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„Auffällig ist der Kreisverkehr Lutherplatz“

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Fahrradunfall „Auffällig ist der Kreisverkehr Lutherplatz“

Vor einem halben Jahr starb eine 19-jährige Radfahrerin nach einem tragischen Unfall in der Friedrich-Ebert-Straße. Der Potsdamer Radverkehrsbeauftragte Torsten von Einem sieht im MAZ-Gespräch derzeit „keine Unfallschwerpunkte“ für Radler in der Stadt. Kritische Stellen würden ständig überprüft, so von Einem. Und die Stadt gebe sehr viel Geld für die Radler aus.

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Torsten von Einem

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Torsten von Einem ist Potsdams Radverkehrsbeauftragter.

MAZ: An welchen Stellen ist es in Potsdam am gefährlichsten für Radler?

Torsten von Einem: Derzeit gibt es Gott sei Dank keine Unfallschwerpunkte mit Radverkehrsbeteiligung – also fünf gleiche Unfälle – etwa Abbiegeunfälle – innerhalb eines Kalenderjahres. Auffällig ist der Kreisverkehr am Lutherplatz in Babelsberg – auch wenn dieser noch kein Unfallschwerpunkt ist. Dort werden Radfahrer häufig im Kreisverkehr von Autos überholt oder umgekehrt. Folge: Der Radfahrer wird häufig übersehen und dann angefahren, wenn die Autos aus dem Kreisverkehr fahren.

Wie können Brennpunkte beseitigt werden?

von Einem: Unfälle wie oben beschrieben könnten vermieden werden, wenn man auf ein Überholen im Kreisverkehr verzichtet. Die Stadt wird im Frühjahr die Markierung im Kreisverkehr erneuern, die die Zu- und Ausfahrten zum Kreisverkehr optisch kleiner erscheinen lassen und dadurch die Verkehrssicherheit verbessern soll. Den Schlüssel für mehr Sicherheit haben aber die Verkehrsteilnehmer selbst. Die Markierung kann nur ein Verhalten unterstützen.

Wie können sich Radler vor Gefahren schützen?

von Einem: Radfahrer sollten darauf achten, dass diese mit einem verkehrssicheren Fahrrad fahren und gerade bei Dunkelheit gut gesehen werden. Vorausschauende Fahren, bei dem man mit den Fehlern anderer rechnet, hilft genauso wie gegenseitige Rücksichtnahme.

Was hat sich aus Ihrer Sicht für Radfahrer in Potsdam bereits verbessert?

von Einem: Es wurden seit dem Beschluss des Radverkehrskonzepts 2008 viele neue Radverkehrsanlagen geschaffen, die mittlerweile in der Kernstadt ein durchgängiges Radverkehrsnetz bieten. Die Radverkehrssicherheit wurde an vielen Stellen in der Stadt, das Fahrradparken an Bahnhöfen und in der Innenstadt verbessert – auch, wenn es beim Thema Fahrradparken noch viel zu tun gibt. 2015 wurde eine Radwegweisung für alle wichtigen Routen im gesamten Stadtgebiet hergestellt. Außerdem wurden ein öffentliches Fahrradverleihsystem und ein Scherbentelefon eingeführt. Regelmäßig werden die Radwege gereinigt, und es gibt einen Winterdienst.

Wo und wie viel investiert die Stadt in diesem Jahr in Ausbau und Sanierung des Radwegenetzes?

von Einem: Die Stadt gibt 2016 mehr als 1,3 Millionen Euro aus, um Radfahren möglichst ganzjährig attraktiv zu machen. Dazu zählen etwa Fahrbahnverbreiterungen für Radfahr- und Schutzstreifen, die Erneuerung und Ergänzung von Markierungen oder die reguläre Ausbesserung von schadhaften Radwegen. Ein Schwerpunkt besteht im Ausbau von Stellplätzen: Am Bahnhof Charlottenhof entstehen 160 Abstellplätze, teilweise überdacht. Ergänzt wird das Vorhaben um den Einbau eines Blindenleitsystems zum Bahnhofsgebäude und Aufzüge. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 330 000 Euro, das Land hat gerade erst 216 000 Euro Fördermittel bewilligt. Auch am Bahnhof Medienstadt Babelsberg, am S-Bahnhof Babelsberg sowie an der Bushaltestelle Neu Fahrland werden die Park-Angebote erweitert, ebenso an der Schopenhauerstraße und an der Wilhelmgalerie. 2016 starten Planung und Bau für den Geh- und Radweg Schlaatz – Drewitz entlang der Fernwärmetrasse als Anbindung der Gartenstadt Drewitz an die Innenstadt. Und in Abstimmung mit den Partnergemeinden werden die Planungen für die Radschnellverbindung von Potsdam nach Stahnsdorf sowie die Fuß- und Radbrücke zwischen Potsdam und Werder (Havel) weitergeführt.


Von Ricarda Nowak

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