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Potsdam Ausstellung „Kaiserdämmerung“ im Neuen Palais
Lokales Potsdam Ausstellung „Kaiserdämmerung“ im Neuen Palais
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18:14 05.06.2018
Kurator Jörg Kirschstein von der Schlösserstiftung vor dem Porträt von Kaiser Wilhelm II., das während der Revolutionstage beschädigt wurde. Quelle: Bernd Gartenschläger
Sanssouci

Im Anrichtezimmer im Erdgeschoss des Neuen Palais werkeln Restauratoren und Elektriker in diesen Tagen fleißig und versehen die fünf Wandschränke mit Licht. Davor steht auf einem Klapptisch bereits das königliche Porzellan, das später hier einziehen wird. Seit Dienstag laufen im Neuen Palais die Aufbauarbeiten zu der neuen Ausstellung „Kaiserdämmerung“, die kommende Woche am Samstag, dem 16. Juni, eröffnet wird.

Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 endete vor 100 Jahren die preußische Monarchie. Die Ausstellung widmet sich genau dieser Zeit zwischen Monarchie und dem Entstehen der Weimarer Republik in Deutschland. Das Neue Palais sei der authentischste Ort für diese Ausstellung. Denn der letzte und größte Schlossbau Friedrichs des Großen war der Lieblingsplatz des Kaisers und seiner Gemahlin Auguste Victoria – und damit Hauptschauplatz der Novembertage 1918.

„Das erste Mal nach 100 Jahren werden wir in die Wandschränke des Anrichtezimmers wieder Porzellan stellen“, sagt Kurator Jörg Kirschstein von der Potsdamer Schlösserstiftung.

Leihgaben aus den Niederlanden kommen nach Potsdam

Das Geschirr der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) lagerte bisher im Depot und wurde noch nicht ausgestellt. Vieles an täglichen Gebrauchsgegenstände habe der Kaiser nach Doorn, seinem niederländischen Exilort, mitgenommen. Das Highlight: Eine Tafel wird mit genau jenem Geschirr aufgebaut. Dafür kommen gut 50 Exponate aus dem Huis Doorn als Leihgabe extra nach Potsdam. „Wir haben solche Stücke ausgesucht, die er auch benutzt haben könnte“, sagt Kirschstein. Die Tafel mit drei Gedecken für das Kaiserpaar und den fünften Sohn Oskar soll die Besucher zurückversetzen – hin zum 29. Oktober 1918, hin zu jenem Tag, als der Kaiser das letzte Mal in Deutschland war. „Dass er nie mehr wiederkommen würde, hat er natürlich nicht gewusst“, so Kirschstein.

Daneben soll auch gezeigt werden, wie der normale Bürger die Zeit erlebt hat. Dafür wird in den nächsten Tagen noch ein Pult errichtet mit Texten und Fotos, die das Leben der Hofdienerschaft dokumentieren.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Die Ausstellung „Kaiserdämmerung – Das Neue Palais 1918 zwischen Monarchie und Republik“ ist im Neuen Palais zu sehen.

Sie beginnt am Samstag, den 16. Juni, und läuft bis Montag, den 12. November.

Geöffnet ist die Ausstellung täglich außer Dienstag von 10 bis 17.30 Uhr. Letzter Einlass ist um 17 Uhr.

Ab dem 1.November ist die Öffnungszeit um eine halbe Stunde verkürzt – also jeweils nur bis 17 Uhr. Der letzte Einlass ist dann um 16.30 Uhr.

Der Besuch der Ausstellung ist in den normalen Besucherrundgang integriert. Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Im Ruheraum des Kaisers hängt jetzt das Porträt des Monarchen, das Philip de László 1911 gemalt hat und das ursprünglich zur Ausstattung im Berliner Schloss gehörte. Knapp sieben Jahre später beschädigten es Revolutionäre. Vier große Schnitte, die vor zehn Jahren restauriert wurden, gehen durch Gesicht und Schulterpartie des Kaisers. Dadurch wird vor allem ein Kontrast deutlich: Während es in Berlin 1918 Tumulte gab, verlief die Revolution in Potsdam weitestgehend friedlich. „Potsdam war die Stadt des Adels und des Militärs. Dadurch blieb es von Überfällen oder Plünderungen verschont“, weiß Kurator Kirschstein.

Auf insgesamt 15 solcher Stationen mit rund 150 verschiedenen Exponaten, darunter auch der Schreibtisch und die Uniform des Kaisers, können sich Besucher freuen. Auch etwa fünf Räume wie das Zimmer des Garderobiers oder Dienstbotengänge können erstmalig besichtigt werden. Daneben werden zahlreiche historische Fotografien, Briefauszüge von Kaiserin Auguste und Transportlisten ausgestellt.

Von Anne Knappe

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