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Potsdam Auch 2013 gibt es keinen Baustart
Lokales Potsdam Auch 2013 gibt es keinen Baustart
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21:00 14.01.2013

as Wort „Synagoge“ überhaupt noch hören?

Martin Gorholt: Ja. Weil ich es weiter sehr wichtig finde, dass wir in Potsdam eine Synagoge haben, damit sich jüdisches Leben weiter entfalten kann und damit die Landeshauptstadt mit ihrer Geschichte und der Geschichte des Landes einen Ort hat, an dem sich diese Religion manifestiert. Auch als Ausdruck der Toleranz gegenüber alle Religionen in dieser Stadt.

Wie viele Stunden haben Sie in den letzten anderthalb Jahren schon in dieser Sache am Mediationstisch verbracht?

Gorholt: Keine Ahnung, aber sicher sehr viele.

Und wann reißt Ihnen endlich der Geduldsfaden?

Gorholt: Das ist keine Frage des Geduldsfadens. Es ist die Frage der Rahmenbedingungen. Die erste Frage lautet: Wie lange kann von Seiten der Stadtentwicklung noch diese Fläche freigehalten werden? Wie lange kann diese Leerstelle in der Mitte einer blühenden Stadt noch bestehen bleiben? Es kann über das Eckgrundstück Schlossstraße/Friedrich-Ebert-Straße erst entschieden werden, sobald eine Entscheidung über die Synagoge getroffen ist.

Macht die Stadt, der das Eckgrundstück gehört, Druck?

Gorholt: Nein, die Stadt ist in die Gespräche eingebunden und spielt dort eine konstruktive Rolle.

Wie lautet die zweite Frage?

Gorholt: Der zweite Gesichtspunkt ist, wie lange man noch im Landeshaushalt die Geldsumme für das Synagogenprojekt vorhält. Für 2013/14 ist das Geld noch gesichert. Was dann aber in der nächsten Legislaturperiode passiert, ist offen. Wenn bis 2014 nichts passiert ist, dann greifen sich die Parlamentarier, die den Haushalt beschließen, natürlich an den Kopf.

Im Dezember haben Sie eine modifizierte Variante des umstrittenen Synagogenbaus von Architekt Haberland vorgestellt. Die Jüdische Gemeinde hat damals Zustimmung signalisiert. Wie sieht es mit der Synagogengemeinde aus?

Gorholt: Erstens liegen jetzt fünf Entwürfe auf dem Tisch. Zweitens kommt der Entwurf, den ich jetzt vorgelegt habe, den Forderungen der Synagogengemeinde weiter entgegen. Beispielsweise befindet sich der Betsaal im Erdgeschoss. Für die Jüdische Gemeinde war das ein großer Sprung, dem zuzustimmen. Die Synagogengemeinde hat bislang noch keine Zustimmung signalisiert.

Geht es mittlerweile nicht weniger um Architekturfragen als vielmehr um Eitelkeiten und die Furcht, bei einem Einlenken öffentlich das Gesicht zu verlieren?

Gorholt: Ich glaube, dass der Begriff „Eitelkeiten“ es nicht richtig trifft. Ich würde eher von Rivalitäten sprechen. Es stellen sich hier auch Machtfragen. Das sieht man schon daran, dass beide Gemeinden in verschiedenen Landesverbänden sind. Außerdem werben sie sich gegenseitig Mitglieder ab. Es gibt viele gegenseitige Beschuldigungen.

Wie groß ist die Chance, dass Sie sich in Ihrer Entscheidung gegen den Willen einer der beiden Streitparteien stellen?

Gorholt: Gleich Null. Wir haben uns als Landesregierung entschieden, dass wir den Bau der Synagoge davon abhängig machen, dass die beiden jüdischen Gemeinden zu einer Einigung kommen. Der Sprung für die jüdischen Gemeinden wäre jetzt, die Rivalitäten abzulegen und zu sagen: Wir wollen diese Synagoge und springen über unseren Schatten.

Wenn das Projekt scheitern sollte, wäre es vorstellbar, dass man die 4,5 Millionen zwischen Synagogengemeinde und Jüdischer Gemeinde für eigene Vorhaben aufteilt?

Gorholt: Das Land stellt das Geld für den Bau einer Synagoge zur Verfügung und nicht für andere Zwecke.

Werden Sie an Architekt Haberland, dessen Entwurf von der Synagogengemeinde kritisiert wurde, festhalten?

Gorholt: Ich sehe nicht, dass man durch einen grundsätzlich neuen Entwurf einer Einigung näher kommt, sondern dass die Diskussion noch einmal ganz von vorne anfängt. Deshalb sollte man sich auf Grundlage der vorliegenden Entwürfe Schritt für Schritt über die Raumaufteilung und die Gestaltung im Inneren und der Fassade verständigen.

Spielt bei Ihrem Festhalten an Haberland auch eine Rolle, dass er im Fall einer Aufkündigung des Vertrags eine saftige Abfindung fordern könnte?

Gorholt: Finanzielle Fragen spielen auch eine Rolle, stehen aber nicht im Vordergrund. Mir geht es nicht um Haberland, mir geht es darum, eine Einigung zu erzielen.

Die Jüdische Gemeinde, die in einem Übergangsquartier in der Alten Feuerwache untergebracht ist, wird wohl 2013/14 ausziehen müssen, wenn das Areal Langer Stall/Alte Feuerwache städtebaulich entwickelt wird. Wie geht es dann mit der Gemeinde weiter?

Gorholt: Ich bin über den genauen Zeitpunkt nicht informiert, aber wenn das so ist, wird eine weitere Ausweichlösung mit synagogaler Nutzung vonnöten sein.

Halten Sie einen Baubeginn für die Synagoge 2013 also für ausgeschlossen?

Gorholt: Selbst wenn es jetzt zu einer zügigen Einigung zum Synagogenbau kommt, werden allein die Planungsprozesse fast ein Jahr dauern.

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