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Potsdam Bauausschuss plädiert für Waldstadt-Hochhaus
Lokales Potsdam Bauausschuss plädiert für Waldstadt-Hochhaus
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19:14 28.03.2018
Das zwölfgeschossige Hochhaus – vorn rechts – soll am Rande der Waldstadt entstehen; es wäre dort der fünfte Wohnturm. Quelle: Fioretti Marquez
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Waldstadt

Der Versuch, den Bau eines weiteren Hochhauses in der Waldstadt zu verhindern, ist gescheitert. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen konnte einen entsprechenden Antrag am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr nicht durchbringen. Das Votum: eine Ja-Stimme, sechs mal Nein.

Wie berichtet, plant die Genossenschaft „Karl Marx“ am Ende der Straße „Zum Kahleberg“ auf dem ehemaligen Gelände des Altstoffhändlers Sero, ein zwölfgeschossiges Wohnhaus zu errichten. Der Entwurf des renommierten Berliner Büros „Fioretti Marquez“ war als Sieger in einem von den Genossen ausgelobten Wettbewerb hervorgegangen und Ende 2017 sowohl von Chef-Stadtplaner Andreas Goetzmann als auch vom Bauausschuss gelobt worden. Saskia Hüneke, die nun den Antrag einbrachte, störte sich bereits damals an der Höhe des Hauses und plädierte für eine Abstockung.

„Ein Betonklotz, der die Wipfel überragt“

Inzwischen hat sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft des Baugrundstücks Protest formiert. Anwohner hatten ihre Einwände und Bedenken gegen die Karl-Marx-Pläne nicht nur in der MAZ geäußert, sie hatten auch Rederecht für den Ausschuss beantragt und erhalten. Fazit ihrer Ausführungen: „Das Haus bleibt ein Betonklotz, der die Wipfel überragt und den Wald versteckt.“ Das Gebäude beeinträchtige „ein wirklich schönes Wohngebiet“ und leiste der Anonymität Vorschub. „Es geht nicht darum, eine Baumaßnahme zu verhindern“, betonte einer der Nachbarn, „sondern darum, den Bau in Konsens zu setzen mit dem Stadtteil“ – und der sei nun mal von in den Wald eingebetteten Fünfgeschossern geprägt. Die Anwohner wünschen sich, dass die Genossenschaft den zweitplatzierten Entwurf verwirklicht: einen viergeschossigen Wohnblock mit dreistöckigen Schenkelbauten.

Anwohner lobt „prima Leben“ im Hochhaus

Für das Hochhaus sprach sich indes nicht nur Genossenschaftsvorstand Sebastian Krause aus, auch ein Bewohner der Flotowstraße 1 – eines der vier Punkthochhäuser in der Waldstadt – trat dafür ein. Seit 40 Jahren lebe er dort. „Wir sind 85 Mieter – 30 davon 65 Jahre aufwärts, der Rest relativ jung.“ Er habe es noch nicht erlebt, dass in dem Haus Unstimmigkeiten oder dergleichen gewachsen wären: „Wir kennen uns untereinander, wir sprechen miteinander und helfen uns gegenseitig. Wir haben ein prima Leben.“ Großer Vorteil: „Im Hochhaus ist jede Wohnung mit dem Fahrstuhl bequem und schnell zu erreichen.“

Ein Punkt, den Michél Berlin (Linke) aufnahm. „Ein Hochhaus bietet die Möglichkeit, kostengünstig Barrierefreiheit anzubieten.“ Der Entwurf sei sehr schön: „Vor allem im Vergleich zu dem, was die Pro Potsdam am anderen Ende der Waldstadt plant.“

Von Nadine Fabian

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