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Potsdam Barberini-Nachbar zahlt nicht
Lokales Potsdam Barberini-Nachbar zahlt nicht
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02:24 09.03.2018
Der Neubau neben dem Palais Barberini. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Geheimniskrämerei um das Bauprojekt Brauerstraße 4–7 von Investor Abris Lelbach an der Alten Fahrt. Die Verwaltung will sich nicht dazu äußern, ob Lelbach eine in Aussicht gestellte Nachzahlung von 87 710 Euro an die Stadt geleistet hat. Auf MAZ-Nachfrage erklärte ein Stadtsprecher nur: „Zu den vertraglichen Angelegenheiten mit Herrn Lelbach geben wir keine Auskunft.“ Dem Vernehmen nach soll der Berliner Investor jedoch – entgegen seiner Ankündigung aus dem Jahr 2016 – die Summe noch nicht gezahlt haben.

Diese sollte eine Ausgleichszahlung darstellen, weil Lelbach sein Grundstück deutlich größer bebauen darf, als es ursprünglich vom B-Plan vorgegeben war. Der Flächenzuwachs beschert ihm immerhin mehrere hundert Quadratmeter zusätzlich. Direkt an der Havel und nur ein paar Schritte vom Museum Barberini gelegen, handelt es sich bei der Brauerstraße 4–7 um eines der Filetgrundstücke Potsdams. Darauf entstehen vier Stadthäuser in einer L-förmigen Anordnung. Mittlerweile ist der Rohbau schon weit in die Höhe gewachsen.

Grundstücksvergabe sorgte für Schlagzeilen

Das Bauvorhaben nach Plänen des Architekten Sergei Tchoban hat bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt. Schon die Grundstücksvergabe war für Lelbach sehr glatt gelaufen. Von Rechts wegen hätten die Flächen, so wie alle anderen stadteigenen Grundstücke an der Alten Fahrt, ausgeschrieben werden müssen. Doch im nicht-öffentlichen Teil des Finanzausschusses bekam der Berliner im Mai 2013 den Zuschlag.

Zuvor war dem Investor ein Coup für die Stadt geglückt. Als damaliger Eigentümer des Barberini-Grundstücks hatte er Mäzen Hasso Plattner davon überzeugen können, im neu entstehenden Barberini sein Kunstmuseum unterzubringen.

Das Museum Barberini am Alten Markt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch die Erteilung der Baugenehmigung sorgte für Wirbel

Für ziemlichen Wirbel sorgte dann die Erteilung der Baugenehmigung für Lelbach. Fast alle Fraktionen waren dagegen im Vorfeld Sturm gelaufen. Der Grund: Lelbach hatte eine Befreiung vom Bebauungsplan erhalten, so dass er um 450 Quadratmeter größer bauen kann, als es zulässig gewesen wäre. Der Bauherr plante das Eckgebäude mit einem Vollgeschoss statt mit einem Staffelgeschoss, wie im B-Plan gefordert.

Offenbar hatte ihm die Bauverwaltung 2015 eine Befreiung von der Geschossfestsetzung des B-Plans schriftlich zugesagt. Auf dieser Grundlage seien Baugenehmigungsunterlagen erarbeitet und erste Bauaufträge erteilt worden, so die Argumentation des Bauherrn, der die Stadt folgte.

Stadtverordneten empörten sich

Nach empörten Debatten der Stadtverordneten modifizierte Lelbach die Pläne leicht. Und er lenkte etwas ein. 2016 teilte die Verwaltung als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Andere mit, dass der „Eigentümer des Grundstückes Brauerstraße 4–7 dem Eindruck entgegentreten wolle, dass er durch die erhöhte bauliche Ausnutzbarkeit wirtschaftlich profitieren wolle“. Bauaufsichtschef Markus Beck sagte im Bauausschuss, dass der Investor Ausgleichszahlungen leisten werde. Die Wertdifferenz hatte die Stadt mit 87 710 Euro ermittelt. SPD-Fraktionschef Pete Heuer erklärte damals, man müsse Schlupflöcher für derartige „Befreiungen“ künftig schließen.

Investor Abris Lelbach Quelle: Christel Köster

Mittlerweile sind fast zwei Jahre ins Land gezogen. Grund genug für Bauausschussmitglied Lars Eichert (CDU), mit einer Kleinen Anfrage bei der Stadtverwaltung nachzuhaken. Seine Frage: „Ist der Eigentümer dem Eindruck entgegengetreten und hat er eine Nachzahlung in der ermittelten Höhe der Wertdifferenz geleistet?“ Der Stadtverordnete bekam auf seine Frage zwar eine Antwort – allerdings nicht-öffentlich.

Eichert darf darüber keine Auskunft geben, macht aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl. „Es ist für mich unverständlich, warum meine Anfrage zur Nachzahlung nicht öffentlich beantwortet wird“, sagte er zur MAZ: „Eigentlich sollte es doch gerade im Interesse des Eigentümers liegen, dass diese Anfrage öffentlich beantwortet wird, weil er dem Eindruck entgegentreten wollte, dass er durch die erhöhte bauliche Ausnutzbarkeit wirtschaftlich profitieren wolle.“ Nur wenn die Verwaltung die Bemühungen um eine solche Lösung öffentlich mache, könne der Eigentümer dieses Ziel erreichen.

Abris Lelbach selbst war am Dienstag für telefonische Nachfragen nicht zu erreichen.

Von Ildiko Röd

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