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Potsdam Außenkulisse "Neue Berliner Straße" entsteht
Lokales Potsdam Außenkulisse "Neue Berliner Straße" entsteht
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20:45 04.08.2014
Bei der Grundsteinlegung (v.l.): Studio-Boss Charlie Woebcken mit Minister Sigmar Gabriel und Ministerpräsident Dietmar Woidke. Quelle: Britta Pedersen
Babelsberg

Startschuss für neues Filmset: Knapp acht Monate nach dem Abriss der legendären Außenkulisse "Berliner Straße" ist am Montag an der Grünstraße der Grundstein für den Nachfolgebau im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD) sowie den Studio-Babelsberg-Vorständen Charlie Woebcken und Christoph Fisser gelegt worden. Auf dem Gelände des einstigen Karl-Marx-Werks soll die "Neue Berliner Straße" auf mehr als 12.000 Quadratmetern entstehen und damit doppelt so groß werden die frühere Außenkulisse.

Zwölf Millionen Euro investiert das Traditionsstudio in die Außenkulisse, die mit Straßenzügen in unterschiedlichen Architekturstilen geplant ist. Der Bau soll an ein Filmprojekt gekoppelt werden, um auf diese Weise Kosten wieder einzuspielen, sagte Michael Düwel, Geschäftsführer der Studio-Tochter Art Department. Man verhandele momentan mit Produzenten nationaler wie internationaler Projekte, spruchreif sei bislang nichts, so Woebcken. Die Investition zeuge von "Treue zum Standort", lobte Woidke die Studio-Bosse und versprach, "alles zu tun, um die Medienstadt weiter gedeihen zu lassen". Eine ähnliche Zusage gab der Bundeswirtschaftsminister, der zum Auftakt seiner Sommerreise gestern Brandenburg besuchte: "Die Filmförderung muss stabilisiert oder ausgebaut werden. Das ist gut angelegtes Geld." Babelsberg konkurriert mit Studios in London und Prag, müsse sowohl technologisch als auch bei den Förderbedingungen mithalten können, so Gabriel. Woebcken und Fisser werden es gern gehört haben. Der Deutsche Filmförderfonds, mit dem Kinoproduktionen unterstützt werden, wurde 2014 von 70 auf 60 Millionen Euro gesenkt und soll 2015 auf 50 Millionen Euro abgespeckt werden. Die Studio-Bosse befürchten gravierende Nachteile für den Filmstandort Deutschland, da große Projekte abwandern. Eine dieser Tage von Filmwirtschaft und -verbänden in Auftrag gegebene Studie soll nun belegen, welche kulturellen und volkswirtschaftlichen Effekte Filmförderung bringt.

Neueste filmtechnologische Bedingungen birgt nun die in Europa einzigartigen "modularen Hybridkulisse", von der erst ein zwölf Meter hohes Teststück steht. Die Konstruktion besteht aus klassischen Fassadenrücksetzern, die in Kombination mit Green-Screen-Elementen (deren Inhalt man später am Computer bearbeiten kann) einsetzbar sind. Grundrisse können individuell nach den Anforderungen der Projekte ausgetauscht, ergänzt oder verändert werden, so Düwel. Möglich sei, Kulissenwände, Bürgersteige, Um- und Anbauten von Wohnungen, Ladengeschäften, Fassadenflächen und digitale Bildhintergründe zu versetzen. In den nächsten Wochen wird zunächst Baufreiheit auf dem Gelände geschaffen, werden Strom- und Wasseranschlüsse gelegt, sagte Szenenbildner Joris Hamann, der bereits den Bau der alten "Berliner Straße" betreute.

Die Außenkulisse war 1998 für Leander Haußmanns DDR-Komödie "Sonnenallee" an die Marlene-Dietrich-Allee gebaut worden. Bis 2013 diente die Kulissenstraße als Schauplatz für mehr als 350 Produktionen. Auf der Brache sollen gemäß Bebauungsplan Studentenwohnungen und ein Gewerbekomplex entstehen.

BESUCH AN FILMUNIVERSITÄT

  • Filmreife Ankunft: Flankiert von Sicherheitsleuten und Journalisten entstieg Sigmar Gabriel (SPD) gestern einem schwarzen Bus mit dem Schriftzug „Pirotti Vip-Liner“. An der FilmuniversitätKonrad Wolf“ wurde der Vizekanzler von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Hausherrin Susanne Stürmer begrüßt.
  • Die Präsidentin führte den Politik-Journaille-Tross durch die vor 60 Jahren gegründete Filmhochschule, die Anfang Juli in Deutschlands erste Filmuniversität umgewandelt wurde.
  • Erster Stopp war in einem Studio mit Wald-Szenenbild, in dem momentan ein Antikriegs-Spot entsteht. Susanne Stürmer berichtete von der hochqualitativen Ausbildung an der Filmuniversität, deren Absolventen mehrheitlich in der Film- und Fernseh-, aber auch in der Internetbranche landen. Anschließend wurde das Tonstudio besucht, in dem zurzeit der Film „Paradise“ des Iraners Sina Ataeian gemischt wird.
  • Abschließend diskutierte Gabriel im Filmuni-Kinosaal mit Studenten über Perspektiven nach ihrem Abschluss.

Von Ricarda Nowak

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