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Potsdam Babelsberg bekommt eine neue Grundschule
Lokales Potsdam Babelsberg bekommt eine neue Grundschule
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20:32 19.02.2016
Im neuen Schuljahr erwarten Babelsberg und das Zentrum Ost 320 Erstklässler – rund 20 mehr als im laufenden Jahr. Quelle: Gartenschläge
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Potsdam

Die Landeshauptstadt wächst im Siebenmeilenstiefel-Tempo. Zuletzt wurden die Einwohnerprognosen nach oben korrigiert: Von 180 000 Potsdamern im Jahr 2030 auf 190 000. Wegen der boomenden Schülerzahlen muss auch der aktuelle Schulentwicklungsplan fortgeschrieben werden. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass Babelsberg eine neue zweizügige Grundschule bekommt. Die Entscheidung für den Standort fällt im März. Dem Vernehmen nach sind die Glasmeisterstraße und die Sandscholle im Gespräch. Bis der Neubau kommt, dauert es noch etwa fünf Jahre.

Die Containeranlage kostet 5,2 Millionen

Die Zeit wird mit einer Übergangslösung überbrückt. Ab nächstem Schuljahr soll die Grundschule am Humboldtring im Zentrum Ost von zwei auf vier Züge mit Hort erweitert werden, sagte der Chef des Kommunalen Immobilienservice (Kis), Bernd Richter, am Freitag. Um die zusätzlichen Schüler unterzubringen, entsteht dann im Laufe des Schuljahres auf der benachbarten Grünfläche eine Containeranlage. Kostenpunkt: 5,2 Millionen Euro.

Auch sonst passiert einiges in der Stadt. Fünf Millionen Euro sollen in den Kauf eines Grundstücks auf einem Areal in Richtung Rehbrücke fließen, falls noch eine weiterführende Schule gebraucht wird. Eine weitere Million ist für Brandschutzmaßnahmen am OSZ Johanna Just in der Berliner Straße eingeplant.

Rekord-Investitionen: 238 Millionen

Die Investitionsplanung des Kis von 2016 bis 2019 bricht insgesamt alle Rekorde: 238 Millionen sollen in diesen vier Jahren investiert werden – ein riesiger Sprung nach oben. Im letzten Kis-Wirtschaftsplan lag das Investitionsvolumen noch um 77 Millionen niedriger. Die finanziellen Effekte der explodierenden Schülerzahlen und des Flüchtlingszustroms lassen Kämmerer Burkhard Exner (SPD) sorgenvoll in die Zukunft schauen. Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans allein wird „mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag“ zu Buche schlagen. Das sprunghaft angestiegene Investitionsvolumen im Kis-Wirtschaftsplan hat Folgen: „Für die 77 Millionen Euro werden wir am Ende jährlich acht Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt zusätzlich aufwenden müssen – nur für Betriebskosten und Miete der Objekte“, so Exner am Freitag. Die von ihm präsentierten Grafiken illustrierten, was diese Rieseninvestitionen für den Bürger bedeuten. Bei der Pro-Kopf-Verschuldung gingen die Kurven steil nach oben. Während die Verschuldung 2013 bei rund tausend Euro je Einwohner lag, wird sie jetzt auf mehr als 2000 Euro klettern.

Gegen Geld für Villa-Henckel-Park

Alle großen und mit Kredit finanzierten Investitionen der Stadt müssen zudem von der Kommunalaufsicht genehmigt werden, die künftig sicher noch genauer hinschauen wird. „Für jede einzelne Investitionsmaßnahme müssen wir nachweisen, dass sie unabweisbar ist“, so Exner. Freiwillige Leistungen finden da kaum Gnade. In diese Kategorie fiele wohl auch die diskutierte städtische Übernahme der jährlich 215 000-Euro-Pflegekosten für den Park der Villa Henckel, der im Eigentum der Schlösserstiftung ist. Exner sieht das kritisch: „Mir behagt das nicht, dass die Stadt eine sechsstellige Summe aufwenden soll, um den Pflegeaufwand für ein fremdes Gelände zu finanzieren.“

Von Ildiko Röd

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