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Asteroiden mit deutlichen Spuren

Ein Himmelskörper trägt sogar den Namen eines Potsdamer Forschers Asteroiden mit deutlichen Spuren

Mit dem Weltuntergang am 21. Dezember 2012 ist es nichts geworden. Auch der nächsten Konfrontation mit einer kosmischen Katastrophe wird unser Heimatplanet entgehen.

POTSDAM. Am Freitag rauscht der Asteroid „2012 DA 14“ nach allen Vorhersagen in 27 000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbei.

Experten sehen schon Rohstoffe im Wert von 145 Milliarden Euro dahinschwinden. Denn der 50 Meter große Himmelskörper könnte Eisen und Nickel bergen.

Axel Schwope weint dem Asteroiden nicht unbedingt eine Träne nach. Der Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam (AIP) weiß, wovon er spricht. Er befasst sich gelegentlich beruflich damit. „So ein Brocken kann ganz schöne Zerstörungen anrichten“, sagt er. Im Jahr 1908 etwa soll ein ähnlich dimensionierter Himmelskörper die Erde getroffen haben und mit einer vielfachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe über Sibirien explodiert sein. Die Detonationswelle knickte in der Nähe des Flusses Tunguska 50 Millionen Bäume um.

Nach Schwope ist sogar schon ein Asteroid benannt. „278513“ trägt inzwischen den Namen des Privatdozenten für Astrophysik an der Berliner TU. Der Potsdamer Hobby-Astronom Bernd Thinius hatte den Kleinplaneten mit einem Durchmesser von 2,4 Kilometern im Asteroidengürtel als erster entdeckt und bei der Internationalen Astronomischen Union den Namensvorschlag „Schwope“ gemacht. Kennen gelernt hatten sich die beiden vor ein paar Jahren bei einer Nacht der offenen Tür am AIP.

„Eigentlich wird die Erde häufig getroffen“, weiß Schwope. Der Planet lege durch die Einschläge eine Milliarde Tonnen an Masse pro Jahr zu. Die meisten Himmelskörper sind aber extrem klein, verglühen in der Atmosphäre oder gehen als Mini-Teilchen nieder.

„Je größer sie werden, desto seltener ist eine Kollision“, so Schwope. Aber sie kommen vor und haben noch heute sichtbare Einschläge hinterlassen. Einer der größten ist das Nördlinger Ries, eine 22 Kilometer durchmessende Einbuchtung nahe der Schwäbischen Alb. Das vor 14,6 Millionen Jahren entstandene Ries zählt zu den besten erhaltenen Impaktkratern.

Um so etwas zu verhindern und Asteroiden auf Kollisionskurs zur Erde von ihrem Weg abzubringen oder zu zerstören, sind bereits Forschungsprogramme gestartet worden. „Die Grenze zwischen Science und Fiktion liegt da nah beieinander“, zeigt sich Schwope skeptisch. Am realistischsten scheint ihm im Augenblick noch eine Datenbank von Asteroiden, die der Erde nahe kommen könnten. Daran arbeitet derzeit die europäische Raumfahrtagentur Esa zusammen mit den US-Kollegen der Nasa. (gd)

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