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Potsdam Astbrücke dank Spende wieder eröffnet
Lokales Potsdam Astbrücke dank Spende wieder eröffnet
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00:20 09.09.2017
Spender Hunger, Stiftungschef Dorgerloh und der Leiter der Hofschmiede, Torsten Theel, auf der wieder eröffneten Brücke. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Zwei Jahre nach ihrer Demontage ist die einst marode Kleine Astbrücke am Nordhang des Flatowturms im Park Babelsberg gestern wieder eröffnet worden. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der als Verwalterin des Parkgeländes zuständigen Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), betonte in einer an den bekannten Karat-Schlager angelehnten Rede, die Brücke habe „mehr als sieben dunkle Jahre“ überstehen müssen. Ohne die großzügige Spende eines Privatmannes wäre die rechtzeitige Restaurierung zum Pückler-Jahr nicht wie geplant durchführbar gewesen, so Dorgerloh weiter.

Spender gibt Geld und Arbeitskraft

Der Potsdamer, der seinen Geldbeutel weit für die kleine Brücke öffnete , ist der Notar Jens Hunger. „Seine Joggingstrecke führte über die Brücke“, erinnert sich Tina Schünemann von der SPSG, „und auf einmal war sie weg.“ Hunger informierte sich bei der Stiftung und stellte Hilfe in Aussicht. „Er wollte nicht nur Geld geben, er wollte auch selbst mit anpacken“, sagt Schünemann. Und das tat der Notar. Fast täglich sei er in den Räumen der Hofschmiede Dahlem gewesen, welche die aufwendigen Arbeiten am Brückengeländer in ihrer Werkstatt ausführte. Dort habe Hunger den Schmieden über die Schulter geschaut und selbst Hand angelegt, wo immer es ging. „Ein Glücksfall, dass er so viel Engagement zeigt und einen ordentlichen fünfstelligen Betrag investierte“, sagt Stiftungschef Dorgerloh.

Um das Jahr 1910 herum entstand dieses Foto von zwei jungen Sommerfrischlerinnen auf der damals etwa 50 Jahre alten Brücke. Quelle: Verlag Antiquariat Jörg-Peter Eifler

In der Schmiede zeichnet Schmiedemeister Andreas Werner für die Aufarbeitung verantwortlich. Auch wenn die Hofschmiede öfter ungewöhnliche Aufträge erledige, sei die Brückenrestauration nun für die Experten ein besonderer Auftrag gewesen. „Das war eine wirklich schöne Aufgabe“, sagt Werner. Drei Kollegen hätten sechs Monate lang am Geländer gearbeitet, vor allem die seitlichen Stützen und die unteren Konstruktionen mussten erneuert werden.

Originalmaterial erschwerte die Arbeiten

Als Material diente, der Originalbauweise aus den 1860er-Jahren entsprechend Gusseisen. „Heute würde man anderes Material verwenden, denn Guss trägt Spannung weniger gut und lässt sich insgesamt schwerer verarbeiten als geschmiedetes Eisen“, sagt der Schmiedemeister. Immer wieder sei es deshalb zu Verzögerungen in den Arbeiten gekommen. „Manchmal mussten wir erstmal die Technik klären.“

Wegen starker Korrosionsschäden an den Geländern war die Astbrücke 2015 abgebaut und eingelagert worden. Für die Besucher des Parks Babelsberg bietet sie einen der Wege zum Flatowturm, der seinerseits ein beliebtes Ausflugsziel und einen wichtigen Aussichtspunk im park darstellt.

Drei ähnliche Brücken im Park Babelsberg

Die Kleine Astbrücke ist eine von drei gusseisernen Brücken rund um den Flatowturm. Sie wurde im Zuge der Parkgestaltung unter Otto Ferdinand Kindermann erbaut und überquert ein Trockental. Ihren Namen hat die Astbrücke von ihrem kunstvollen Geländer – die Eisensegmente sind wie ineinander verschlungene Äste gestaltet. Auch die beiden anderen Gussbrücken, die Bismarck- und die Wilhelmbrücke, sind im auffälligen Astwerkstil gefertigt.

Die ebenfalls am Hang des Flatowturms liegende Bismarckbrücke wurde bereits vor rund 20 Jahren restauriert. Sie hat ihren Namen von einem folgenreichen Spaziergang Königs Wilhelm I und Otto von Bismarcks, in dessen Nachgang Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt wurde. Einst waren beide Stege unter dem Namen Astbrücke bekannt.

Von Saskia Kirf

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