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Potsdam Pendler in Potsdam brauchen viel Geduld
Lokales Potsdam Pendler in Potsdam brauchen viel Geduld
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09:32 06.06.2016
Eine S-Bahn im Bahnhof Babelsberg, im Vordergrund ist die Gleisbaustelle zu sehen. Quelle: dpa
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Potsdam

Es geht in die nächste Runde. Ab dem 6. Juni müssen sich Bahnpendler zwischen Potsdam und Berlin erneut auf Verzögerungen einstellen. Schon seit Mitte März wurde die Strecke abschnittsweise saniert – die Fahrgäste mussten den Schienenersatzverkehr nutzen oder die Regionalbahn nehmen. Zwischen Anfang Mai und Anfang Juni gab es eine vierwöchige Verschnaufpause, die S-Bahn fuhr dennoch nur im 20-Minuten Takt, nicht wie gewohnt alle zehn Minuten. Vom 6. bis 27. Juni müssen Pendler zwischen Potsdamer Hauptbahnhof, Babelsberg und Griebnitzsee wieder in Busse umsteigen.

– Die Bahn informiert auf ihrer Internetseite über die Baumaßnahmen und bietet detaillierte Fahrplanauskünfte zu den Ersatzbussen.

– Auch auf Twitter gibt es immer aktuelle Informationen

Nun werden die Bauarbeiten fortgesetzt. Konkret sollen fast 3000 Meter neue Gleise verlegt, die Stromschienenanlage ausgewechselt, Weichen ausgetauscht sowie Stützmauern und Bahnsteige saniert werden. Außerdem wird das Gleisbett erneuert. Die S-Bahn Berlin rechnet für die Bauarbeiten mit Gesamtkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro.

Pendlerzahl steigt

Die Pendlergemeinde ist nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in den letzten zehn Jahren um fast 30 Prozent gestiegen. Laut einem Bericht des DGB sind die Gründe zum Pendeln vielfältig. Das Angebot an verfügbaren Wohnungen, der Mietpreis, die Familiensituation oder die berufliche Aufstiegschancen veranlassen Arbeitnehmer zum Pendeln. Sie gehen dabei meist einen Kompromiss ein, damit die Familie nicht aus ihrem sozialen Umfeld gerissen wird.

In Potsdam kommen 45.000 Arbeitnehmer in die Stadt zum Arbeiten, gut 30.000 Menschen verlassen für den Beruf morgens die Landeshauptstadt. In Berlin arbeiten 280.000 Menschen, deren Wohnsitz sich dort nicht befindet, sind folglich Einpendler. 158.000 Menschen, etwa die Einwohnerzahl Potsdams, schwärmen aus Berlin heraus. In dieser Statistik sind Pendler mit jeglichem Fortbewegungsmittel einbezogen.

Tausende fahren zwischen Potsdam und Berlin hin und her

15.000 Potsdamer und 13.000 Berliner fahren täglich mit der Bahn in die jeweils anderen Stadt zur Arbeit. Von den Bauarbeiten der kommenden Wochen betroffen, ist unter anderem Domenique Bullert (27). Sie arbeitet in der Marketingabteilung von „Grey Labelz“ am Neuen Garten in Potsdam. „Aus Steglitz ist die Verbindung mit der S7 gut und ich bin schnell in Potsdam“, sagt sie. „Aber mit dem Schienenersatzverkehr muss ich besser planen, welche Bahn ich nehmen kann, damit ich pünktlich bin“.

38 Minuten fährt die S-Bahn von Potsdams Mitte zum Hauptbahnhof Berlin, die Regionalbahn sogar nur 24 Minuten. Mit dem Auto kann die Fahrtzeit für die Strecke vom Potsdamer zum Berliner Hauptbahnhof je nach Verkehrsaufkommen eine Stunde betragen. Für Pendler, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, kann der Arbeitsweg mit Ferienbeginn-und -ende mit langen Staus auf den Autobahnen durchaus länger dauern. Aber auch im alltäglichen Berufsverkehr kann es sich an Knotenpunkten stauen. Eine Alternative bietet der öffentliche Nahverkehr. Die Bahn befördert im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) täglich fast vier Millionen Fahrgäste.

Der VBB empfiehlt seinen Fahrgästen, die zwischen Potsdam und Berlin pendeln, während der Bauarbeiten 20 Minuten mehr Zeit einzuplanen, da durch die Taktverschiebung Anschlussbusse eventuell nicht erreicht werden können.

Von Lisa Neumann

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Die S-Bahn von und nach Potsdam soll schneller werden. Hierzu soll ein 700 Meter langer Streckenabschnitt vom Potsdamer Hauptbahnhof in Richtung Babelsberg zweigleisig ausgebaut werden. Die S-Bahn verkehrt derzeit zwischen Berlin und Potsdam im Zehn-Minuten-Takt.

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