Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Ausstellung im Potsdamer „Kunst-Kontor“

Maler und Filmemacher Jürgen Böttcher wird 85 Jahre Ausstellung im Potsdamer „Kunst-Kontor“

Der international renommierte Maler und Filmemacher Jürgen Böttcher, bekannt als Strawalde, wird am 8. Juli 85 Jahre alt. Die Filmuniversität „Konrad Wolf“ widmete ihm jetzt einen vergnüglichen Nachmittag. Am 3. Juli zeigt die Potsdamer Galerie „Kunst-Kontor“ Werke von Strawalde.

Babelsberg 52.3875629 13.1028718
Google Map of 52.3875629,13.1028718
Babelsberg Mehr Infos
Nächster Artikel
Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig

Jürgen Böttcher war in der Filmuniversität.

Quelle: bernd gartenschläger

Babelsberg. Es gibt vermutlich nur sehr wenige Menschen, die kurz vor ihrem 85. Geburtstag eine dritte künstlerische Karriere planen. Jürgen Böttcher, als Maler besser bekannt unter Strawalde, gehört zu ihnen. „Ich will in den nächsten Jahren a capella singen – Brecht-Songs“, kündigte Böttcher an und schmetterte mit gut geölter Stimme sogleich ein paar Zeilen aus der „Dreigroschenoper“ in den Kinosaal der Filmuniversität: „Wach auf, du verrotteter Christ! Mach dich an dein sündiges Leben, zeig, was für ein Schurke du bist, der Herr wird es dir dann schon geben.“ Ja, man glaubt dem international renommierten Maler und Filmemacher, dass da auch in der Sangeskunst noch was gehen könnte. „Ich melde mich bei diesem ,Deutschland sucht den Superstar’ an – als Verrückter. Ich möchte doch so gern berühmt werden.“

Am Montag fand in der Filmuni „Konrad Wolf“ ein Nachmittag zu Ehren Böttchers statt, der in den 1950ern in Babelsberg Regie studierte und am 8. Juli 85 Jahre alt wird. Und das muss an dieser Stelle bemerkt werden: Der ranke, schlanke Künstler sieht ungleich jünger aus, wirkt wie eben in einen Jungbrunnen gefallen! Kompliment! Nicht nur augenzwinkernd bedauerte Böttcher, dass fast ausschließlich ältere Semester, darunter die Filmuni-Profs Peter Badel und Lothar Holler, Ex-Filmhochschul-Präsident Dieter Wiedemann, in der Filmuni erschienen waren. Dabei sehe Böttcher doch „so gern schöne junge Frauen, auch wenn ich ihnen nichts mehr tue“. Nicht nur äußerlich, auch innerlich ist Böttcher noch längst nicht an die 85 heran gerückt. „Kindisch herumreden“, das könne er. „Ich habe eine Art Knall“, sagte Böttcher, dessen gesellschaftskritische Dokumentarfilme – wie „Drei von vielen“ (1961) über malende Arbeiter – oft nicht das Licht der DDR-Leinwände erblickten. Die angebliche „Heroisierung des Abseitigen“ passte den sozialistischen Kulturwächtern nicht. So viele Stories hat Böttcher, der einmal SED-Kulturfunktionär Horst Sindermann so mutig wie leidenschaftlich anschrie, aus seinem reichen Leben zu erzählen. Davon etwa, wie er 1960 bei einem Kongress von Filmhochschulen im polnischen Lodz Regisseur Roman Polanski traf: „Ihn faszinierte meine Malerei.“ Viel Stoff für eine Autobiografie – die der Künstler nicht schreiben will. Dafür soll womöglich bald ein echter Strawalde das Foyer der Filmuni schmücken, kündigte deren Präsidentin Susanne Stürmer an.

Von Ricarda Nowak

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg