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Potsdam Aufatmen am Potsdamer Klinikum
Lokales Potsdam Aufatmen am Potsdamer Klinikum
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02:15 02.12.2017
Das städtische Klinikum „Ernst von Bergmann“ in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Alarmstufe Rot im städtischen Klinikum „Ernst von Bergmann“: Am Dienstagmorgen ist dort eine E-Mail eingegangen, in der mit einem Anschlag gedroht wurde. Die Polizei und das Klinikum bestätigten der MAZ den Vorfall, wollten sich zum konkreten Inhalt des Schreibens allerdings nicht näher äußern. Wie die MAZ jedoch erfuhr, soll in der anonymen E-Mail damit gedroht worden sein, Anthrax-Bakterien über die Lüftungsanlage des Klinikums zu verbreiten. Anthrax – oder auch Milzbrand – ist eine akute Infektionskrankheit, die auch für den Menschen tödlich verlaufen kann. Frühzeitig erkannt, ist eine Behandlung mit Antibiotika aber möglich.

Für das Klinikum gab es schnell Entwarnung. „Sofort eingeleitete Prüfungsmaßnahmen, die durch Feuerwehr und Polizei vorgenommen wurden, konnte eine Bedrohungslage nicht bestätigen“, teilt die Polizei mit. Es lagen demnach keine Anhaltspunkte für eine Ernsthaftigkeit der Bedrohung vor. „Eine Gefahr für Patienten oder Besucher des Klinikums bestand zu keiner Zeit.“ Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zum Absender der E-Mail sowie zum Motiv dauern an. Wie Kliniksprecherin Damaris Hunsmann berichtet, ist die Droh-E-Mail gegen 8 Uhr eingegangen und wenig später entdeckt worden. Man habe dann unverzüglich die Polizei sowie die Feuerwehr alarmiert und den internen Alarm- und Rettungsplan für Notfälle aktiviert. Die Feuerwehr sei daraufhin mit Atemschutzanzügen angerückt und habe die problematischen Bereiche des Klinikums überprüft. Nach rund einer Stunde gaben Polizei und Feuerwehr Entwarnung.

„Weder Patienten noch Angehörige noch Mitarbeiter mussten das Haus verlassen“, sagt Damaris Hunsmann. Die für den Tag geplanten Operationen habe man allerdings zunächst ausgesetzt. Eingriffe, die die Ärzte bereits begonnen hatten, wurden fortgesetzt. „Das Risiko, diese Operationen zu unterbrechen, wäre zu groß gewesen“, sagt Damaris Hunsmann. Nach der Entwarnung habe man alle für den Tag geplanten Operationen durchgeführt – ab Mittag sei die Lage im Klinikum wieder normal gewesen und man habe alle Programme wieder hochgefahren. „Es musste kein einziger Eingriff verschoben werden. Es haben einfach alle länger gearbeitet“, so Damaris Hunsmann. Wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im in der Innenstadt gelegenen Klinikum aufgehalten haben, sei schwer zu sagen. „Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Wir können aber von einer Masse an Menschen ausgehen“, so Damaris Hunsmann. Das Klinikum verfügt inklusive Kinderklinik und der Psychiatrie in der Aue über 1177 Betten. Es zählt mit Labor, Catering und Verwaltung 2000 Angestellte, darunter 915 Pflegekräfte und 470 Ärzte.

Auch andere Krankenhäuser in ganz Deutschland haben am Dienstag E-Mails mit Anthrax-Drohungen erhalten. So berichtet die Thüringer Allgemeine von einer E-Mail an das Krankenhaus Sömmerda, bei dem mit „Luftverseuchung durch Milzbranderreger“ gedroht wurde. In den Stuttgarter Nachrichten war von mehreren „E-Mails in verschiedenen Schulen und an einem Krankenhaus in Baden-Württemberg“ zu lesen. Den Berichten zufolge fanden die Sicherheitskräfte auch in keinem der anderen Fälle Spuren von Anthrax.

Der Erreger wird immer wieder als biologische Waffe missbraucht. Bekanntester Fall: Kurz nach dem 11. September 2001 schürten die „Anthrax-Briefe“ die Angst vor verheerenden Folgeanschlägen mit Bio-Kampfstoffen. Laut Bundeszentrale für politische Bildung wurden bis Ende 2001 in den USA mit Milzbrand-Erregern gefüllte Briefe an fünf Medienanstalten und zwei Senatoren verschickt: 22 Menschen infizierten sich mit dem Virus, davon kamen fünf ums Leben.

Was ist Milzbrand?

Milzbrand (Anthrax) wird durch Bakterien ausgelöst und kommt unter Tierbeständen in Afrika, Asien und Teilen Europas vor, menschliche Fälle sind in industrialisierten Ländern hingegen sehr selten. In Deutschland wurde der letzte Fall von Milzbrand bei einem Menschen Ende 2009 gemeldet.

Je nach Eintrittspforte breitet sich der Erreger auf der Haut, in der Lunge oder dem Darm aus. In allen drei Fällen kann er in die Lymphbahnen eindringen. Es folgen Fieber, Schwellung und Verfärbung der Milz und ein Kräfteverfall.

Rechtzeitig erkannt, kann Milzbrand mit Antibiotika bekämpft werden. Im schlimmsten Fall führt er zum Tod.

Von Nadine Fabian

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