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Potsdam Aus für die Garnisonkirche?
Lokales Potsdam Aus für die Garnisonkirche?
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14:53 25.10.2016
Fassadenelemente der zerstörten Garnisonkirche in Potsdam. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Garnisonkirche wird erneut Thema im Bundestag. Die Fraktion der Linken fordert in einem neuen Antrag an das Parlament, die für den Wiederaufbau des Turms in Aussicht gestellten zwölf Millionen Euro Bundesmittel zu streichen. Die Bundesregierung wird in dem Antrag vom 18. Oktober aufgefordert, „sich nicht finanziell am Gesamtprojekt oder an Teilprojekten zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche zu beteiligen“ und „die Inaussichtstellung einer finanziellen Beteiligung durch den Bund zurückzunehmen“.

Linke: „Die Finanzierung unsicher und intransparent“

Der Wiederaufbau des Turms der früheren preußischen Militärkirche sei in der Potsdamer Stadtgesellschaft und auch in christlichen Kreisen hoch umstritten, so die Bundes-Linken: „Der Wiederaufbau ausgerechnet dieses Kirchenbaus ist nicht vergleichbar mit der Wiedererrichtung etwa der Dresdner Frauenkirche und könnte das große friedenspolitische Engagement vieler Kirchgemeinden diskreditieren.“ Die Finanzierung des Vorhabens sei „hochgradig unsicher und intransparent“, heißt es weiter in dem Antrag der Linksfraktion.

„Rechtsextreme Kultveranstaltungen“ in Potsdam befürchtet

Angesichts des aktuellen Erstarkens rechtsnationaler und neonazistischer Kräfte in Deutschland und in Europa bestehe zudem „die reale Gefahr“, dass der Ort wegen seiner Geschichte „bewusst missbraucht und für rechtsextreme Kultveranstaltungen genutzt werden“ könnte. Eine finanzielle Beteiligung des Bundes wäre deshalb „nicht nur Verschwendung von Steuergeld, sondern ein völlig falsches politisches Signal“.

Die Evangelische Kirche will viel Geld für das Projekt locker machen

Für den geplanten Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche könnten allerdings in Kürze fünf Millionen Euro kirchliche Kredite zur Verfügung stehen. Der evangelische Kirchenkreis Potsdam prüfe derzeit die Gewährung eines Darlehens in Höhe von 250 000 Euro, heißt es im Bericht der Kirchenleitung an die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die ab Mittwoch zu ihrer Herbsttagung in Berlin zusammenkommt. Die Landeskirche hatte bereits vor einigen Monaten einen Kredit in Höhe von 3,25 Millionen Euro für die Garnisonkirche beschlossen, von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sollen weitere 1,5 Millionen Euro kommen.

Im November entscheiden Kirchentagungen übers Geld

Mit dem geplanten Darlehen des Kirchenkreises Potsdam von 250 000 Euro befasst sich die Potsdamer Kreissynode auf ihrer Herbsttagung am 11. und 12. November. In den vergangenen Monaten seien wichtige Schritte auf dem Weg zum Nachweis einer geschlossenen Finanzierung des Turmbaus gemacht worden, heißt es weiter im Bericht der Kirchenleitung. Der Nachweis der geschlossenen Finanzierung sei unter anderem nötig, damit die zugesagten zwölf Millionen Euro Fördergelder aus dem Haushalt der Bundeskulturbeauftragten zur Verfügung gestellt werden können. Das Darlehen der Landeskirche soll auf Beschluss der Synode erst ausbezahlt werden, wenn die Stiftung die restlichen Mittel eingeworben habe, heißt es weiter im Bericht der Kirchenleitung. Der Kredit werde zudem „nur vergeben, wenn das Projekt eine wirkliche Realisierungschance hat“.

Ruine der Garnisonkirche in Potsdam. Später wurde sie gesprengt und abgetragen. Quelle: epd

Für den Wiederaufbau des Turms der 1945 zerstörten und 1968 in der DDR abgerissenen Garnisonkirche waren zunächst rund 40 Millionen Euro veranschlagt. Dafür wurden aus dem Bundeskulturhaushalt zwölf Millionen Euro Fördermittel in Aussicht gestellt. Weil die restlichen Mittel bislang nicht aufgebracht werden konnten, ist nun eine reduzierte Bauvariante ohne Turmhaube und Zierelemente im Gespräch, die nur noch rund 26 Millionen Euro kosten soll.

Das Bauvorhaben ist umstritten. Befürworter argumentieren unter anderem mit der Bedeutung des Barockbaus für das Potsdamer Stadtbild und einer Wiedergutmachung für den Abriss in der DDR. Gegner argumentieren unter anderem mit der Militärgeschichte der Kirche und der Nutzung des Gotteshauses durch die Nationalsozialisten zur Inszenierung der Reichstagseröffnung im März 1933. Am historischen Standort wurde inzwischen ein kleiner provisorischer Neubau errichtet, der eine Ausstellung beherbergt und als Ort für Friedens- und Versöhnungsarbeit dient.

Von MAZ online

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