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Potsdam Auftakt für den Jutekiez am Nutheufer
Lokales Potsdam Auftakt für den Jutekiez am Nutheufer
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02:15 10.02.2017
Blick auf die denkmalgerecht sanierte „Jute“. Schwarz verkleidet sind die ergänzenden Baukörper. Im Vordergrund das Baufeld für den Block G, der jetzt vorbereitet wird. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Zentrum-Ost

In wenigen Wochen beginnt das zweite Leben der Jute-Spinnerei auf dem Feld zwischen Nuthe und Lotte-Pulewka-Straße. Ende April soll die Eigentumswohnanlage in der 1863 errichteten Fabrikhalle fertig sein, hat Projektmanager Alexander Gottschald auf MAZ-Anfrage angekündigt. 29 Wohnungen sind insgesamt in das Gebäude mit den markanten Ecktürmen an der Südfassade eingebaut worden.

Auf der östlichen Seite entstanden mit aufgesetztem Obergeschoss vier Etagen mit jeweils zwei übereinander platzierten Maisonettes. An der Westseite, die mit einem fünf Meter tiefen Anbau erweitert wurde, sind drei Wohnetagen eingerichtet worden.

Alexander Gottschald auf der Baustelle. Quelle: Volker Oelschläger

Der historische Baukörper mitsamt den zur Nuthe hin rekonstruierten Schmuckzinnen auf dem Gesims von Dach und Türmen ist hell verklinkert, die ergänzenden Teile sind mit dunklen Aluminium-Verbundplatten besetzt. Laut Gottschald sind alle Wohnungen verkauft.

Vor gut drei Jahren hatten die von Gottschald vertretene Jutenspinnerei Potsdam, Vermögensverwaltungs GmbH & Co KG, und die Objektgesellschaft Wohnen an der Nuthe das 2,2 Hektar große Gelände von der TLG Immobilien erworben.

Der Ausbau und die denkmalgerechte Sanierung der Fabrikhalle ist der erste Schritt bei der Errichtung eines Viertels „Jutekiez“ mit weiteren 400 Mietwohnungen, darunter 220 Kleinappartements mit jeweils 23 Quadratmeter Größe. „Die Jute ist der Edelstein, der von der Umgebungsbebauung eingefasst wird“, sagt der Projektmanager.

Historische Ansicht der Jutespinnerei mit Anlegestelle. Quelle: Stadtarchiv

Geplant sind Richtung Nutheschnellstraße und zur Lotte-Pulewka-Straße mehrere U-förmige Wohnblocks. Zur Wiesenstraße hin sollen drei Stadtvillen gebaut werden. Jedes dieser Häuser wird die alte Fabrik nach aktuellen Plänen um ein Geschoss überragen. Frei bleibt nur eine Sichtschneise von der Jute zur Nuthe und weiter zur Friedrich-Engels-Straße jenseits der Bahngleise.

Wann weiter gebaut werde kann, ist noch offen. „Es wäre schön, wenn das Bauordnungsamt in der wachsenden Stadt mehr Mitarbeiter hätte“, sagt Gottschald mit Blick auf noch offene Genehmigungsverfahren.

Einzig bereits genehmigter Neubau sei Block G in der Kurve der Friedrich-List-Straße, für den jetzt mit den Gründungsarbeiten begonnen wurde. 35 von insgesamt 110 jeweils 16 Meter lange Bohrpfähle seien bereits versenkt worden. Bei günstigem Verlauf, schätzt Gottschald, könnte der Jutekiez Anfang 2019 komplett sein.

Wichtiges Zeugnis der Industrialisierung

Die 1862 von den Gebrüdern Julius und L. Robert Arntz am Ufer der Nuthe in Neuendorf gegründete Jutespinnerei war die erste Industrie-Spinnerei im Ballungsraum Potsdam-Nowawes. Bis dahin wurden Textilien in Heimarbeit hergestellt.

Ab 1863 errichteten sie eine Fabrikhalle, eine Schiffs-Anlegestelle und ein privates Wohnhaus in der heutigen Friedrich-Liest-Straße 8. Die Fabrik war eines der ersten mehrgeschossigen Gebäude von Nowawes, über Havel und Nuthe kam Roh-Jute aus Amerika, Indien und Russland direkt zur Fabrik.

Nach einem Großbrand 1881 wurde die Fabrik von der „Deutschen Jutespinnerei und Weberei Meißen“ übernommen und ausgebaut. Mit 327 Webstühlen wurde die Fabrik 1887 zur zweitgrößten Jutespinnerei in Deutschland.

Beim Luftangriff auf Potsdam in der Nacht des 14. April 1945 wurden große Teile der Spinnerei zerstört. Das Fabrikgebäude aber blieb erhalten. In der DDR diente das alte Spinnereigebäude als Lagerhaus für Waren des tägliche Bedarfs.

Die Fabrikanlage einschließlich der Fabrikantenvilla gilt heute als wichtiges Zeugnis für die Entwicklung der Orte Neuendorf und Nowawes von landwirtschaftlich geprägten Dörfen zu wichtigen Industriestandorten.

Von Volker Oelschläger

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