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Außenkulisse für Filmstudios überlebenswichtig

Babelsberg blickt optimistisch in die Zukunft Außenkulisse für Filmstudios überlebenswichtig

Abseits wunderbarer Schauplätze in Potsdam und Umgebung – für das Studio Babelsberg ist eine dauerhafte Außenkulisse auf dem eigenen Gelände überlebenswichtig. Mitte Dezember startete der Bau der „Neuen Berliner Straße“ auf 15 000 Quadratmetern. Gedreht wird dort ab Frühjahr die Krimiserie „Babylon Berlin“.

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Blick auf die Baustelle der Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ zwischen Grünstraße und Ahornstraße in Babelsberg.

Quelle: Christel Köster

Babelsberg. Über die erste Trophäe 2016 darf im Studio Babelsberg vielleicht schon am kommenden Sonntag gejubelt werden – dann werden in Beverly Hills die 73. Golden Globes vergeben. Als bester Nebendarsteller nominiert ist Mark Rylance, der in Steven Spielbergs Agententhriller „Bridge of Spies“ – vom Studio koproduziert – den sowjetischen Spion Rudolf Abel verkörpert und in seiner zurückgenommenen, eleganten Art Knautschgesicht Tom Hanks als Unterhändler die Show stiehlt. Und als Anwärter auf einen Oscar (Verleihung am 28. Februar) steht Rylance ebenfalls hoch im Kurs.

Bridge of Spies – Der Unterhändler“ entstand Ende 2014 an Originalmotiven – so an der Glienicker Brücke.

Abseits wunderbarer Schauplätze in Potsdam und Umgebung – für das Traditionsstudio ist eine dauerhafte Außenkulisse auf dem eigenen Gelände überlebenswichtig. Umso größer war die Freude, als Mitte Dezember der Bau der „Neuen Berliner Straße“ auf 15 000 Quadratmetern zwischen Grün- und Ahornstraße startete – zwei Jahre, nachdem an der Marlene-Dietrich-Allee das bei Filmemachern aus aller Welt beliebte Set „Berliner Straße“ abgerissen werden musste. Weil der Mietvertrag endete – und um echte Häuser zu errichten.

„Eine dauerhafte Außenkulisse ist ein wichtiger Bestandteil für die Attraktivität des Standortes und wird weltweit Signalwirkung haben“, freute sich Studio-Boss Charlie Woebcken. Im späten Frühjahr soll die erste Klappe in der „Neuen Berliner Straße“ fallen – für die von X-Filme produzierte historische Krimiserie „Babylon Berlin“ nach den Bestellern von Volker Kutscher. Noch braucht es jedoch viel Phantasie, um auf der von Baggern zerfurchten Sandwüste die vier Straßenzüge zu erkennen, in denen sich irgendwann Filmteams tummeln werden. Die Handwerker des studioeigenen Art Department ziehen die Kulisse in unterschiedlichen Architekturstilen hoch. „Ob Berlin, Paris, London oder New York - die ,Neue Berliner Straße’ ist wandlungsfähig nach den Bedürfnissen unserer Kunden“, so Art-Department- Geschäftsführer Michael Düwel. Häuser könnten angebaut, Bürgersteige versetzt, Bildhintergründe ausgetauscht werden. Die „Neue Berliner Straße“ wird dreimal so groß wie ihre Vorgängerin. Der Clou sind Möglichkeiten für digitale Set-Erweiterungen. Mehr als zwölf Millionen Euro investiert das Studio. Nach „Babylon Berlin“ stehen weitere Projekte in den Startlöchern. Ohne feste Außenkulisse kamen zwei vom Studio koproduzierte Filme aus, die in den nächsten Wochen ins Kino kommen. Der Actionthriller „Point Break“ wurde auf vier Kontinenten gedreht – Surfer, Snowboarder, Motorradfahrer und Free-Climber sorgen für spektakuläre Szenen in atemberaubenden Landschaften. Und für die Skispringer-Komödie um den legendären „Eddie the Eagle“ ging es im vergangenen Winter zum Dreh ins bayerische Oberstdorf, aus dem Art-Department-Handwerker für Olympisches Flair anno 1988 sorgten und Sportstätten der damaligen Gastgeberstadt Calgary nachbauten.

Das Studio sieht sich und die deutsche Filmindustrie aufgrund verbesserter Rahmenbedingungen „auf einem guten Weg, international wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Woebcken. Dank mehrerer internationaler Projekte, die im vergangenen Jahr auch in Babelsberg gedreht wurden – die fünfte Staffel der TV-Agentenserie „Homeland" oder der Horrorthriller „A Cure for Wellness“ – dürfte die Bilanz für 2015 positiv ausfallen. – Anders als 2014 – damals schloss das Studio mit einem Minus von 2,4 Millionen Euro ab.

Babelsberger Kinostarts 2016

„Point Break“ – spektakuläre Neuverfilmung des gleichnamigen Actionfilms von 1991 – startet am 21. Januar in den deutschen Kinos. Studio Babelsberg war ausführende Produktionsfirma des aufwendigen Thrillers, der auf vier Kontinenten gedreht wurde. Die Story: Der junge FBI-Agent Johnny Utah (Luke Bracey) infiltriert ein Team von Extremsportlern, das etliche ausgeklügelte Angriffen auf Firmen begangen haben soll. Auf seiner gefährlichen Undercover-Mission will Utah die Gang um ihren Boss Bodhi (Édgar Ramírez) überführen. Viele der aufsehenerregenden Stuntszenen haben bekannte Extremsportler ausgeführt.

„Eddie the Eagle – Alles ist möglich“ erzählt die (wahre) Geschichte von Michael Edwards (Taron Egerton), der 1988 als erster Skispringer für Großbritannien bei den Olympischen Winterspielen startete – und vom krassen Außenseiter zum Publikumsliebling avancierte. Eddies Skilehrer wird von Hugh Jackman gespielt. Die Studio-Babelsberg-Koproduktion läuft ab 31. März auf den hiesigen Leinwänden.

Außerdem starten das Abenteuer„The Lake“ (11. August) und der Horrorthriller „A Cure for Wellness“ (22. September) – weitere Koproduktionen des Babelsberger Traditionsstudios. rn

Von Ricarda Nowak

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