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Potsdam Auftakt für den Wahlkampf
Lokales Potsdam Auftakt für den Wahlkampf
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08:35 04.05.2018
Die OB Kandidaten (v.l.): Götz Friederich (CDU), Janny Armbruster (Grüne), Martina Trauth (Linke), Mike Schubert (SPD) und Lutz Boede (Die Andere). Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Der Oberbürgermeisterwahlkampf kommt langsam in Schwung. Am Donnerstagabend hatte der Rat für Kunst und Kultur – eine Interessenvertretung für Künstler und Kreative – zur Diskussion mit den Kandidaten in den Saal der Stadt- und Landesbibliothek eingeladen. Es war gewissermaßen der Auftakt der heißen Phase des Wahlkampfes. Gewählt wird am 23. September.

Der Zuspruch war groß – mehr als hundert Interessierte füllten den Saal fast bis auf den letzten Platz. Auf dem Podium: Götz Friederich (CDU), Janny Armbruster (Grüne), Martina Trauth (Linke), Mike Schubert (SPD) und Lutz Boede (Die Andere). Die Stimmung: Weitgehend friedlich, auch wenn die mit sehr viel Verve vorgetragenen Äußerungen der Linken-Kandidatin Trauth teilweise für spitze Bemerkungen unter ihren Kontrahenten sorgten. „Ich muss mir von Ihnen nicht den Haushalt erklären lassen“, schoss Trauth gegen Schubert. „Scheinbar doch“, konterte der SPD-Kandidat halblaut. Zum kleinen Schlagabtausch kam es auch zwischen Trauth und Boede, der ihr vorwarf: „Werden Sie doch endlich mal konkret.“

Dass AfD-Kandidat Dennis Hohloch nicht eingeladen war, hatte für Kritik bei seinen Parteifreunden gesorgt. Vor der Bibliothek verteilten sie gestern Flyer. Es habe den Anschein, als möchte man „unliebsame Meinungen unter den Teppich kehren“. Die Veranstalter erklärten, dass man eine Auswahl getroffen habe. „Wir haben diejenigen eingeladen, die aktuell in Erscheinung getreten sind mit Äußerungen zur Kunst und Kreativwirtschaft“, sagte Annette Paul. Hohloch nahm im Publikum Platz.

Thematisch griffen die Moderatorinnen des Abends, Sabine Chwalisz und Katja Dietrich-Kröck, auch ein aktuell heißes Eisen auf: die Zukunft des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum. Trauth hält wenig von einem Neubau, sie wünscht sich einen erneuten „transparenten Beteiligungsprozess“. Boede sieht die Stadt in der Pflicht – der Betrieb eines Kreativhauses dürfe nicht Sache eines privaten Dritten sein. Schubert mahnte zu einer „gelasseneren Diskussion“, so lange die Garnisonkirchenstiftung kein Geld hat für den Bau des Kirchenschiffes auf einem Teil des Rechenzentrums. Grünen-Kandidatin Armbruster ist für die Schaffung eines neuen Kreativstandorts an der Plantage; allerdings müsse ein gesicherter Übergang für den Künstler-Auszug bis 2023 geschaffen werden. „Dann kann man darüber nachdenken, wie man mit der Gebäudehülle des Rechenzentrums umgeht.“

CDU-Kandidat Friederich wies auf den erheblichen Sanierungsrückstau beim Rechenzentrum hin. Gleichzeitig machte er deutlich, dass auch andernorts in Sachen Kreativwirtschaft viel passiert. Beispiel: der Babelsberger Lokzirkus und die RAW-Halle am Bahnhof. Einigkeit herrschte in der Runde, was die schlechten Arbeitsbedingungen von Künstlern angeht. Es fehlen Bandprobenräume. Armbruster prangerte die prekäre Lage freier Träger an, die Selbstausbeutung betreiben würden. Schubert und Boede vollzogen den Schulterschluss: Die Zuwendungen für die freien Trägern müssten auf neue Füße gestellt werden. „Man braucht ehrliche Aushandlungsprozesse“, forderte Schubert. Boede möchte eine Anpassung der Zuwendungen an Tariferhöhungen. Für Trauth liegt auf der Hand: In Potsdam – „eine Stadt der Kultur“ – müsse auch die Entlohnung der Künstler ordentlich sein.

Von Ildiko Röd

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