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Potsdam Auf ein Bierchen um die Ecke
Lokales Potsdam Auf ein Bierchen um die Ecke
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01:15 31.08.2018
Die Rennbahn-Diele in der Babelsberger Reuterstraße im Jahr 1963. Quelle: Klaus Fritze
Babelsberg

Welcher Potsdamer weiß heute noch, dass einst in Nowawes, das seit 1938 Babelsberg heißt, auch Autos gebaut wurden? Fritz Nathan, der Sohn des bekannten jüdischen Nowaweser Fabrikanten Louis Nathan, ließ in seinem Automobilwerk auf dem Gelände der Garn- und Jute-Weberei seines Vaters hinter dem Oberlinhaus von 1923 bis 1926 einen viersitzigen Pkw mit einer Sperrholzkarosserie anfertigen. An das Nowa-Werk, dessen Modelle 1925 sogar auf der Berliner Automobilausstellung zu sehen waren, erinnerte vermutlich die Gaststätte „Autobörse“ in Alt Nowawes Nr. 26, die es hier noch bis in die 1960er-Jahre gab.

1963 gab es 30 Kneipen im Babelsberger Kiez

Verschwunden ist aber nicht nur die „Autobörse“, längst geschlossen sind auch die „Rennbahn-Diele“ in der Reuterstraße, die „Sängerklause“ am Weberplatz oder das „Sonneneck“ Ecke Kleist- und Siemensstraße. Ein kleines Comeback erleben diese alten Gaststätten jetzt im Kneipenkalender 2019. Klaus Fritze, der bereits einen Kalender für 2018 herausgab, lädt die Potsdamer erneut zu einem Babelsberger Kneipenbummel im Jahre 1963 ein. „Die Kneipenlandschaft hat sich in den letzten 100 Jahren erheblich verändert. 1963 waren es etwa 30 Wirtschaften, von denen nur noch eine, das Sportrestaurant Hiemke in der Karl-Gruhl-Straße, das seit 1896 im Familienbesitz ist, kontinuierlich weitergeführt wird“, sagt der Autor.

Babelsberger Kneipenkalender 2019: die Sängerklause am Weberplatz im Jahr 1963. Quelle: Klaus Fritze

Von Fritze stammen nicht nur die schwarz-weißen Fotos, sondern auch die sehr informativen Texte. Sie vermitteln fast schon verlorenes heimatgeschichtliches Wissen, das für viele Neu-Babelsberger, aber auch für Alteingesessene von Interesse ist. So ging ja der Name der „Rennbahn-Diele“ auf eine Pferderennbahn zurück, die sich bis 1906 unweit der Domstraße befand und die einst auch Kaiser Wilhem II. mit seinem Besuch beehrte. Schade, dass der geschichtsträchtige Name nach 1990 mit der Übernahme durch die Hotelkette Ambassador verloren ging. Das frühere „Zieteneck“ hieß nach 1945 „Sonneneck“, weil der Name des preußischen Reitergenerals Hans-Joachim von Zieten verpönt war.

Babelsberger Kneipenkalender 2019: das Zieteneck an der Ecke Siemensstraße/Kleiststraße im Jahr 1963. Quelle: Klaus Fritze

Klaus Fritze, der schon als Kind fotografierte, hat den Kalender aus Spaß an der Freude erstellt. „Ich fühle mich meinem Geburtsort noch heute sehr verbunden, und es gibt wenig Informationen über Babelsberg“, sagt der promovierte Astrophysiker, der fast 50 Jahre lang auf der hiesigen Sternwarte arbeitete. Als ihm sein Schwiegersohn, Verleger in Köln, das Angebot für den Druck machte, war er einverstanden. „Die Fotos habe ich für meinen Onkel gemacht, um mich für seine Westpäckchen zu revanchieren. Er war Ur-Babelsberger und trank früher gern mal hier und da sein Bierchen. Über das Fotoalbum hat er sich sehr gefreut“, erzählt der Ruheständler, der die Negative demnächst dem Potsdam-Museum übergeben will.

Den Kalender gibt es u.a. in der Babelsberger Bürgel-Buchhandlung und im Internationalen Buch in Potsdam.

Von Karin Markert

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