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Potsdam Bald sprudeln die Fontänen wieder
Lokales Potsdam Bald sprudeln die Fontänen wieder
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19:30 11.05.2016
Das „Schwarze Meer“ im Schlosspark Babelsberg wurde nach Jahren der Trockenheit wieder geflutet. Quelle: Foto:Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Im Park Babelsberg geht es dank des Masterplans zügig voran. Die restaurierte Schlossfassade leuchtet in der Frühlingssonne und rundum verschönern Handwerker die Terrassen und den Pleasureground (Blumengarten). In der zweiten Augusthälfte werden nach langer Zeit die gotische, die Reyer- und die Fontäne des Adlerbrunnens im Pleasureground wieder sprudeln. Die Skulptur des Reihers ist nachgegossen, die gotische Fontäne wieder hergestellt. Nur die Adlerfigur wird nicht rekonstruiert, weil sich keine identische Vorlage dafür fand.

Wieder plätschern werden auch die vier Brunnen auf der Porzellan- und der Voltaire-Terrasse am Sommersitz von Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) und der nach ihm benannte Wasserfall am Uferweg. Das kündigte Marco Geisler, Projektleiter für Gartenprojekte und Masterplan, bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), an.

Etwa 4,7 Millionen Euro stehen im Masterplan I (2008-2017) für den 136 Hektar großen Park zur Verfügung, knapp eine Million Euro davon für die landschaftlichen Gewässer. Das 27 Kilometer lange, seit Jahrzehnten nicht mehr komplett genutzte Wasserleitungsnetz wird rekonstruiert und 2016 der zwölfte Kilometer fertig gestellt. Damit werden auch über 100 Armaturen, darunter mehrere Zapfstellen, instandgesetzt, sagt der Fachmann.

Wie das von Pückler angelegte Schwarze Meer unterhalb des Achterbeckens, das gut einhundert Jahre ein trockenes Tal war und nun wieder geflutet ist, soll künftig auch der Große See in der Nähe vom Parkeingang Alt Nowawes, seinem Namen wieder alle Ehre machen. Das sei aber erst im Masterplan II (2018-2030) vorgesehen. Dann könnte eventuell auch das Becken des Flatowturmes wieder mit Wasser gefüllt werden, so der Landschaftsarchitekt.

Kleine Parkchronik

1833 legt Peter Joseph Lenné den ersten Plan für die Gestaltung des Parkes Babelsberg vor. Er lässt Gehölze anpflanzen und ein Wegesystem anlegen. Doch der schlechte Boden, die große Trockenheit und fehlendes Geld für die Bewässerung lassen die neue Schöpfung nur mickrig gedeihen.

Ab 1843 übernimmt Fürst Hermann von Pückler-Muskau, der für seine Arbeit völlig freie Hand fordert, die Gestaltung des Parkes. Pückler lässt das Gelände modellieren, Gehölze pflanzen, vollendet den Pleasureground. Am 25. Mai 1845 werden alle Fontänen in Betrieb genommen.

1865 wird Otto Ferdinand Kindermann Hofgärtner in Babelsberg. Er arbeitet im Sinne Pücklers weiter und legt den Großen See an. Der nach ihm benannte Kindermannsee bleibt unvollendet.

1888 stirbt Kaiser Wilhelm I., und der Park gerät in Vergessenheit. Weite Teile nehmen einen waldähnlichen Charakter an, die Ausblicke wachsen zu.

Seit 1960 wird unter der Leitung von Gartendirektor Harry Günther an der Wiederherstellung des Parkes Babelsberg, der nach 1945 auch durch Bauten für die Zentrale Richterschule sehr gelitten hat, gearbeitet. Besonders kompliziert ist die Rekonstruktion des Pleasuregrounds.

Nach 1990 beginnt die Wiederherstellung des durch den Mauerbau zerstörten Grenzbereiches. Dazu gehören Parkarchitekturen, wie die Goldene Rosentreppe und das Bildstöckl. kama

Zurzeit bauen Gärtner die Wege im Pleasureground neu auf, weil viele stark ausgespült sind. Um den Blumengarten im Sinne Pücklers, der 2017 mit einer Ausstellung im Schloss geehrt wird, wieder vielfältiger zu gestalten, will man noch verschiedene Blütengehölze pflanzen. Mitte Mai, nach den Eisheiligen, kommen dann wieder die Sommerblumen, wie Begoninen, Pelargonien und Tagetes, in die Beete, berichtet Anne-Grit Reichelt, Fachbereichsleiterin für Babelsberg und den Stern. Ist die Baustelleneinrichtung für das Schloss geräumt, wird die Fläche beim Schwarzen Meer wieder rückgebaut. „Die Flächen wurden zu DDR-Zeiten begradigt, und jetzt müssen die historischen Höhen wieder gefunden werden“, erklärt die Garten- und Landschaftsarchitektin.

Auch an der Freilegung der historischen Sichtachsen bleiben die Parkchefin und ihr Team, zu dem elf Gärtner und eine Gartenmeisterin gehören, dran. Das ist ein ständiges Problem, über das schon Pückler geklagt hatte. Die malerischen Durchblicke waren schnell zugewachsen, doch der alte Kaiser wollte seine geliebten Bäume nicht missen und erlaubte dem Fürsten nicht, mit der Axt wieder Ordnung zu schaffen. Nach dem Tod Wilhelms I. wurden die meisten Gärtner abgezogen, breitete sich die Vegetation aus, versiegten Brunnen und Wasserspiele.

Von Karin Markert

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