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Potsdam Ausstellung zu 25 Jahren Unidram
Lokales Potsdam Ausstellung zu 25 Jahren Unidram
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11:45 28.10.2018
Ausstellungsmacher Wolfgang Hinze und Heide Schollähn im Kunstraum des Waschhauses. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Schiffbauergasse

Eine Ausstellungseröffnung zum Auftakt eines Theaterfestivals entspricht nicht den Gepflogenheiten. Unidram aber lebt den Wandel seit dem Auftakt 1994 als „Osteuropäisch-Deutsches Festival für freies und universitäres Theater“, wie es im Untertitel hieß. Eigentliche Konstante sind Franka Schwuchow, Thomas Prösl und Jens-Uwe Sprengel vom einstigen Studententheater DeGater ’87, die das Festival aus der Taufe hoben und bis heute kuratieren.

Schon die Festivalplakate am Eingang der Unidram-Ausstellung im Kunstraum des Waschhauses, die am Freitagabend eröffnet wurde, erzählen prägnant von stetiger Veränderung zum „Osteuropäisch-Deutschen Festival für Off-Theater“, schließlich zum „Internationalen Theaterfestival“. Auch die Orte änderten sich. Begonnen hat es 1994 in Babelsberg – im Lindenpark und im Waldschloss. 2000 war erstmals die Schiffbauergasse dabei, die 2004 zur alleinigen Heimstatt des Festivals wurde.

In der Jubiläumsgalerie. Quelle: Friedrich Bungert

Theaterfotografien markieren den zentralen Raum der von Bühnenbildnerin Heide Schollähn kuratierten Schau. 24 Aufnahmen von 24 Inszenierungen stehen für 24 Jahre Unidram – beginnend bei „Jewisaleta Bam“ mit DeGater ’87 in einer schwarz-weißen Aufnahme von Beate Wätzel aus dem Jahr 1994 bis zu „Black Black Woods“ mit Cirk La Putyka, aufgenommen 2017 von Göran Gnaudschun, der das Festival seit 1998 als Bildchronist begleitet. Mit einer weiteren Bildstrecke, die im vergangenen Jahr schon für die Jubiläumsausstellung entstanden ist, gewährt Gnaudschun seltene Blicke hinter die Kulissen des Festivals. Ein Jahr verbrachte Heide Schollähn mit der Bildauswahl in dem überreichen Fundus von Unidram. In einem Seitengang ist an einer Wand eine Batterie von vier mal vier iPads installiert, auf denen Aufnahmen aus den vergangenen Jahren aufscheinen und wieder verschwinden, immer begleitet von heimkinogroßen Lichtbildformaten auf der Gegenwand. Dazwischen ein Tisch mit Foto-Ordnern voller Aufnahmen in Schwarz-Weiß noch aus der Zeit der analogen Fotografie. Eines der ältesten Bilder zeigt den Lindenpark-Saal mit dem legendären Doppeldeckerbus am Bildrand vorne links.

Der Fahrradmonitor. Quelle: Friedrich Bungert

Vor dem Aufgang zum Obergeschoss ist ein Lastenfahrrad mit angeschlossenem Monitor aufgebaut. Hier können Ausstellungsgäste mit Pedale und Muskelkraft ihren eigenen Festivalfilm abspielen – in Zeitlupe, schnell, rückwärts, ganz wie sie wollen. Persönlich wird es oben unterm Dach mit Überraschungskoffern, jedes Mitglied des harten Festivalkerns durfte dafür einen Koffer ganz nach Belieben packen, sagt Heide Schollähn. Beim Öffnen ist das Staunen garantiert: Ein Reisekoffer ist randvoll mit Gemüse gefüllt, ein anderer offenbart die tiefe Einsamkeit einer Nacht, in einem dritten ist fast ein ganzes Theater untergebracht. Und ganz sicher findet man hier oben, etwas abseits vom Festivalbetrieb, Zeit für die eigens herausgegebene Unidram-Zeitung, in der Franka Schwuchow, Thomas Pösl und Jens-Uwe Sprengel im Interview mit Katja Dietrich beinahe alles erzählen: vom Beginn als Studententheaterfestival über Skandale wie jenen Polen, der 1996 in der ersten Zuschauerreihe aus Protest gegen eine Inszenierung einen bösen Ohnmachtsanfall simulierte, bis hin zur Frage des Generationswechsels im Team. „Ich glaube nicht, dass sich das Kuratieren von Unidram so einfach verjüngen lässt“, sagt Jens-Uwe Sprengel auf die Frage danach.

Ausstellung bis 3. November, täglich 14 bis 18 Uhr. Am Montag berichten sieben Weggefährten in „Sieben Sachen Spezial“ über sich und Unidram, Beginn: 19 Uhr. Eröffnungspremiere mit Akhe (Russland), am Dienstag, 19.30 Uhr, im T-Werk.

Von Volker Oelschläger

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