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Potsdam Aus für Sinterklaas und Tulpenfest
Lokales Potsdam Aus für Sinterklaas und Tulpenfest
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14:47 10.10.2013
Das Tulpenfest im Holländischen Viertel steht vor dem Aus. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Aus nach 18 Jahren: In diesem Jahr fällt das zur Tradition gewordene Sinterklaasfest im Holländischen Viertel aus. Auch das Tulpenfest 2014 wird nicht stattfinden. Als Grund nannten die Organisatoren vom Förderverein zur Pflege der niederländischen Kultur in Potsdam gestern bei einer Pressekonferenz „Belastungen, die wir einfach nicht mehr stemmen können – gesundheitlich und finanziell“, so der Vereinsvorsitzende Hans Göbel.

„Der Oberbürgermeister bedauert das sehr“, sagte Stadtmarketing-Chefin Sigrid Sommer. Die Feste hätten eine überregionale Ausstrahlung.

Die jährlichen Finanzierungsengpässe seien jedoch nicht das Hauptproblem, so Göbel. Das 45 000 Euro teure Sinterklaasfest und das 120 000 Euro teure Tulpenfest wurden von der Stadt mit je 8 000, zuletzt dann 10 000 Euro bezuschusst. Besonders die Haftungsrisiken machten den fünf Familien des Organisatorenteams zu schaffen. „Wenn was passiert, ist man als Vereinsmitglied sofort beim Staatsanwalt, obwohl man nicht mal Geld mit dem Fest verdient hat“, so Göbel. Auch die immer umfangreicher werdenden Anforderungen beim Genehmigungsverfahren seien Gründe, weshalb die beiden Feste im Holländerviertel abgesagt wurden. Als Beispiel führte Göbel das jedes Mal fällige Sicherheitskonzept mit Fluchtwegen für Ernstfälle wie Brände oder Bombenfunde an. Zudem gebe es viele Anwohnerbeschwerden, die sich an den Wochenenden im April und Dezember stören.

Die komplette Übernahme der beiden Events durch kommerzielle Veranstalter hält Hans Göbel für zu teuer. In diesem Fall würde sich der Eintritt beim Tulpenfest von zuletzt vier Euro vervielfachen.

Diese Feste und Veranstaltungen gibt es in Potsdam noch

Für das alljährliche Stadtwerkefest im Lustgarten ist die „EPM Concept Marktveranstaltungen“ zuständig. In diesem Jahr kamen 50 000 Menschen – 2008 noch 120 000. Für das nächste Jahr könne man von Veranstalterseite noch keine Angaben machen. Entscheidungen über die Veranstaltungen im kommenden Jahr würden erst auf der Jahresversammlung getroffen.

Der Volkspark ist mit der Resonanz auf seine Veranstaltungen zufrieden: Die Feuerwerkersinfonie lockte in diesem Jahr mehr als 23 000 Zuschauer an. Damit sei man „völlig zufrieden“, sagt Sebastian Scholze von der Pro Potsdam. Auch über die Besucherzahlen beim mittlerweile 25. Drachenfest gab es keine Klagen. Beim vierten Umweltfest war ein Besucherzuwachs von 2500 auf 3500 Gäste zu verzeichnen. Das 9. Ritterfest zog 10 000 Leute in den Volkspark, damit ist Veranstalter Dietmar Frick zufrieden. Das Jubiläum im nächsten Jahr werde noch größer. Ganz neu wird am 27. Oktober das erste Dahlienfest im Volkspark stattfinden. Hier können Dahlienknollen für den eigenen Garten Preis erworben werden.

Im Jahr 1993 fand das erste Böhmische Weberfest auf dem Babelsberger Weberplatz statt. Durch sein besonderes Flair mit Köchen aus Böhmen, Fladenbäckern, Schankwirten und traditionellen Handwerkskünsten ist es zu einem der beliebtesten Potsdamer Feste mit bis zu 20 000 Besuchern geworden. Bis 2012 noch vom Verein „Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf“ organisiert, ist seit Juni 2013 die Firma „EPM Concept Marktveranstaltungen“ mit dem Weberfest betraut, die das Konzept verbessern will, um das Fest finanziell wieder tragbar zu machen.

Der größte Potsdamer Adventsmarkt „Blauer Lichterglanz“ lockt jährlich rund 500 000 Besucher auf die Brandenburger Straße. Nach der hitzigen Diskussion um die Eröffnung vor Totensonntag im vergangenen Jahr wird der Markt in diesem Jahr erst wieder nach dem christlichen Gedenktag am 25. November eröffnen – obwohl in anderen Städten, etwa Bonn und Essen, Adventsmärkte auch vor Totensonntag öffnen und es vom Potsdamer Publikum gut angenommen wurde.

Der Böhmische Weihnachtsmarkt auf dem Babelsberger Weberplatz wird, genau wie der Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“ in der Innenstadt, von der Cottbusser „Coex Veranstaltungs GmbH“ organisiert. Die Resonanz auf den
in diesem Jahr vom 29. November bis 1. Dezember stattfindenen Markt ist „überwältigend“, sagt Veranstalter Eberhard Heieck. Mehrere zehntausend Leute kommen an einem Adventswochenende. Finanziert wird er durch Mittel aus dem Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“.

Lösen könnten die Notlage des Vereins ein Partner, der die wirtschaftlichen Risiken und die Verantwortung mitübernimmt sowie ein logistischer Service für die Bearbeitung der Auflagen seitens der Verkehrsbehörde, der Bauaufsicht, des Gewerbeamtes, des Ordnungsamtes und der Feuerwehr. Ein Umzug der Veranstaltungen auf den benachbarten Bassinplatz würde nach Ansicht der Vorstandsmitglieder der Fördergesellschaft den bisherigen Festcharakter verzerren.

Die Feste abzusagen wollen die Vereinsmitglieder als Diskussionsgrundlage für die Zukunft von Tulpenfest und Sinterklaasfest verstanden wissen. Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung soll es ab Januar geben. Dass das Konzept auch weiterhin funktioniert, würden laut Hans Göbel die Besucherzahlen belegen – rund 40 000 Gäste im Frühjahr und rund 25 000 im Winter.

Ihr Ausfall „ist ein Verlust für den Veranstaltungskalender der Stadt Potsdam“, so der Dehoga-Kreisvorsitzende Arndt Gilka-Bötzow gegenüber der MAZ. Er hoffe auf eine Fortführung mit einem entsprechenden Konzept.

Wolfgang Cornelius, Vereinsvorsitzender der AG Innenstadt, sagte auf Nachfrage: „Wir sind vollkommen überrascht und sehr enttäuscht. Auch ein bisschen verärgert, denn ich hätte erwartet, dass man so eine Entscheidung vorher im Arbeitskreis Innenstadt bespricht.“ Organisatorische Hürden überwinden „sind wir Potsdam schuldig“, so der Sprecher der Gewerbetreibenden.

Von Michaela Grimm

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