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Potsdam Ausgezeichnet für Bildideen von Europa
Lokales Potsdam Ausgezeichnet für Bildideen von Europa
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00:37 25.03.2018
Die Erstplatzierten: Luna Rujevcan, Madita Löwer und Annika Waller (v.l.) mit ihrem Gruppenbild und Nele Hendel (r.). Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Male ein Bild zum Thema „Gelebtes Erbe – Europa ist Kultur!“. Das war die knifflige Aufgabe für Kinder und Jugendlichen in Brandenburg beim 8. Europa-Malwettbewerb. 280 Schülerinnen und Schüler haben sich mit Bildern und Collagen beteiligt. Bei allen Unterschieden ist klar zu erkennen: Europa, das ist nicht diese eine Sache, dieses eine große Ding, das alleine vor sich hin als Einzahl existiert. Europa, das ist ganz viel. Viele Farben, viele Stimmen, viele Menschen und Tiere, viele Geschichten. Gestern fand im Treffpunkt Freizeit die Preisverleihung statt. Zur Auszeichnung kamen auch Stefan Ludwig, Minister der Justiz, für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, und die Europaabgeordnete Susanne Melior.

Für Nele Hendel ist Europa wie ein Baum mit stattlichen Ästen, vielen Zweigen und tiefen Wurzeln. Um diese rankt ein Fabelwesen, das die Elemente vieler Tiere in sich vereint: ein Drachenkopf mit Hörnern, ein blauer Schlangenkörper mit Fell und Flügeln. Aus diesen Tiefen wächst der Baum vorbei an Wolken und trägt in seiner gigantischen Krone den Berliner Fernsehturm, den Pariser Louvre und den Eiffelturm, den britischen Big Ben, den italienischen Turm von Pisa, die griechische Akropolis und viele Häuser mehr. Mit ihrem Bild hat Nele Hendel beim Europa-Malwettbewerb des Europa-Zentrums Potsdam und der Europe Direct Informationszentren Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) den 1. Platz in ihrer Altersklasse belegt.

„Ich habe an die Mythologie gedacht, vor allem an die nordische. Das war meine Inspiration“, sagt die Gewinnerin. „Auf meinem Bild ist der Weltenbaum mit charakteristischen Gebäuden aus europäischen Städten zu sehen.“ Die Städte hat die 15-Jährige auch alle schon bereist. „Mich interessiert die Geschichte dahinter“, sagt die Schülerin der 9. Klasse des Karl-Liebknecht-Gymnasiums Frankfurt (Oder).

Eins der prämierten Gruppenwerke stammt von drei Freundinnen aus Kleinmachnow, die alle die 5. Klasse der Steinweg-Schule besuchen. Ihr Bild entstand sowohl im Unterricht als auch daheim.

„Wir wollten eigentlich Gesichter und eine Hand mit Flaggen malen“, erzählt Madita Löwer. Doch dann entschieden sich die Mädchen für die Idee von Luna Rujevcan und entwarfen ein Fahnenmeer mit Sprechblasen an jeder der einzelnen Europa-Flaggen. In den Sprechblasen steht überall das gleich Wort in der jeweiligen Landessprache. „Wir haben ,Danke’ draufgeschrieben. Danke, weil wir beim Wettbewerb mitmachen durften und Danke dafür, dass es Europa gibt“, sagt Annika Waller vom Gewinner-Trio. Dann fallen sich die Schülerinnen in die Arme, bejubeln ihre Tropical-Islands-Gutscheine und feiern ihren Sieg.

Aufgerufen waren für den Wettbewerb alle Schülerinnen und Schüler in Brandenburg. Im Treffpunkt Freizeit Potsdam sind nun für einige Wochen mehr als 20 der ausgezeichneten Werke ausgestellt. Die Klassen 5 und 6 der Meusebach-Grundschule Geltow haben jeweils einen Klassenpreis für Porträts und eine gemeinsame Collage erhalten, auch diese sind ausgestellt. Auf vielen der Gewinner-Werken sind berühmte Bauwerke zu sehen, Komponisten wie Beethoven, Dichter und Denker wie Goethe. Und immer wieder: Rückenfiguren, ein zentrales kunstgeschichtliches Motiv. Auf den Werken der Schüler stehen diese Figuren mit dem Rücken zum Betrachter aber nicht wie Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“, sondern in einer reinen Bleistiftzeichnung auf einem Müllhaufen mit Blick auf europäische Ruinen. In einem anderen Bild steht die Figur mit Regenschirm auf einem brennenden Berg, von dem aus Europa wie ein eigener Planet erscheint, eine Weltkugel mit Sternenkranz – und Rissen. Die Eruptionen und die Spannungen, die auf dieser Mischung aus Kontinent, Kulturkreis und Staatengemeinschaft liegen, finden sich in den Bildern der Schüler wieder.

An Potsdamer Beteiligung beim Wettbewerb mangelt es. Die Leiterin des Europa-Zentrums Potsdam Ines Friedrich bewertet es als „Luxus, wenn sich Lehrer damit beschäftigen. An so einem Malwettbewerb teilzunehmen, ist mehr, als Kindern ein Plakat in die Hand zu drücken“. Didaktische Vor- und Nachbereitung zum Thema Europa gehören etwa auch dazu.

Von Michaela Grimm

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