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Potsdam Babelsberger Goldschmiede öffnet Türen
Lokales Potsdam Babelsberger Goldschmiede öffnet Türen
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00:32 24.03.2018
Elisabeth Baumgart in ihrer Goldschmiede in der Babelsberger Wattstraße 6. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Aufgeregt steht Grit Neuenfeldt am Tresen in der Goldschmiede „Schmuckgefährten“ in der Babelsberger Wattstraße. Sie wartet auf einen Ring, den sie vor ein paar Wochen für den 18. Geburtstag ihrer Tochter in Auftrag geben hat. „Ich wollte für diesen besonderen Anlass kein Nullachtfünfzehn-Ding,“ erzählt sie. Wie er aussehen wird, weiß sie noch nicht. „Es ist ja so eine fiktive Sache. Ich habe meine Ideen vorgestellt und bin nun gespannt, wie sie umgesetzt wurden.“ Sie wohnt in Brandenburg an der Havel und hat durch ihre Chefin von der Schmiede erfahren. Als sie den kleinen goldenen Ring mit dem grünen Stein in den Händen hält, strahlt sie zufrieden. Goldschmiedin Elisabeth Baumgart hat ihren Geschmack genau getroffen. „Es gibt einen großen Wunsch nach Individualität. Die Menschen möchten etwas kaufen, was kein anderer hat,“ sagt sie. Damit auch jeder genau das passende Stück bekommt, treffe man sich vorher manchmal bis zu vier Mal, um sich kennenzulernen. „Es ist nicht wie beim Juwelier, wo man kauft und wieder geht, sondern ein lebendiges Miteinander. Der Schmuck begleitet viele Menschen dann 20 Jahre – oder mehr.“ So sei auch der Name „Schmuckgefährten“ entstanden, erzählt sie.

Es braucht einen langen Atem

Die 31-Jährige mit dem frechen Kurzhaarschnitt beweist, dass Handwerk richtig modern sein kann. So überrascht auch die Inneneinrichtung der Schmiede mit trendigen Mustertapeten, edlen Grautönen und ausgewählten Vintage-Accessoires.

Ihre Goldschmiedeausbildung absolvierte sie in Berlin. Nach einigen Jahren im Angestelltenverhältnis eröffnete sie dann im Mai 2016 die Schmiede. „Damals habe ich mich sofort in den Laden verliebt,“ erzählt sie. „Ich fühle mich in Babelsberg total wohl, da es mich sehr an meinen Heimatort Neuruppin erinnert.“ Bei allen wichtigen Ereignissen im Babelsberger Kiez ist sie dabei und fertigt Schmuckstücke für Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage an.

Dabei geht es in ihrer Werkstatt heiß her: Bei 1200 Grad wird das Gold in einen Stab geschmolzen, anschließend durch die Walze gedreht und mit dem Brenner gelötet. Ein Propangasbehälter steht unter dem Tisch. „Man braucht einen langen Atem“, sagt sie und pustet durch ein schmales Röhrchen, das wie eine Pfeife aussieht. „Nur so wird die Flamme heiß genug,“ erklärt sie. Dann wird der Schmuck mit dem Hammer geschmiedet und der Pfeile zurecht geschliffen.

Die Teilnehmer in Potsdam im Überblick

Buchbinderei Schalinski, Lindenstr. 61 14467 Potsdam, Tel. 0331/27 36 223, Öffnungszeiten: Freitag: 10 bis 16 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr

Genna d‘Oro Goldschmiedecafé, Hermann-Elflein-Straße 8-9, Ecke Gutenbergstr, 14467 Potsdam Tel. 0331/27 30 061, Öffnungszeiten: Freitag: 10 bis 18 Uhr

Fachhochschule Potsdam – Haus Brandenburg, Kiepenheuerallee 5, 14469 Potsdam, Tel. 0331/580 00, Öffnungszeiten: Freitag: 14 bis 20 Uhr, Samstag 11 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr

Schmuckgefährten, Wattstrasse 6, 14482 Potsdam, 0331/231 62316, Öffnungszeiten: Samstag 13:30 bis 18:00 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr

Wildholz-Spielgeräte, Lerchensteig 49-51, 14469 Potsdam, Tel 0162/6555596, Öffnungszeiten: Samstag 10 bis 16 Uhr

Die Teilnahme ist für Besucher in der Regel kostenlos, bei einigen Workshops können Materialkosten anfallen.

Weitere Infos finden Sie unter: www.hwk-potsdam.de. Ihre eigene Kunsthandwerkstour können Sie sich unter http://brandenburg.kunsthandwerkstage.de zusammenstellen.

Der Handwerkskammertag Brandenburg ist ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder), Region Ostbrandenburg und Potsdam. Er vertritt die Interessen von über 40 000 Handwerksbetrieben mit ihren insgesamt über 160 000 Beschäftigten. Jährlich erwirtschaften sie einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro.

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Majd Najjar unterstützt sie in der Werkstatt. Der Syrer ist seit drei Jahren in Deutschland und absolviert seit einem halben Jahr ein Praktikum in der Schmiede.

Zu Tagen des Kunsthandwerks öffnen viele Werkstätten ihre Türen

Neben dem üblichen Verkauf bietet sie auch Workshops an. Drei bis vier Stunden schmiedet sie dann mit den in Einzelkursen mit den Teilnehmern. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Bis Mai ist sie komplett ausgebucht. Zum 5. Europäischen Tag des Kunsthandwerks an diesem Wochenende öffnet sie nun ihre Türen und präsentiert ihre Werkstatt, die normalerweise nicht zugänglich ist.

Die Handwerkskammer Potsdam freut sich, dass sich das Land Brandenburg erstmals an den Tagen beteiligt. „Betriebe können sich nicht nur einem Fachpublikum präsentieren, sondern auch der breiten Öffentlichkeit,“ teilte eine Sprecherin mit. „Ziel ist es, neue Perspektiven aufzuzeigen und vielleicht lernt der ein oder andere dabei ein neues Berufsfeld kennen.“ Auch Elisabeth Baumgart möchte den Handwerksberuf mehr ins Bewusstsein der Leute rücken. „Alle kaufen nur noch online bei Amazon – rein menschlich finde ich das total unspannend,“ sagt sie. Am Samstag bietet sie mehrere kostenlose Mini-Kurse für jeweils zwei bis drei Erwachsene an. Sonntag finden Kurse dann Workshops für Kinder ab 13 Jahren statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wer mitmachen möchte, sollte sich am besten telefonisch (0331/ 23 16 23 16) anmelden.

Von Anne Knappe

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