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Potsdam Attikafiguren: Jakobs ist kein Schutzpatron
Lokales Potsdam Attikafiguren: Jakobs ist kein Schutzpatron
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19:43 04.11.2016
Acht Figuren vom Potsdamer Stadtschloss wurden 1966 von der Schlösserverwaltung an die Berliner Humboldt-Universität ausgeliehen Quelle: dpa
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Innenstadt

Einen Tag nach der Absage der Humboldt-Universität und der Schlösserstiftung, die acht Attikafiguren vom Dach der Humboldt-Uni nach Potsdam zurückzugeben, kocht die Empörung hoch: Im Kreuzfeuer der Kritik steht Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD). Ihm wird von der Bürgerinitiative Mitteschön mangelndes Engagement bei der Rückführung der Figuren auf den Landtag vorgeworfen. „Der Oberbürgermeister hebt die Hände und sagt, er kann nichts machen – ihm seien die Hände gebunden. Kein Sterbenswörtchen darüber, dass er es sich wünscht, dass die Figuren wieder an ihren alt angestammten Platz kommen sollen“, so der Vorwurf der Initiative. „Dass die Stiftung und der OB hier mit ins gleiche Horn stoßen, empört uns im höchsten Maße. Wieder einmal wird bürgerliches Engagement mit den Füßen getreten.“

Bei einer Podiumsveranstaltung am Donnerstag im Treffpunkt Freizeit hatte Jakobs all jenen eine Absage erteilt, die sich eine Schützenhilfe der Stadt erhoffen. Über das Schicksal der Dauerleihgaben könnten nur der Eigentümer der Humboldt-Universität und die Schlösserstiftung als Eigentümerin der Figuren befinden – „und beides ist nicht die Landeshauptstadt“, machte der Rathaus-Chef deutlich.

„War da nicht ein fester Auftrag vom Stadtparlament?“

„Mitteschön“ will diese Sicht nicht gelten lassen und erinnert den Oberbürgermeister an einen Stadtverordnetenbeschluss zu genau diesem Thema: „War da nicht ein Wille und ein fester Auftrag vom Stadtparlament?“, fragt Sprecherin Barbara Kuster. Tatsächlich beschlossen die Stadtverordneten 2013 mehrheitlich einen gemeinsam von CDU und SPD eingebrachten Antrag mit folgendem Wortlaut: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Landesregierung Berlin und dem Landtag Gespräche aufzunehmen mit dem Ziel, die Attikafiguren, die sich gegenwärtig auf der Humboldt-Universität befinden, an ihren ursprünglichen Platz auf dem Stadtschlossneubau zurückzuführen.“

Stadtsprecher Stefan Schulz hielt am Freitag dagegen, es habe sehr wohl Vorstöße gegeben: „Der Oberbürgermeister hat durchaus Gespräche geführt, aber die Berliner haben sich hartleibig gezeigt.“

Scharfenberg: „Gehe davon aus, dass Figuren nicht zurückkommen.“

Beistand bekam Jakobs nach seinen Äußerungen im Treffpunkt Freizeit zudem gestern von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Der will seiner Fraktion vorschlagen, in der Stadtverordnetensitzung im Dezember einen Antrag auf Aufhebung des Beschlusses von 2013 zu stellen: „Damit Herr Jakobs wieder ruhig schlafen kann“, so Scharfenbergs süffisanter Nachsatz. Im Streit um die Attikafiguren sieht er Potsdam mit schlechten Karten: „Ich gehe davon aus, dass die Figuren nicht mehr zurückkommen.“ Deshalb plädiert der Linken-Politiker für neue Lösungswege: Als Ersatz für die landesfernen Leihgaben sollten moderne Figuren geschaffen werden, die einen inhaltlichen Bezug zur Parlamentsarbeit haben. Damit greift Scharfenberg einen Vorschlag des Kunsthistorikers Kai Kappel von der Humboldt-Uni auf. Kappel hatte eine solche Ersatzlösung am Donnerstag auf dem Podium im Treffpunkt Freizeit angeregt.

Steeven Bretz, Generalsekretär der Brandenburger CDU und Kreischef in der Landeshauptstadt, will sich hingegen mit dem Dauer-Exil der acht Attikafiguren nicht abfinden. Er hat eine Kleine Anfrage zu dem Thema gestellt, doch „aus der Antwort der Landesregierung spricht eine enttäuschende Kultur der Gleichgültigkeit“, empört sich Bretz. Seine Forderung: „Die Schlösserstiftung als Eigentümerin der Attika-Figuren und die drei Mitglieder der Landesregierung im Stiftungsrat – zwei mit SPD-Parteibuch, eine mit Linken-Parteibuch – sollten sich endlich für die Rückkehr einsetzen und Berlin klarmachen, dass die Figuren nach Potsdam gehören.“

Von Ildiko Röd

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