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Potsdam Ausstellung über Schicksale jüdischer Kinder
Lokales Potsdam Ausstellung über Schicksale jüdischer Kinder
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15:51 28.02.2018
Die Gymnasiasten Armin Scheffler, Tanja Schirnag, Henok Lachmann, Jakob Thöne (v.l.) haben an der Ausstellung mitgewirkt. Quelle: Hans-Dieter Rutsch
Potsdam/Caputh

Am Donnerstag um 10 Uhr wird im Potsdamer Humboldt-Gymnasium die Ausstellung „Verschollen, vergessen – das jüdische Kinder- und Landschulheim Caputh 1931–1938“ eröffnet. Die Exposition dokumentiert das Schicksal von Kindern und Lehrern des jüdischen Kinder- und Landschulheimes in der idyllischen Nachbargemeinde. Am Morgen des 10. Novembers 1938, einen Tag nach der sogenannten Reichskristallnacht, hatten Caputher Lehrer mit ihren Schülern und Bewohner des Ortes die Fensterscheiben des Heimes eingeworfen, die Möbel beschädigt und hinausgeworfen. Die Heimbewohner wurden vertrieben und mussten innerhalb einer Stunde ihr Zuhause verlassen, das anschließend geplündert wurde. Heimleiterin Gertrud Feiertag verlor ihr Leben im Konzentrationslager Auschwitz, ihre Kollegin Sophie Friedländer konnte nach England flüchten.

Heute heißt das ehemalige Kinder- und Landschulheim „Jugendhilfezentrum ,Gertrud Feiertag’“ Quelle: Privat

Am Zustandekommen der Ausstellung haben viele Anteil. Auf Einladung der Fachhochschule Potsdam (FHP) hatten Vertriebene, die in London, Schottland und Israel lebten, 1994 ihr früheres Zuhause besucht. Der Babelsberger Dokumentarfilmer Hans-Dieter Rutsch war von dem Thema berührt und drehte 1994 im Auftrag der Brandenburgischen Landeszentrale für Politische Bildung darüber den Streifen „Ein verlorenes Paradies“. Studenten der FHP erarbeiteten im gleichen Jahr eine Ausstellung, die auch das Schicksal von Betroffenen dokumentierte, wie des Jungen Ernst Reich, der die Konzentrationslager in Auschwitz und Buchenwald überlebte und bis an sein Lebensende unter diesem Trauma litt. Da das Thema wieder hoch aktuell ist, begann Rutsch 2016 für eine Rekonstruktion der Ausstellung, die damals auch in Caputh gezeigt worden war, nach den Fotos und einem Aufbewahrungsort zu suchen. Doch weder in der Caputher Schule noch im Gemeindearchiv hatte er Erfolg. Mit Jugendlichen des Potsdamer Humboldt-Gymnasiums und aus Caputh begab er sich auf eine weltweite, digitale Spurensuche. Dabei machte der Gymnasiast Jakob Thöne eine sensationelle Entdeckung; in Mexiko fand er die Spuren des ehemaligen jüdischen Caputher Schülers Michael L. Baumann, der ein namhafter Germanist geworden war und die Schicksale von Exilschriftstellern, wie B. Traven, erforschte.

Webseite soll im Frühjahr online gehen

Als Rutsch mit Jugendlichen des Potsdamer Humboldt-Gymnasiums im Archiv der Babelsberger Filmuniversität Material sichtete, das Studenten zu Übungszwecken in den 1980er Jahren über das jüdische Kinderheim gedreht hatten, entdeckte der Gymnasiast Julius Dallorso Aufnahmen der Schwester seiner Großmutter, die den Filmstudenten erzählte, dass sie als Kind bei dem Überfall dabei war und ihre Beteiligung bereue. Eine Befragung von Caputher Schülern ergab, dass 95 Prozent der Mädchen und Jungen nichts von der Vertreibung der jüdischen Kinder wussten. Mit einigen Potsdamer Gymnasiasten erarbeitete Rutsch eine Webseite, die im Frühjahr online geht. „Damit legen wir virtuell einen Stein auf die Grabsteine der Vertriebenen, damit das Geschehene nicht vergessen wird und sorgen dafür, dass alle Dokumente zu dieser Tragödie dauerhaft und für jedermann einsehbar werden“, sagt der Filmemacher.

Unterstützung fand Rutsch bei der Berlinisch-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft, die Träger des neuen Projektes ist. Sie half ihm bei der Spurensuche und vermittelte die Förderung durch die Flick-Stiftung und das Brandenburgische Bildungsministerium. Große Hilfe kam von der emeritierten FHP-Professorin Karin Weiss, die die Negative der Ausstellungsfotos und Aufzeichnungen über Schicksale der jüdischen Caputher Kinder besitzt. Die Ausstellung ist bis Ende März im Gymnasium zu sehen und soll danach in Caputh gezeigt werden.

Von Karin Markert

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