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Auf dem Weg zum Heimatstern

DRK baut neues Kinderheim in Potsdam Auf dem Weg zum Heimatstern

Seit 30 Jahren leben hier Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können – nun steht dem Kinderheim Am Stern ein gewaltiger Wandel bevor. Das Deutsche Rote Kreuz will das abgelebte Gebäude abreißen und an seine Stelle ein neues Ensemble setzen lassen. „Heimatstern“ heißt das Projekt. Die Kinder durften ihre Ideen dazu beisteuern.

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Sie träumen von ihrem Heimatstern, den sie mitentworfen haben: Domenic, Jerome, Sidney und Jon (v.l.).

Quelle: Bernd Gartenschläger

Am Stern. Jedes Kind braucht ein Zuhause – auch wenn seine Eltern nicht dafür sorgen können. In der Pietschkerstraße 42, tief im Wohngebiet Am Stern, wachsen seit 30 Jahren Kinder und Jugendliche ohne ihre Familien auf. Als Kleinkind- und Säuglingsdauerheim zu DDR-Zeiten gegründet und 1992 als „Kinderheim Am Stern“ vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) weitergeführt, steht dem Heim nun ein gewaltiger Wandel bevor: Das abgelebte Gebäude soll abgerissen und an seine Stelle ein Ensemble gesetzt werden, das in Potsdam seines gleichen sucht.

Am Freitag haben das DRK und die Architekten das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt, denn bevor die Abrissbirne in Schwung kommt, ist eine Menge Geld zu sammeln. Mit fünf Millionen Euro ist das Projekt, das den vieldeutigen Namen „Heimatstern“ trägt, veranschlagt – eine Million davon muss das DRK aus eigener Kraft aufbringen. Nun schlägt die Stunde der Spender.

Mike Schubert trommelt als Schirmherr für Spenden

Auf dass davon möglichst viele möglichst fix zusammenkommen, trommelt der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD) ordentlich mit. Das DRK hat ihn zum Schirmherren ernannt. Eine Ehre, die er liebend gern angenommen hat, so Schubert: „Ich bin ein Heimatstern-Fan. Die Idee ist traumhaft und hat mich von Beginn an begeistert.“

Unter der Ägide des Potsdamer Büros „Miethe + Quehl Architekten“ und mit den Ideen der Kinder und Erzieher, sind vier einzelne Häuser geplant, die über einen großzügigen Mitteltrakt miteinander verbunden sind. Die Häuser, die mit ihren Spitzgiebeln den umliegenden Einfamilienhäusern ähneln – sollen die Wohngruppen beherbergen. Dort sind unterm Dach und im Obergeschoss Doppelzimmer für die ganz kleinen, Einzelzimmer für alle ab 12 und die Bäder untergebracht. Im Erdgeschoss ist Platz fürs WG-Leben, also fürs gemeinsame Essen, Lernen und Spielen. Das Herzstück des Entwurfs ist der Mitteltrakt, der die Häuser verbindet und so die Hausgemeinschaft vereint. „Eine Architektur für Menschen“, sagt Robert Quehl. „Ein Ort, an den man gern nach Hause kommt.“

Die alte Kita „Pfiffikus“ dient als Ausweichquartier

Derzeit leben 18 Kinder und Jugendliche im Kinderheim an der Pietschkerstraße. Sie sind zwischen vier und 18 Jahre alt, gehen in die Kita und in die Schule. Mit dem Abriss des alten Haues stehen sie nicht etwa auf der Straße. Sie ziehen in ein Ausweichquartier: das seit Jahren leer stehende ehemalige Gebäude der Awo-Kita „Pfiffikus“. Bis zu den Winterferien soll es saniert und der Umzug angebahnt sein. Phase 1 auf der Reise zum Heimatstern.

Von Nadine Fabian

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