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B-Tight mischt den Deutschunterricht auf

Deutsch-Rap-Star am Einstein-Gymnasium in Potsdam B-Tight mischt den Deutschunterricht auf

Radio Fritz hat Deutschrapper B-Tight ins Potsdamer Einstein-Gymnasium eingeladen. Ein bisschen Rap-Geschichte, ein bisschen Textanalyse, ein bisschen Star-Geplauder standen auf dem exklusiven Lehrplan während der „FritzRapzember“-Schulstunde.

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Rapper B-Tight (M.) mit den Elftklässlern (v.l.) Filip Erker, Lena Wassermann und Till Wagner im Einstein-Gymnasium.

Quelle: christel köster

Innenstadt. Ein Gedicht von Goethe zu analysieren ist zwar möglich, den „Erlkönig“-Schöpfer auf Was-will-uns-der-Künstler-damit-sagen-Weise zu löchern, halt nicht mehr. Aber die Zeilendrechsler der Gegenwart einzuladen – das funktioniert! Also hat Radio Fritz Jugendlichen „FritzRapzember“-Schulstunden geschenkt: Zehnmal besuchten Deutschrapper, darunter MC Fitti, Alligatoah und Prinz Pi, Gymnasien, Gesamt- und Oberschulen. Ein bisschen Rap-Geschichte, ein bisschen Textanalyse, ein bisschen Star-Geplauder standen auf dem exklusiven Lehrplan. Letzte Station war am Donnerstag das Einstein-Gymnasium. Zu Gast: B-Tight (35), flankiert von den Fritz-Moderatoren Claudia Kamieth und Julian Heun.

„Vorbereitet? Hab ich mich nicht“, grinste der Rapper, der von Heun augenzwinkernd nur mit „Herr Tight“ angesprochen wurde. Wozu Vorbereitung, wenn man Anekdoten erzählen kann?! b-Tight erzählte, wie er vor Jahren mit dem Rap-Kollegen Sido („Bilder im Kopf“) eine bescheidene Wohnung im Berliner Wedding bewohnte: „Mit Ofenheizung und Außenklo. Aus der Wand kamen Mäuse. Unsere Hauptmahlzeit: Nudeln mit Ketchup.“ Die ärmlichen Zeiten sind längst vorbei. Einst wurden B-Tights Texte von Kritikern als „extrem aggressiv, frauenverachtend und obszön“ gerügt. Die ganzen wilden Zeilen, äh Zeiten, des dreifachen Vaters B-Tight sind (wie bei Sido) vorbei. Daheim rappt der Daddy spontan irgendwas mit Zähne und putzen, um die Kleinen bei dieser eher lästigen Körperpflege zu motivieren.

Woher seinen Text-Ideen stammen, wollten die Schüler wissen: „Man sitzt so rum, hat viele Gedanken im Kopf. Und manchmal hat beim Aufstehen so ein Thema im Kopf – das isses dann.“ Beim Titelsong seines neuen Albums „Born 2 B-Tight“ blickt der Künstler selbstironisch zurück: „Direkt nach der Geburt geb ich dem Arzt eine Ghettofaust. Ich wusste genau, dass die Welt nen neuen geilen Rapper braucht.“ Ein Haufenreim sei das!, erklärte Radiomoderator und Germanist Heun. Interessant auch für B-Tight: „Ich gehe ja nach Inhalt und Klang.“ Für Gesprächsstoff sorgte B-Tights Kapuzenpulli – zumindest die Rückansicht: Darauf weiß auf schwarz ein schönes Hanfblatt. Deshalb die Schülerfrage: Kifft B-Tight, der in Songs seinen Cannabis-Konsum gern mal berappte, immer noch? „Früher mehr, heute weniger. Ihr dürft das aber nicht.“ Kiffer-Zeilen anzuhören, bleibt aber erlaubt: „Tüte anzünden typisches Grinsen siehste ich bin born to B-tight.“ Noch Interpretationsbedarf?

Von Ricarda Nowak

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