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Augenzeugen kritisieren Bad-Mitarbeiter

Todesfall im Potsdamer „blu“ Augenzeugen kritisieren Bad-Mitarbeiter

Laut Stadtwerke lief bei dem Versuch, eine untergegangene Besucherin im Potsdamer Schwimmbad wiederzubeleben, alles professionell ab. Mehre Augenzeugen stellen die Situation vom vergangenen Donnerstag anders dar.

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Das „blu“ freut sich über gute Besucherzahlen, doch nun gibt es Kritik von Gästen.

Quelle: MAZonline

Potsdam. Nach dem Tod einer Besucherin des Potsdamer Schwimmbades „blu“ erheben mehrere Badegäste schwere Vorwürfe gegen die Badmitarbeiter und kritisieren die Darstellung des Vorgangs durch die Stadtwerke. Diese sei „verharmlosend und schönend“, sagt eine Frau, die am Unglückstag mit ihrer Familie vor Ort war.

Ein sehr junger Mitarbeiter des Bäderbetriebs habe zu seinem Vorgesetzten leicht aufgeregt gesagt, dass eine Person unter Wasser sei, gibt sie ihre Beobachtungen wider. Der Vorgesetzte habe das nicht ernst genommen und die lapidare Antwort gegeben: „Na dann kommt sie ja gleich wieder hoch.“ Zwei Badegäste, die zufällig Rettungssanitäter sind, hätten die untergegangene Frau aus dem Wasser gezogen. Wie berichtet, war die 39-Jährige im Krankenhaus gestorben, nachdem sie am Donnerstag im „blu“ aus unbekannter Ursache im großen Schwimmbecken untergegangen war und reanimiert werden musste. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Die Stadtwerke hatten am Montag erklärt, erst jetzt, durch eine Polizeimeldung und Medienanfragen erfahren zu haben, dass die Frau den Unfall nicht überlebt habe. Das Rettungspersonal sei mit der Situation nicht überfordert gewesen, sondern hätte den zufällig anwesenden Rettungsassistenten die Reanimation aufgrund ihrer weiter reichenden praktischen Erfahrung überlassen.

„Das Personal war in meinen Augen und deren anderer Badegäste mit der Situation völlig überfordert“, erklärt hingegen ein anderer Augenzeuge, der in der Ferienwoche mit seinen beiden Enkeln im Bad war. Die Badmitarbeiter hätten „völlig unprofessionell“ reagiert, von planmäßiger Erster Hilfe sei nichts zu erkennen gewesen. „So brachte ein Mitarbeiter einen Sani-Koffer zu der Unfallstelle, ein anderer brachte ihn wieder weg und ein dritter brachte ihn wieder hin“, schildert der Badegast das Geschehen. Nach „gefühlt sehr langer Zeit“ sei dann endlich der Rettungsdienst erschienen.

Auch die Frau, die Zeugin der Rettungsaktion wurde, beschreibt das Badpersonal als langsam und unkoordiniert. Der Bademeister sei „sehr gemütlich“ zum Büro gegangen, haben den Notruf getätigt und die von den Sanitätern geforderten Hilfseinrichtungen wie Sauerstoffflasche und Atemmaske zum Unfallopfer gebracht.

Auch dass der Zugang zum Sportbad wie von den Stadtwerken geschildert daraufhin abgesperrt und die Gäste ins Familienbad gebeten worden seien, bestreiten die Augenzeugen. „Der Sportbereich war nicht gesperrt, denn es befanden sich ja noch zahlreiche Schwimmgäste dort“, beschreibt der Badegast die Situation. Zudem hätten sehr viele Kinder das Geschehen miterlebt – ohne dass Mitarbeiter eingeschritten wären. 30 bis 40 Kinder, teils von Hort- und Kitagruppen, seien im Schwimmbereich gewesen. „Natürlich haben alle Gäste in diesem Bereich das Geschehen beobachtet – auch die vielen Kinder!“, bestätigt der Großvater, der mit seinen Enkeln im Bad war. Nach diesem Vorfall könne man dem Betreiber nur raten, sofort qualifiziertes Personal einzusetzen und die Mitarbeiter intensiv zu schulen.

Von Marion Kaufmann

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