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Potsdam Auf den Zahn gefühlt
Lokales Potsdam Auf den Zahn gefühlt
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15:35 10.02.2016
Eine Zahnprothese, die zum Teil aus Gold besteht. Quelle: dpa
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Potsdam

Das Loch im Zahn kann noch so klein sein – es hat meist eine schmerzhafte Wirkung. Klar, dass die Lücke möglichst schnell gefüllt werden sollte. Doch mit welchem Material? Die Auswahl ist groß: Kunststoff, Gold, Keramik, Glasionomer-Zement und auch Amalgam. Cornelia Braun von der Patientenberatungsstelle der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg gibt Tipps, worauf bei der Auswahl des Füllungsmaterials geachtet werden muss. Da spielt nicht nur die Größe des Lochs eine Rolle. Es kommt auch darauf an, welcher Zahn defekt ist – ob es zum Beispiel einen Frontzahn erwischt hat oder aber einen Seitenzahn, der einen großen Kaudruck aushalten muss. Es geht um die Verträglichkeit des Materials und nicht zuletzt auch darum, wie hoch der Kostenanteil ist, für den die Krankenkassen aufkommen.

Mag die Legierung auch noch so umstritten sein – aber Amalgam wird noch immer häufig als Füllungsmaterial genutzt. Amalgamfüllungen sind robust, ihnen macht enormer Kaudruck wenig aus. In Verruf geraten ist das Material wegen seiner Quecksilberanteile. Cornelia Braun von der Patientenberatungsstelle verweist aber auf wissenschaftliche Studien, nach denen die Quecksilbermengen, die über die Zahnfüllungen abgegeben werden, deutlich unter den Mengen liegen, die wir täglich mit der Nahrung aufnehmen. Sicherheitshalber gibt es aber einige Einschränkungen für die Verwendung von Amalgam. So sollten zum Beispiel Kinder, die jünger als sechs Jahre sind, keine Füllungen dieser Art bekommen. Und auch bei Schwangeren wird aus vorbeugendem Gesundheitsschutz auf alternative Materialien gesetzt, wie Braun erklärt. Soll Amalgam zum Einsatz kommen, darf der Zahn keine allzu großen Schäden aufweisen. Denn diese Füllungen „brauchen eine Form, in die sie eingelegt werden können“, erläutert Braun. Das Material hat optische Nachteile – es fällt durch seine grau-silberne Farbe auf. Aber die Amalgambehandlung ist der Standard, den die Krankenkassen für gesetzlich Versicherte zahlen. Diese Kosten werden Braun zufolge auch bei alternativen Behandlungsmethoden angerechnet. Hier allerdings muss der Patient mit Zuzahlungen rechnen.

In mehreren Schichten aufgetragen

Beispiel Kunststoffe, sogenannte Komposite. Sie können in einer oder auch in mehreren Schichten aufgetragen werden. Jede einzelne Schicht wird mit speziellem UV-Licht ausgehärtet. Je mehr Schichten, desto stabiler ist die Füllung. Die Mehrschichtentechnik – etwa für die Seitenzähne – ist keine Kassenleistung. Wird dagegen nur eine Schicht aufgetragen, um Schäden an den Frontzähnen zu beheben, zahlt die Kasse, sagt Braun. Die Optik ist das große Plus der Kunststoffe: Die Farbe der Füllungen lässt sich genau an die Farbe der Zähne anpassen.

Wenn die Arbeiten etwas aufwendiger sind und das zahntechnische Labor die Füllungen vorbereitet, spricht man von einem Inlay, das in den Zahn eingeklebt wird. Hier bieten sich als Materialien Keramik und Gold an. Beide haben den Vorteil, dass sie vom menschlichen Körper gut angenommen werden. Außerdem lässt sich Gold sehr gut verarbeiten, betont Cornelia Braun von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Die Keramik mag zwar „spröde wie eine Tasse sein“, wie Braun mit einem Augenzwinkern erklärt, aber sie hat die optischen Vorteile auf ihrer Seite. Der Farbton der Füllung kann ganz nach Wunsch abgestimmt werden. Aber auch hier ist klar: Der Patient muss mit Zuzahlungen rechnen.

Griff zur Zwischenlösung

Wer sich nicht gleich für ein bestimmtes Füllungsmaterial entscheiden will, kann zur Zwischenlösung greifen: Glasionomer-Zement. Das ist eine preiswerte Lösung, die aber nicht von allzu langer Dauer ist. Alle sechs Monate sollte die Füllung vom Zahnarzt kontrolliert werden. Bei Milchzähnen zum Beispiel ist Glasionomer-Zement das Mittel der Wahl – anstelle von Amalgamfüllungen.

Cornelia Braun weist darauf hin, dass einige Zahnärzte womöglich gar keine Amalgamfüllungen mehr als Leistung anbieten. Dann seien sie aber verpflichtet, eine alternative Behandlungsmethode anzubieten, die für Kassenpatienten frei von Zuzahlungen ist. Eine Möglichkeit ist dann Glasionomer-Zement.

Wenn sich Patienten unsicher sind oder von den Vorschlägen ihres Zahnarztes nicht komplett überzeugt sind, können sie zu einem anderen Zahnarzt gehen und sich eine zweite Meinung einholen. Diesen zweiten Arztbesuch zahlt die Kasse, erklärt Braun. Und auch die Patientenberatung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg steht den gesetzlich Versicherten bei Fragen zur Verfügung.

Internet: www.kzvlb.de/patienten

Von Ute Sommer

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