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Auf der Sandscholle wird Schule gebaut

Ende einer traditionsreichen Potsdamer Sportstätte Auf der Sandscholle wird Schule gebaut

Die Tage des Rasenplatzes auf dem traditionsreichen Babelsberger Sportfeld Sandscholle scheinen gezählt. Geht es nach der AG Schulentwicklungsplan soll auf dem Gelände eine Grundschule samt Turnhalle entstehen. Ein entsprechender Beschluss ist nun gefasst worden.

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Derzeit ruht auf der Babelsberger Sandscholle der Spielbetrieb.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Entsprechende Pläne, über die auch die Märkische Allgemeine bereits mehrfach berichtet hatte, wurden am Dienstagabend beim CDU-Bürgerstammtisch im Rathaus Babelsberg vom Stadtverordneten Clemens Viehrig, Vorsitzender des Ausschusses Bildung und Sport, konkretisiert.

Vor rund 20 Gästen schilderte Viehrig noch einmal, wie es zum „Trendbeschluss“ der AG am 9. Februar gekommen ist. So habe die Verwaltung auf der Suche nach einer geeigneten Fläche in Babelsberg 21 Standorte geprüft, von denen letztlich das Wäldchen an der Uhlandstraße und der Rasenplatz Sandscholle übrig blieben. „Die Uhlandstraße war relativ schnell vom Tisch, da es keine Mehrheit in den Fraktionen gab“, erklärte Viehrig, der in der Freizeit in der Ü40 des FV Turbine Potsdam 55 Fußball spielt. Zudem hatte sich schnell eine Bürgerinitiative „Pro Wäldchen“ formiert, mit der sich offenbar keiner so recht anlegen wollte.

Also konzentrierten sich die Planer auf die Sandscholle. Einig seien sich alle Beteiligten – Mitarbeiter des Kommunalen Immobilienservice sowie Vertreter der Fraktionen und der betroffenen Sportvereine – gewesen, dass erst ein Ausgleich für die Sportfläche geschaffen werden müsse. Das Ergebnis ist bekannt.: Auf einem Areal zwischen Bahnhof Rehbrücke und Wendeschleife der Straßenbahn könnten zwei wettkampftaugliche Fußballplätze samt Funktionsgebäude entstehen. Auf der Sandscholle soll der Kunstrasenplatz erneuert und ein sogenanntes Halbfeld hinzugefügt werden. Macht in der Summe anderthalb Plätze mehr.

Eine Rechnung, die die Skeptiker nicht so recht überzeugt. Die Plätze am Bahnhof Rehbrücke seien zu weit weg vom Sozialraum Babelsberg. „Geben wir die Sandscholle auf, werden wir in Babelsberg auf absehbare Zeit keine Sportfläche mehr finden“, sagte der eine. Eine Schule an der Sandscholle würde im Wohngebiet zu katastrophalen Verkehrsverhältnissen führen, schließlich würden die meisten Kinder morgens mit dem Auto gebracht, meinte ein anderer. Auch sei die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr äußerst schlecht. Lutz Boede (Die Andere und Vorstand des SV Concordia Nowawes) äußerte Skepsis, hinsichtlich der Auswahl des Standortes: „Das Misstrauen ist bei uns groß. Hat sich die Verwaltung auf die Sandscholle eingeschossen, wird nicht mehr richtig geprüft“, argwöhnte er.

Auch wurden immer wieder Alternativstandorte für den Schulstandort genannt, beispielsweise das Apolloniahaus an der Großbeerenstraße oder Flächen auf dem einstigen Defa-Gelände neben dem Filmpark. Die Gegenargumente der Verwaltung: „teure Grundstücke, komplizierte Mietverhältnisse, Eigentümer will nicht verkaufen“. Clemens Viehrig versuchte, die Wogen zu glätten: „Wir werden uns klugen Vorschlägen nicht verschließen. Die sehen wir aber nicht.“ Die CDU hatte in der AG Schulentwicklungsplan gemeinsam mit der Linken, den Grünen und der Verwaltung für den Schulstandort Sandscholle gestimmt. Die SPD enthielt sich der Stimme, die Andere votierte dagegen.

Von Jens Trommer

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