Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam „Aufnahmestopp“ für Potsdamer Tafel undenkbar
Lokales Potsdam „Aufnahmestopp“ für Potsdamer Tafel undenkbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 27.02.2018
Imke Eisenblätter, die Leiterin der Potsdamer Tafel Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam/Essen

Die Essener Tafel verkündete einen „Aufnahmestopp“ für Flüchtlinge bei ihren Ausgabestellen. Für Imke Eisenblätter von der Potsdamer Tafel wäre eine solche Entscheidung undenkbar.

Die Tafeln unterscheiden nicht nach Herkunft

„Das Credo der Tafeln ist, dass wir für alle da sind und nicht nach Herkunft unterscheiden“, sagte Eisenblätter der MAZ. Ein Aufnahmestopp müsse für alle gelten. Eisenblätter ist Potsdamer SPD-Stadtverordnete und sogar Vizevorsitzende des Bundesverbands der Tafeln in Deutschland. Sie erfuhr am Donnerstag auf einer Vorstandssitzung des Bundesverbands von der Essener Entscheidung.

„Der Landesvorsitzende aus Nordrhein-Westfalen wurde angerufen und selbst darüber informiert und teilte uns das mit. Wir haben sofort Jörg Sartor von der Essener Tafeln angerufen und ihm gesagt, dass das so nicht gehe“, schildert Eisenblätter.

Die Entscheidung der Essener Tafel wurde von vielen Landesverbänden scharf kritisiert. Das sei Diskriminierung, ist man sich einig.

Essener Tafelleiter war „einsichtig“

Sartor hatte sich laut Eisenblätter „einsichtig“ gezeigt. Er sagte später in einer Stellungnahme: „Wir wollen allen Menschen gerecht werden, die zu uns kommen. Angesichts der Situation in den Ausgabestellen hatten wir keine andere Möglichkeit, mit der Herausforderung umzugehen. Wir hoffen sehr, dass sich die Lage schnell soweit bessert, dass wir keine Warteliste mehr haben. Alle bisherigen Kunden der Essener Tafel werden wie gewohnt mit Lebensmitteln unterstützt“.

In Potsdam wächst die Zahl der Kunden – vor der Anteil von Kindern

Die Situationen der Tafeln sind in ganz Deutschland unabhängig von der Kundschaft mit Flüchtlings- oder Migrationshintergrund mittlerweile dramatisch. „In Potsdam wuchs die zahl unserer Gäste von 2016 bis 2017 von 53.000 auf 60.000 Menschen. Vor allem die Zahl der Kinder ist von einem Drittel auf über 40 Prozent angestiegen“, sagt Eisenblätter.

Ein genereller Aufnahmestopp allerdings „war zu keinem Zeitpunkt ein Thema“, sagt Eisenblätter. Mittlerweile habe man seine Kapazitäten jedoch ausgeschöpft und es werden weiterhin ehrenamtliche Helfer für die Tafel gesucht.

Unterwegs mit Fahrern der Potsdamer Tafel Quelle: Annika Jensen

Flüchtlingsanteil ist seit 2015 gewachsen

Auf Nachfrage bestätigt Eisenblätter , dass die Zahl der Flüchtlinge unter allen Kunden angestiegen ist. Während sie vor dem Jahr 2015 bei etwa 20 Prozent lag, seien heute rund die Hälfte der Kunden Flüchtlinge. Eine präzise Zahl gibt es nicht, da nur erfasst wird, ob die Kunden Rentner (11 Prozent), Hartz-IV-Empfänger (80 Prozent) oder Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (9 Prozent) sind. Der größte Teil der Flüchtlinge gehört aber zum Kreis der Hartz-IV-Empfänger.

Den Vorwurf, dass viele deutsche Kunden durch die Flüchtlinge von einem Besuch der Tafel abgeschreckt werden, lässt Eisenblätter nicht gelten. „2015 war der Andrang sehr groß. Viele unserer Kunden haben auch psychische Erkrankungen, könne solche Enge nicht gut ab. Damals wurden viele Menschen durch diese Stress-Situation abgeschreckt. Das hat sich heute aber normalisiert“, sagt Eisenblätter.

Weiterer Öffnungstag ab April oder Mai

Ab April oder Mai wolle man die Ausgabestelle in der Drewitzer Straße nicht mehr nur von Dienstag bis Freitag, sondern auch am bisherigen „Ruhetag“ Montag öffnen. Die Hoffnung ist, dass sich die Kundschaft dann auf fünf Tage verteilt und die ehrenamtlichen Helfer etwas entlastet werden.

Von Peter Degener

Potsdam Neue Ausstellung im Museum Barberini - Rätselhafte Figuren in der Landschaft

Das Museum Barberini widmet dem Maler Klaus Fußmann zum 80. Geburtstag eine eigene Ausstellung. Sie trägt den Titel „Menschen und Landschaften“, gezeigt werden 39 großformatige Gemälde aus dem gesamten schaffen des Künstlers, der in Berlin und Geltin (Schleswig-Holstein) lebt und arbeitet.

26.02.2018

Der Wohnungsteil des neuen Brunnenviertels auf dem Gelände des alten Plattenwerks ist fast fertig; die ersten Menschen ziehen ein im April. Doch sie blicken auf eine Brache voller Sandberge und Materialstapel, wo die Stadt ein Gewerbegebiet eingerichtet haben möchte. Sie sagt, dafür gebe es genügend Interesse in der Wirtschaft. Das sieht der Projektentwickler völlig anders. Trotzdem hat er Gewerbepläne in der Schublade.

23.02.2018

„Joki und die Wölfe“ heißt ein Abenteuerroman für Leser zwischen neun und zwölf Jahren. Er schildert die Freundschaft eines märkischen Jungen zu einem wilden Wolf. Geht das ohne Verklärung?

27.02.2018