Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Hooligans randalieren vor Potsdamer Kneipe – 14 Personen festgenommen
Lokales Potsdam Hooligans randalieren vor Potsdamer Kneipe – 14 Personen festgenommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:07 12.10.2018
Die Polizei musste nach Babelsberg ausrücken, weil in der Nacht Hooligans eine Szenekneipe angegriffen hatten. Quelle: Gartenschläger
Potsdam

Nach einem Testspiel zwischen dem Fußballverein Babelsberg 03 und dem Bundesligisten Hertha BSC hat eine Gruppe Hooligans in der Nacht zu Freitag ein Kiezlokal in Babelsberg angegriffen. Dabei sei ein Mensch in der Gaststätte durch Glassplitter verletzt worden, berichtete Polizeisprecherin Juliane Mutschischk. Die teils vermummten Hooligans hätten Flaschen und Fahrräder gegen die Scheiben des Babelsberger Lokals geworfen. Die Polizei nahm nach dem abgeklungenen Angriff im weiteren Umfeld der Kneipe 14 Menschen vorläufig fest.

Die Kneipe Nowawes in Babelsberg wurde in der Freitagnacht mit Steinen beworfen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Hintergründe seien noch unklar. Nach ersten Ermittlungen werde aber ein fremdenfeindliches Tatmotiv ausgeschlossen.

Nach Angaben der Sprecherin war gegen Mitternacht eine Gruppe von etwa 50 teils vermummten Personen durch den Stadtteil gezogen. Eine größere Gruppe der Hooligans griff gegen 0.30 Uhr das Lokal an, das als linker Szenetreff gilt.

Vorher seien schon zwei stämmige Kerle in der Kneipe aufgetaucht und hätten sich umgesehen, sagte ein Mitarbeiter der Kneipe gegenüber der MAZ: „Die gehörten nicht zu unseren Leuten; das fiel auf. Offenbar haben die sondiert, wieviel Leute hier sind.“

Mit Flaschen wurden die Fenster eingeworfen, deren äußere Scheiben aus dickem Sicherheitsglas bestehen. Foto: Rainer Schüler

In der Gaststätte waren zu dem Zeitpunkt etwa 20 Gäste. Der Mitarbeiter berichtet, ein schwarzer Van habe sich quer auf die stadteinwärtige Fahrspur der Großbeerenstraße gestellt; 30 bis 40 vermummte Personen seien „zielstrebig, aber nicht grölend“ auf die Kneipe zu marschiert: „Das waren große Kerle, kampferfahren“, beschreibt es der Mann.

Die Eingangstür der Kneipe hielt stand. Das weiße Pulver stammt von einem Feuerlöscher, mit dem von innen gesprüht wurde. Quelle: ainer Schüler

 

In der Kneipe schloss man die gläserne Eingangstür ab und verbarrikadierte sich mit Tischen und Stühlen. Dann flog ein Hagel voller, schwerer Flaschen auf die Scheiben; auch Fahrräder der Gäste wurden geworfen. Das äußere Sicherheitsglas von zwei Fenstern zersplitterte. Durch eines der Löcher flog eine Flasche und traf einen Kneipengast am Kopf; der Mann wurde verletzt. Er hat er eine Platzwunde erlitten.

Offenbar ist auch eine Nebelkerze geworfen worden, die hinterher von der Polizei aber nicht gefunden wurde. Ein Nachbar berichtete gegenüber der MAZ, der Platz am Kreisverkehr sei völlig in beißenden Qualm gehüllt gewesen. Er habe das Brüllen von Männern auf der Straße gehört und habe nachgeschaut. „Kommt raus! Kommt raus!“ sollen die Angreifer gebrüllt haben, die mit Knüppeln oder sogar Eisenstangen bewaffnet gewesen sein sollen; niemand kam raus. Mit einem Feuerlöscher sprühte jemand von innen die Eingangstür zu.

Hools greifen Kneipe Nowawes an Quelle: Rainer Schüler

Das Personal der Kneipe rief die Polizei; auch jemand auf der Straße tat das. Doch als der erste Streifenwagen eintraf, war der Spuk bereits vorbei. Die Angreifer hatten sich über die Großbeerenstraße und offenbar über Nachbargrundstücke aus dem Staub gemacht. Wie die Polizeisprecherin der MAZ sagte, wurden Flüchtige in mehreren Stadtgebieten vorläufig festgenommen: Zwölf Berliner und zwei Potsdamer zwischen 18 und 27 Jahren. Einige wurden nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft inzwischen entlassen; einige waren am Freitagnachmittag aber immer noch in Gewahrsam. Ihnen wird ein „schwerer Fall von Landfriedensbruch“ vorgeworfen.

„Sowas hatten wir hier noch nie“, erzählt der Kneipenmitarbeiter. Vor vier Jahren hatte die Gaststätte noch dem Stadtverordneten Lutz Boede von der Fraktion Die Anderen gehört: In seine Zeit als Betreiber fällt auch ein Angriff von Unbekannten, bei dem geschossen worden sein soll. Es gibt jedenfalls noch so etwas wie Einschusslöcher.

Hools greifen Kneipe Nowawes an Quelle: Rainer Schüler

Ende August 2001 waren rund 200 offenbar rechte Hooligans nach einem Spiel von Hertha BSC gegen den SV Babelsberg 03 durch Alt Nowawes marodiert und hatten in der Rudolf-Breitscheid-Straße das so genannte „bunte Haus“ von Hausbesetzern mit Pflastersteinen angegriffen, die sie aus dem Gleisbett der Straßenbahn geholt hatten. Damals wurden Drohungen ausgestoßen und der Hitlergruß gezeigt. Mehrere Bewohner des Hauses sollen Steine zurück geworfen haben. Eine Stunde später räumte eine Sondereinheit der Polizei des Haus, gewaltsam, wie die lokalen Medien berichteten. 15 Jugendliche wurden festgenommen.

Von MAZonline

Potsdam Restauranttest „Aufgetischt“ - So schmeckt’s im Chi Keng

Der Luisenplatz ist ein Stück Geschichte. Die Gastronomie am Platz hat damit zwar nichts zu tun, schreibt aber mit der Vietnam-Japan-Doppelküche Im Chi Keng ein eigenes Kapitel. Die MAZ ist nach Fernost gereist.

15.10.2018

Viele Tausend Fans werden in den kommenden Monaten nach Potsdam strömen, um die Harry-Potter-Ausstellung in Babelsberg zu sehen. Nicht nur der Filmpark als Gastgeber hofft auf einen warmen Geldregen, auch Hotels und Gastronomen wittern Einnahmen.

15.10.2018

Mit dem für 10 000 Einwohner geplanten neuen Viertel auf dem Kasernengelände von Krampnitz würde Fahrland zu groß. Deshalb thematisiert das Potsdamer Rathaus nun erstmals die Ausgründung eines neuen Stadtteils.

14.10.2018