die demokratische Kontrolle der Universität – und damit auch der neuen Fakultät – durch Gremien wie den Akademischen Senat als „Wermutstropfen“ bezeichnet, den das vormals in seinen Entscheidungen unabhängige Institut nun in Kauf nehmen müsse.

Tilman Kolbe, Asta-Referent für Campuspolitik, wirft seiner Alma Mater vor, mit der Eingliederung der neuen Fakultät in die Hochschulorganisation einen „weiteren großen Schritt in Richtung Ausbildungsfabrik für den Arbeitsmarkt gemacht“ zu haben. Bildung werde ein In­dustriezweig, in den private Unternehmer investieren könnten. Das würden sie aber nur tun, wenn daraus unmittelbarer Profit erwartet werden dürfe.

Auch die Jungen Liberalen wenden sich gegen die Asta-Kritik

Universitätspräsident Oliver Günther weist die Vorwürfe scharf zurück. „Wir sehen uns nicht als ,Ausbildungsfabrik’, das bisherige HPI übrigens auch nicht“, sagt er. Eine Kürzung der Grundlagenforschung oder der Geisteswissenschaften wolle man nicht, „ganz im Gegenteil. Auch im thematischen Umfeld der Digitalisierung ist eine Ausweitung der Grundlagenforschung geplant“, betont Günther. Auch eine Vereinnahmung der neuen Fakultät durch Plattner schließt Günther aus. „Die Berufungsverfahren an der neuen Fakultät verlaufen ganz genauso wie die Verfahren an den anderen Fakultäten“, so der Präsident. Jede Berufungsliste gehe nach dem Fakultätsrat durch das Kollegium der nunmehr sechs Dekane und durch den Senat, anschließend zum Präsidenten. Bei Entscheidungen von uniweitem Belang hätten nach wie vor Akademischer Senat und Präsident das letzte Wort.

Gegenwind bekommt der Asta auch von Matti Karstedt, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen in Brandenburg und selbst Student an der Universität Potsdam. Das HPI sei dank Plattners Engagement hervorragend ausgestattet. Eine Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft sei daher erstrebenswert.

Von Rüdiger Braun

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