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Potsdam Ausstellung über Handwerkerdynastien
Lokales Potsdam Ausstellung über Handwerkerdynastien
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10:37 07.01.2016
Um 1870 entstandene Fotografie der Gärtnerei Spillner in der heitigen Behlertstraße. Quelle: Foto: Familie Spillner/Potsdam-Museum
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Potsdam

Die erste Erwähnung der Gärtnerei Spillner verdankt sich der von Friedrich II. veranlassten Volkszählung im Jahre 1764. Damals baute das Familienunternehmen in Bornstedt und Fahrland Obst an.

Heute hat der Meisterbetrieb von Ralf Spillner seinen Sitz in der Heinrich-Mann-Allee. Eine Fotografie im Café „Art“ im Souterrain des Potsdam-Museums zeigt die Gärtnersleute vor einem ländlichen Wohnhaus in der heutigen Behlertstraße. Peter Rogge, Grafikdesigner und Heimatforscher, vermutet, dass diese Aufnahme um 1870 entstand.

Entdeckt hat er das historische Bild vom zwischenzeitlichen Domizil der Potsdamer Gärtnerdynastie bei seinen Recherchen für eine Ausstellung über „Potsdams Handwerk damals und heute“ im Café „Art“, die am Dienstagabend eröffnet wurde.

Die Spillners sind einer von 15 bekannten Potsdamer Handwerksbetrieben, die dort zumeist mit einem historischen Bild, einer aktuellen Aufnahme und einem kurzen Abriss ihrer Firmengeschichte vorgestellt werden.

Zwölf von ihnen, darunter die Bäckerei Braune, die Gaststätte „Zum Fass“ und das Lichthaus Ammon, sind bereits in einem von Rogge herausgegebenen Wandkalender für 2016 berücksichtigt, von dem es in der Ausstellung noch Restexemplare gibt.

Mit der Metallbaufirma K. Lehle & Sohn, Jalousien-Müller und Juwelier Braune kamen für die Ausstellung weitere Traditionsbetriebe hinzu, die neben historischen Fotografien seltene Dokumente wie den 1898 ausgestellten Meisterbrief von Fritz Müller oder das Ölbild „Caspar Lehle am Schmiedefeuer“ von Wilhelm Thiele aus dem Jahre 1929 als Exponat beisteuerten.

Manches wie die Fotografie der Gärtnerei Spillner soll nach der Ausstellung als Schenkung in die Sammlung des Potsdam-Museums kommen.

Mit der Ausstellung wurde inoffiziell auch das Kulturland-Themenjahr 2016 eröffnet, das unter dem Motto „Handwerk zwischen gestern und übermorgen“ steht. Der offizielle Auftakt ist laut Kulturland-Geschäftsführerin Brigitte Faber-Schmidt am 20. Mai im Museumsdorf Glashütte bei Baruth (Teltow-Fläming), das sein 300. Jubiläum feiert.

In Potsdam sind nach Angaben der Kulturland-Chefin unter anderem eine Fotoausstellung „Handwerk in Brandenburg“ in den Bahnhofspassagen und eine Ausstellung „Uni-form? Körper, Mode und Arbeit nach Maß“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte geplant.

Info „Potsdams Handwerker damals und heute“ im Café „Art“, Am Alten Markt 9, bis 14. Februar

Von Volker Oelschläger

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