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Baby aus Potsdam verschleppt – Happy End in Hannover

Potsdam, Hannover Baby aus Potsdam verschleppt – Happy End in Hannover

Es ist die Horrorvorstellung für Eltern: Eine Frau bietet einer Mutter an, auf ihr Kind aufzupassen und verschwindet dann mit dem Baby - so geschehen am Donnerstag in Potsdam. Freitagabend dann das Happy End – in Hannover.

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Grace T. mit ihrem Baby in Hannover.

Quelle: Uwe Dillenberg

Potsdam. Am Donnerstagnachmittag im Zentrum Ost in Potsdam. Die 35-jährige Grace T. geht gegen 16:30 Uhr mit ihren drei Kindern zum Einkaufen. Dort wird ihr von einer unbekannten jungen Frau Hilfe beim Tragen der Einkäufe angeboten. Die 35-Jährige willigt ein. Zusammen machen sich die Frau und die Mutter mit ihren beiden Söhnen und der viermonatigen Tochter auf den Nachhauseweg.

Zusammen gehen die Frauen mit den Kindern in die Wohnung der Familie. Während die Mutter in die Küche geht und die Einkäufe auspackt, durchsucht die Unbekannte das Nebenzimmer. Die Mutter hört die Geräusche und kommt ins Zimmer. Sie suche nur Babysachen, so die Unbekannte, denn das Baby bräuchte frische Luft. Sie schlägt der Mutter vor, mit den Kindern vor die Tür zu gehen. Die Mutter stimmt zu, will aber noch einige Sachen für die beiden Jungs einpacken. Man tauscht noch kurz Telefonnummern aus, dann verlässt die junge Frau mit dem Baby die Wohnung und geht nach unten vor das Haus.

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Etwa eine Stunde sucht sie alleine die Umgebung ab. Erfolglos. Dann informiert sie die Polizei. Eine umfangreiche Suche wird eingeleitet. Dann ein Anruf von der Unbekannten. Der Anruf kann zurückverfolgt werden.

Quelle: Julian Stähle

Groß angelegte Suche

Nach kaum „20 Minuten“ kommt die Mutter mit ihren Kindern nach – von ihrer Tochter und dem unbekannten „Babysitter“ jedoch keine Spur.

Nachdem sie etwa eine Stunde lang allein die Umgebung abgesucht hat, ruft sie die Polizei. Umgehend werden umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet. Ein Polizeihubschrauber, eine Rettungshundestaffel sowie Bereitschaftspolizei kommen zum Einsatz.

Die Polizisten gehen verschiedenen Hinweisen nach. Unter anderem überprüfen sie den Supermarkt, in dem sich die Mutter und die Unbekannte zuerst getroffen haben. Die Überprüfung vor Ort verläuft jedoch erfolglos.

Um kurz nach 20 Uhr ruft die Unbekannte bei der verzweifelten Mutter an. Sie erzählt, dass sie sich in Potsdam befindet und nur noch eine Überraschung für die Kleine kaufen will, erzählte die Mutter des Babys gegenüber der MAZ. Doch die Handyortung sagt etwas anderes: Die Frau befindet sich in Hannover.

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Es ist die Horrorvorstellung jeder Mutter: Ein Fremder verschwindet mit dem eigenen Kind. In Potsdam hat eine fremde Frau einer Mutter angeboten, auf ihr Kind aufzupassen. Die Mutter willigte ein. Kurz darauf waren beide verschwunden.

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Festnahme in Hannover

Gegen 20:20 Uhr entdecken Beamte der niedersächsischen Polizei die Frau und das Kind in einem Einkaufsmarkt an der Rundestraße in Hannover-Mitte. Die Frau wird festgenommen.

Das vier Monate alte Mädchen wird mit einem Rettungswagen vorsorglich zur medizinischen Untersuchung in eine hannoversche Klinik gebracht. Es werden keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt, dennoch bleibt das Baby in der Klinik.

Die Mutter des Mädchens sowie das Potsdamer Jugendamt werden über diesen Stand informiert.

Wiedersehen am Freitagabend

Noch am Freitagnachmittag wollte die Mutter mit dem Zug nach Hannover fahren. Sie sei „sehr, sehr glücklich“, sagte sie kurz vor der Fahrt. Vor allem gegenüber der Polizei sei sie sehr dankbar, so die 35-Jährige. Die ganze Familie samt der zwei Söhne macht sich dann auf den Weg nach Hannover und kommt dort kurz vor 19 Uhr an.

Familie T

Familie T. bei ihrer Ankunft in Hannover.

Quelle: Christian Elsner

Die Polizei bringt die Familie ins Kinderkrankenhaus Auf der Bult, wo das Baby betreut wird. Die Eltern können ihre kleine Laine noch am Abend in die Arme schließen.

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Hannover, 11. August 2017 – Familie T. aus Potsdam ist überglücklich. Am Freitagabend konnte Mutter Grace ihr Baby wieder in die Arme schließen – in Hannover. Dorthin hatte eine 19-Jährige das Baby verschleppt.

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19-Jährige ohne Wohnsitz

Die 19-jährige Frau soll nach Potsdam gebracht werden. Sie soll derzeit ohne festen Wohnsitz sein. „Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich die 19-Jährige mal hier und mal dort aufgehalten“, heißt es seitens der Polizei. Auf Grund des Alters der Beschuldigten (Heranwachsende) werden keine weiteren Auskünfte zu ihrer Person erteilt, teilte die Polizei am Freitagvormittag mit.

Motiv unklar

Die 19-Jährige handelte nach Polizeiangaben allein und stellte keine Forderungen, weshalb auch nicht von einer Kindesentführung gesprochen werden könne.

Die Hintergründe für die Tat sind aber noch völlig unklar. Die junge Frau und die Mutter hätten sich nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht gekannt – was die Mutter gegenüber der MAZ bestätigte.

Derzeit laufen noch die Ermittlungen und Vernehmungen in Potsdam und Hannover. Derzeit müsse mit der Staatsanwaltschaft Hannover noch die Frage der Zuständigkeit für den Fall geklärt werden.

Weitere Auskünfte hierzu sind erst nach Abschluss dieser kriminalpolizeilichen Maßnahmen möglich, teilte Polizeisprecher Heiko Schmidt mit.

Von MAZonline

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